DFB-Elf kann WM-Ticket lösen

Macht Flick heute Katar klar? Das klappt nur mit Schützenhilfe

Am Montag trifft die DFB-Elf von Hansi Flick auf Nordmazedonien. Mit ein wenig Hilfe könnte es sogar schon zum frühzeitigen Ticket für die Wüsten-WM in Katar reichen.

Hansi Flick (56) kann im heutigen WM-Qualifikationsspiel gegen Nordmazedonien (20.45 Uhr, RTL) seinen ersten kleinen Erfolg als Bundestrainer feiern – und vorzeitig das Ticket für die Weltmeisterschaft 2022 lösen. Vorausgesetzt, die Nationalmannschaft gewinnt in Skopje und erhält parallel dazu rumänische Schützenhilfe. Sollte die DFB-Elf heute drei Punkte einfahren und Armenien gegen Rumänien verlieren oder unentschieden spielen, hätte das Flick-Team mindestens acht Punkte Vorsprung – und wäre bei zwei ausstehenden Partien nicht mehr einzuholen. Damit wäre Deutschland die erste Nation, die sich für die Endrunde qualifiziert hätte. Abgesehen von Katar, das als Gastgeber automatisch am Turnier teilnimmt.

Flick zum Rumänien-Spiel: „Mannschaft hat enorme Mentalität auf den Platz gebracht“

Doch diese Rechenspiele haben im Kopf des Bundestrainers nur bedingt Platz: „Wir wollen gewinnen und uns so schnell wie möglich für die WM qualifizieren, dazu gehört auch das Spiel gegen Nordmazedonien.“ Darüber hinaus will Flick sein Team weiter formen und Begeisterung für die Nationalmannschaft entfachen – auch wenn es am Freitag gegen Rumänien phasenweise ordentlich holperte. „Im Detail war schon viel dabei, wie wir uns das vorstellen, vielleicht noch nicht alles. Wir hatten Tiefe, enorme Variabilität. Das ist das, wie wir uns das vorstellen. Die Mannschaft hat enorme Mentalität auf den Platz gebracht“, sagte der Bundestrainer am Sonntag in Hamburg. Darüber hinaus sei das Miteinander mit den Fans klasse gewesen: „Das ist eine Mannschaft, die von den Emotionen her bindet. Wir sind auf einem guten Weg. Dass noch nicht alles hundertprozentig klappt, ist verständlich. Aber wir wollen das ständig verbessern.“

Flick und seine Spieler können sich am Montag für die WM qualifizieren.

DFB-Team: Flick kann gegen Nordmazedonien wieder auf Manuel Neuer zählen

Für dieses Vorhaben kann Flick in Skopje wieder auf Manuel Neuer (35) zurückgreifen. Der Torwart, der gegen Rumänien wegen Adduktorenproblemen aussetzte, absolvierte gestern das komplette Abschlusstraining und kann spielen. Ein kleines Fragezeichen steht hingegen noch hinter dem Einsatz von Abwehrchef Antonio Rüdiger (28), der wegen Rückenproblemen das sonntägliche Training aussetzte. „Bei Tonio Rüdiger war es eine Vorsichtsmaßnahme, er war im Hotel und hat sich behandeln lassen. Er hat so viele Spiele gemacht.“ Als Ersatz stünde der Gladbacher Matthias Ginter (27) parat.

Während die peinliche 1:2-Pleite aus dem Hinspiel noch in den Köpfen der DFB-Stars präsent ist, wie Serge Gnabry (26) verriet („Uns alle wurmt das verlorene Spiel immer noch“), möchte der neue Bundestrainer lieber nach vorne blicken: „Natürlich habe ich das Spiel angeschaut und wir werden das noch mal analysieren. Ich schaue nicht so gerne in die Vergangenheit. Wir haben eine klare Vorstellung, wie wir ins Spiel gehen.“

Die Brust der Nationalspieler wird dank Flick und seiner makellosen Auftaktbilanz mit vier Siegen aus vier Spielen wieder breiter. Nach Manuel Neuer spricht mit Serge Gnabry nun der nächste Spieler öffentlich vom WM-Titel in Katar: „Wir haben definitiv die Qualität dazu, wenn man den Kader anschaut. Wir wollen mit neuem Schwung angreifen. Der WM-Titel ist natürlich ein großes Ziel. Aber ohne Ziele wird es auch schwer, etwas zu erreichen.“ Die erste Zwischenetappe ist aber erst einmal heute die vorzeitige Qualifikation für die Wüsten-Weltmeisterschaft. Danach darf weiter vom Titel geträumt werden. Manuel Bonke

Rubriklistenbild: © Marcus Brandt/dpa

Auch interessant

Kommentare