Interimsbosse auf Werbetour

Machtkampf im DFB: Koch kämpft für Stimme der Basis - Peters lässt Kandidatur offen

Kommissarischer DFB Präsident Dr. Rainer Koch - Stuttgart 05.09.2021: Deutschland vs. Armenien, Mercedes-Benz Arena.
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Rainer Koch: Nimmt erneut die DFL ins Visier.

Rainer Koch und Peter Peters wagen sich aus der Deckung. Sie formulieren klare Anforderungen für den neuen DFB-Präsidenten. Aber wer kandidiert?

Frankfurt/Main – Im heftig tobenden Kampf um die Macht beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) haben sich die Strippenzieher aus den Hinterzimmern ins Rampenlicht gewagt. Dabei setzten sich die Übergangsbosse Rainer Koch und Peter Peters ein halbes Jahr vor dem Bundestag des krisengeplagten Verbandes unterschiedlich in Szene – Koch machte Stimmung für sein Klientel, Peters stellte sich als Teamplayer dar.

Schon jetzt scheint klar, dass es bei der Kür eines neuen Präsidenten am 11. März 2022 auf einen Showdown zwischen Profis und Amateuren hinauslaufen wird. Die Lager stehen sich bei der Auseinandersetzung um die Nachfolge des Mitte Mai zurückgetretenen Fritz Keller mehr denn je in einem offenen Konflikt gegenüber. Daran ließen die Koch-Aussagen keinen Zweifel.

„Es sind entscheidende Monate, die im DFB vor uns Amateurverbänden liegen. Der Amateurfußball kann sich gegenüber dem Profifußball nur dann behaupten, wenn wir geeint und solidarisch auftreten“, sagte der Jurist aus Poing: „Zerrissenheit oder gar Spaltung des Amateurlagers, Grabenkämpfe in den eigenen Reihen sind Gift für uns alle und können fatale Folgen, vor allem auch wirtschaftliche Nachteile für uns alle haben.“

Vertragspoker zwischen DFB und DFL: Abgaben an Amateure gedeckelt - Summen fern der Realität

Damit spielte Koch („Wir dürfen uns nicht aufs Abstellgleis schieben lassen“) während seiner kämpferischen Rede beim Verbandstag des hessischen Verbandes HFV vor allem auf den 2023 auslaufenden Grundlagenvertrag zwischen dem DFB und der Deutschen Fußball Liga (DFL) an. Der Vertrag muss neu verhandelt werden.

Laut dem Vertrag muss der Profifußball drei Prozent seiner Einnahmen an den DFB abgeben. 2013 wurden diese Jahressumme aber auf höchstens 866 Millionen Euro und die Abgaben der DFL auf 26 Millionen Euro festgelegt. Da die gedeckelte Summe auf der Profi-Erlösseite nichts mehr mit der Realität zu tun hat, wollen viele Amateurvertreter mehr Geld sehen.

Koch: DFB-Präsident soll mit „Ansprüchen des Amateurfußballs eng verbunden“ sein

Deshalb machte sich Koch für einen Nachfolger Kellers stark, der den Amateuren nahe steht. „Wenn wir unsere Interessen wahren wollen, dann müssen wir Personen vorschlagen und wählen, die mit den Interessen, Anliegen und Ansprüchen des Amateurfußballs eng verbunden sind“, äußerte der 62-Jährige, der wieder einmal die DFL ins Visier nahm.

Der intern umstrittene Koch strebt das Präsidenten-Amt trotz seiner Kampfansage nicht an. Und Peters? Sein missglückter Auftritt im Sport1-Doppelpass dürfte die wenigsten Skeptiker überzeugt haben. Dabei ließ Peters seine Kandidatur weiter offen, warb aber gleichzeitig für eine „Teamlösung“ an der Spitze. „Inhalte sind mir ganz wichtig“, sagte der DFL-Aufsichtsratsvorsitzende, der zuletzt Donata Hopfen als neue Chefin des Ligaverbandes und Nachfolgerin von Christian Seifert präsentiert hatte. Doch noch immer liegen keine mehrheitsfähigen Vorschläge auf dem Tisch. (sid)

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