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Faeser schmuggelt „One Love“-Binde unter Sakko ins Stadion und setzt sich dann neben Infantino - ohne Sakko

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Von: Kai Hartwig

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Beim ersten WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gibt es Protestaktionen der DFB-Stars. Innenministerin Faeser brüskiert FIFA-Boss Infantino.

Al-Rayyan – Vor dem WM-Auftakt der deutschen Nationalmannschaft gegen Japan am Mittwoch hatte tagelang die Debatte um die „One Love“-Armbinde dominiert. Statt sportlicher Belange wurde das Verbot der FIFA, die Binde zu tragen, zum beherrschenden Thema.

WM-Auftakt gegen Japan: DFB-Team reagiert mit Protestaktion auf „One Love“-Debatte

Unmittelbar vor dem Anpfiff des Spiels gegen Japan sendete das DFB-Team ein deutliches Zeichen in Richtung des Weltverbandes und WM-Gastgeber Katar. Die Startelf von Bundestrainer Hansi Flick hielt sich beim Mannschaftsfoto demonstrativ die Hand vor den Mund. Auch die Ersatzspieler sowie der Trainer- und Betreuerstab beteiligten sich an der Aktion.

Die deutschen Nationalspieler reagierten mit einer klaren Geste auf die Zensur der FIFA.
Die deutschen Nationalspieler reagierten mit einer klaren Geste auf die Zensur der FIFA. © ULMER/imago

In den Sozialen Medien postete der DFB ein Foto des Mannschaftsbildes und erklärte die symbolische Geste. „Wir wollten mit unserer Kapitänsbinde ein Zeichen setzen für Werte, die wir in der Nationalmannschaft leben: Vielfalt und gegenseitiger Respekt. Gemeinsam mit anderen Nationen laut sein. Es geht dabei nicht um eine politische Botschaft: Menschenrechte sind nicht verhandelbar“, schrieb der Verband auf Twitter. „Uns diese Binde zu verbieten, ist wie den Mund zu verbieten. Unsere Haltung steht.“

WM in Katar: DFB-Team wärmt sich vor Japan-Spiel in Regenbogenshirts auf

Durch die FIFA war zuvor mit dem Verbot der „One Love“-Armbinde der Versuch unternommen worden, den DFB und weitere Verbände europäischer WM-Teilnehmer quasi mundtot zu machen. FIFA-Boss Gianni infantino hatte mehrfach betont, dass er sich politische Äußerungen verbitte. Auf die Missstände in Katar aufmerksam zu machen und diese anzusprechen sollten die Teilnehmer unterlassen.

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Der DFB setzt mit bunten Ärmeln auf den Aufwärmshirts trotz des „One Love“-Verbots ein Zeichen. © IMAGO/Matthias Koch

Bei der Partie zwischen Deutschland und Japan musste der FIFA-Präsident nun mit eigenen Augen ansehen, dass Spieler und Verantwortliche des DFB seinen Forderungen nicht nachkommen wollen. Im Khalifa International Stadion in Al-Rayyan hatte die deutsche Nationalmannschaft neben der „Mund-zu-Geste“ auch beim Aufwärmen eine symbolträchtige Aktion vollzogen. In Shirts mit Regenbogenfarben bereitete sich das Team auf dem Rasen vor und solidarisierte sich damit mit der LGBTQ-Community.

Bundesinnenministerin Faeser sitzt mit „One Love“-Armbinde auf der Tribüne – direkt neben Infantino

Schon zuvor hatte DFB-Präsident Bernd Neuendorf nach einem Treffen mit deutschen Fans bestätigt, dass der Verband „rechtliche Schritte“ gegen das Verbot der „One Love“-Binde prüfe. Noch habe man aber keine offizielle Klage eingereicht. Von der FIFA bekam der DFB laut Neuendorf eine schriftlich Erklärung. So habe das Tragen der „One Love“-Kapitänsbinde zur Folge, dass „der Schiedsrichter reagieren“ müsse. Außerdem würde sich der Weltverband das Verhängen weiterer Strafen vorbehalten.

Innenministerin Faeser sitzt mit der „One Love“-Binde neben FIFA-Boss Infantio.
Innenministerin Faeser sitzt mit der „One Love“-Binde neben FIFA-Boss Infantio. © IMAGO/Paul Chesterton

Bundesinnenministerin Nancy Faeser, die ebenfalls die Partie Deutschland gegen Japan im Stadion verfolgte, setzte ein weiteres Zeichen. Sie schmuggelte unter ihrem pinken Sakko die „One Love“-Armbinde in die Arena. Auf der Tribüne lüftete sie ihr Geheimnis und trug die Armbinde offen zur Schau. Auch mit Infantino sprach die Ministerin. Und setzte sich während des Spiels samt „One Love“-Armbinde direkt neben den FIFA-Boss. Infantino dürften die Protestaktionen von deutscher Seite wohl kaum gefallen haben. (kh)

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