Konkurrenz spielt auf

DFB-Team: Zwei Legionäre überragen - müssen jetzt sogar Kimmich und Goretzka zittern?

Joshua Kimmich (l.) und Leon Goretzka.
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Spielen zusammen im Mittelfeld beim FC Bayern: Joshua Kimmich (l) und Leon Goretzka. In der Nationalmannschaft scheint die Bayern-Achse keine Startplatzgarantie zu haben.

Wer zieht im Mittelfeld der deutschen Nationalmannschaft die Fäden? Weil derzeit zwei Legionäre besonders brillieren, wird der Druck auf die Bayern-Achse höher.

München - Der FC Bayern stellt mit Abstand die meisten deutschen Nationalspieler. Beim letzten Länderspiel (der desaströsen 0:6-Klatsche in Spanien) standen mit Manuel Neuer, Niklas Süle, Leon Goretzka, Serge Gnabry und Leroy Sané gleich fünf Münchner in der Startelf. Hinzu kommen der damals verletzte Joshua Kimmich und vielleicht ja schon bald auch wieder der degradierte Thomas Müller sowie Nachwuchstalent Jamal Musiala - um dessen Dienste sich der DFB derzeit mit England duelliert.

DFB-Team: Bayern-Block bei EM 2021? Mittelfeldposition umkämpft

Keine Frage, bei der anstehenden Europameisterschaft wird das DFB-Team erneut durch eine Bayern-Achse gezeichnet sein. Aber sind auch alle Spieler in der Anfangsformation gesetzt? Vor allem im zentralen Mittelfeld tun sich diesbezüglich Fragen auf. Aus dem aktuellen Bayern-Kader gibt es mit Joshua Kimmich und Leon Goretzka zwei Spieler mit Ambitionen, die Geschicke im Mittelfeld der Nationalelf zu lenken. Leader Kimmich scheint - auch wegen seiner Defensivqualitäten - gesetzt, bei Goretzka sieht die Gemengelage allerdings anders aus.

Der Ex-Schalker konnte in dieser Spielzeit noch nicht an die Leistungen der Vorsaison anknüpfen. Wettbewerbsübergreifende fünf Tore und drei Assists sind zweifelsohne in Ordnung, garantieren aber noch keinen Stammplatz in der DFB-Elf - zumal sich der gebürtige Bochumer gegen namhafte Konkurrenz durchsetzen muss. Toni Kroos und Ilkay Gündogan haben dem Bayern-Profi zuletzt etwas den Rang abgelaufen. In der blendenden Verfassung, in der sich das Duo momentan befindet, scheint eine Startelfgarantie von Bundestrainer Jogi Löw fast schon sicher.

DFB-Team: Toni Kroos dirigiert weißes Ballet - überragende Statistiken in La Liga

Toni Kroosʻ Statistik ist auf den ersten Blick mit der Goretzkas vergleichbar. Der 31-Jährige im Dienste Real Madrids steuerte bislang zwei Tore sowie sechs Vorlagen bei. Das reine Herunterbrechen auf die Torbeteiligungen wird dem viermaligen Champions-League-Sieger jedoch nicht gerecht. Kroos ist aktuell wieder Denker und Lenker des Spiels der Königlichen.

Ligaweit bringt er die drittmeisten Pässe an, überbrückt die meisten Gegner durch seine Zuspiele und initiiert die meisten Chancen - noch vor Lionel Messi. Dass der Ex-Münchner also nicht mehr Vorlagen vorzuweisen hat, liegt weniger an ihm, sondern vielmehr an der Abschlussschwäche seiner Teamkollegen. Dass kein Spieler mehr Schnittstellenpässe spielt als Kroos, sollte den unrühmlichen Spitznamen „Querpass-Toni“ zudem endgültig ad acta legen.

Toni Kroos war bei Reals letzten Ligasieg gegen Valencia (2:0) an beiden Toren direkt beteiligt. Das 1:0 von Benzema legte der Deutsche vor, das zweite schoss er selbst.

DFB-Team: Ilkay Gündogan in Form seines Lebens - 13 Tore in 26 Spielen

Neben Kroos überzeugt mit Ilkay Gündogan aktuell ein weiterer Nationalspieler, der außerhalb der Bundesliga unter Vertrag steht. Für den Mittelfeldspieler von Manchester City könnte es momentan kaum besser laufen. In 26 Pflichspielen gelangen dem 30-Jährigen 13 Tore und zwei Vorlagen. In der gesamten Vorsaison mit 50 Spielen waren es fünf Tore und fünf Vorlagen.

Der frühere Dortmunder fällt derzeit mit einer enormen Spielintelligenz auf und trifft überwiegend die richtigen Entscheidungen. Beispielsweise wenn es darum geht, ins Dribbling zu gehen. Kein Spieler in der Premier-League hat mehr Tore nach eigenem Dribbling initiiert als Gündogan. Geschwindigkeitsdefizite kaschiert er dabei durch Schnelligkeit im Kopf.

Gündogan spielt aktuell derart befreit auf, dass er von der britischen Presse gar als Hauptgrund für die aktuelle Topform von Manchester City (16 Siege in Serie) ausgemacht wird. Trainer Pep Guardiola attestiert Gündogan, der bei den Skyblues als offensiver Achter agiert, eine „unglaubliche Wahrnehmung“ auf dem Platz und sieht in ihm „einen der besten Transfers, den der Klub je vollzogen hat.“ Nicht umsonst wurde Gündogan im Januar zum „Premier League Player of the month“ gekürt.

DFB-Team: Leon Goretzka droht die Bank

Beide Nationalspieler sammeln momentan also eifrig Argumente für die Startelf. Weil die DFB-Elf in der Regel nicht mit mehr als drei zentralen Spielern agieren wird, müsste sich ein Bayern-Profi nach aktuellem Stand wohl mit der Bank begnügen. Da Joshua Kimmich gesetzt scheint, ereilt dieses Schicksal wohl Leon Goretzka.

Trotz Statistiken wie ligaweit Rang 97 in puncto vorbereiteter Chancen sei erwähnt, dass der 26-Jährige bei Weitem keine unterirdische Saison spielt. Im Gegensatz zu Kroos und Gündogan hatte der Triple-Sieger eine weitaus kürzere Sommerpause. Kleinere Leistungsdellen wie momentan sind also normal. Damit es mit einem Platz im DFB-Team klappt, sollten sie allerdings auch bald wieder verschwinden. Die Konkurrenz schläft nicht. (as)

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