Reaktion auf verstimmte Fans

Exklusiv: DFB äußert sich nach Riesen-Shitstorm wegen Flug nach Basel zu Vorgehen und nennt zwei Gründe

Nimm in Hinblick auf die EM auch die Vereine in die Pflicht: Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff. Foto: Marius Becker/dpa
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Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff.

Der Shitstorm gegen die deutsche Nationalmannschaft hat auch den DFB erreicht. Nun hat sich der Verband auf tz-Nachfrage zu der Situation geäußert.

  • Die Fußball-Nationalmannschaft ist nach Basel geflogen.
  • Den Weg von Stuttgart nach Basel hätten die Fans aber eher anders zurücklegen lassen.
  • Nun hat sich der DFB dazu geäußert.

Update vom 6. September, 21.58 Uhr: Auch während des Spiels Deutschland gegen die Schweiz wurde der Flug der DFB-Mannschaft von Stuttgart nach Basel zum thema. ZDF-Moderator Oliver Schmidt sagt kopfschüttelnd: „Das passt nicht wirklich in diese Zeit“.

Exklusiv: DFB äußert sich nach Riesen-Shitstorm wegen Flug nach Basel zu Vorgehen und nennt zwei Gründe

Erstmeldung vom 6. September: Basel - Die deutsche Nationalmannschaft muss nach dem Heimspiel gegen Spanien in Stuttgart in Basel gegen die Schweiz (hier im Live-Ticker) ran. Die Reise sorgt für einen Shitstorm, denn die Fahrt von Basel nach Stuttgart mit dem Auto wäre jetzt auch keine Weltreise gewesen. Fans reagieren verstimmt auf den Flug des DFB-Teams.

DFB-Team fliegt nach Basel: „Euer ernst?“

„Euer ernst“, schreibt einer, der auf Google Maps die Autofahrt mi 2h 36 Minuten hinzufügt. Viele Likes bekam auch einer, der folgendes schrieb: „Man weiß gar nicht, was schlimmer ist: dass es 1) so einen Flug überhaupt gibt, dass 2) das DFB-Management den Flug bucht, dass 3) alle Spieler brav mitfliegen oder dass 4) die PR-Abteilung diesen Bullshit noch per Fotostrecke stolz vorführt (oder war das subversiv?)„.

DFB reagiert auf Shitstorm vor Schweiz-Match

„Man kann auch Züge chartern, das wäre sogar ein ziemlich cooles Signal, auch wenn ein Charterzug nicht so effizient wie ein Linienzug ist“, schlägt ein anderer vor. Andere sind einfach nur entsetzt: „Habt ihr den Schuss nicht gehört“. Viele führen die Punkte auf, dass der DFB groß getönt hatte, sich auch für Umwelt einzusetzen.

DFB nennt tz zwei Gründe

Der Verband wurde von der massiven Kritik an seiner Reiseplanung regelrecht überrumpelt, weist jedoch auf tz-Nachfrage auf zwei Gründe hin, wieso die Privat-Maschine für den Trip gebucht wurde. Zum einen gilt bei dieser Länderspiel-Reise das Prinzip der Corona-Blase. Keiner aus dem inneren Kreis der Mannschaft darf das Hotel verlassen, kein externer Besucher darf Kontakt zum Team haben. Eine Zugfahrt und ein Gang durch den Hauptbahnhof hätte das System gefährdet. Möglicherweise hätten Fans um Selfies gebeten, außerdem waren sich die Verantwortlichen nicht sicher, ob die Zugabteile ausreichend desinfiziert gewesen wären. Am Samstagabend stand in Basel zudem noch ein Corona-Test der Mannschaft an, um festzustellen, ob alle Spieler am Sonntag eingesetzt werden können. Hätte sich nun einer bei der Anreise am Samstag infiziert, wäre dies kurz danach beim Test noch nicht feststellbar gewesen.

Gegen die Busfahrt sprach die hohe Belastung der Spieler. Je nach Verkehrslage wäre der Mannschaftsbus über drei Stunden unterwegs gewesen. Das Sitzen und Nicht-Bewegen der Beine ist 35 Stunden nach der Spanien-Partie und einen Tag vor dem Schweiz-Spiel hinsichtlich der Verletzungs-Prävention von den Team-Ärzten abgelehnt worden. (bok, ank)

Wegen des Corona-Geisterspiels in Basel konnten die TV-Zuschauer die Anweisungen von Bundestrainer Löw genau hören.

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