Außenverteidiger fürs Nationalteam

Verzweifelt gesucht: der Alleskönner für Jogi

+
Löw mit Özil, Höwedes, Mustafi und Hector

München - Etwas mehr als vier Monate sind seit der letzten Länderspielpause vergangen, viel geändert hat sich beim DFB-Team aber nicht. Das Stammpersonal steht - was fehlt, ist eine Alternative für die defensiven Außenpositionen.

 Der Weltmeister zählt nach wie vor zu den Topfavoriten auf den EM-Titel im Sommer, Bundestrainer Jogi Löw setzt weiter auf vertraute Kräfte – deren Großteil auch beim Triumph in Brasilien zum Team gehörte.

Die Stärken sind geblieben, die Schwächen jedoch auch. Da wäre zum einen das spärliche Angebot an echten Strafraumstürmern, die einer dominanten Mannschaft wie der deutschen durchaus guttun würden. Wie schon im November vergangenen Jahres ist Mario Gomez wieder dabei, doch nach dem Rauswurf von Max Kruse werden die Alternativen vorne nicht unbedingt größer. In einer anderen Problemzone hat Löw dagegen zwar eine Menge Alternativen, aber noch keine Lösung gefunden. Auf den Außenverteidiger-Positionen fahndet Jogi intensiv nach einem geeigneten Nachfolger von Philipp Lahm (rechts) und einer mehr als nur befriedigenden Dauerlösung auf der linken Seite. „Wir haben Außenverteidiger, die hoch stehen, in ihren Vereinen aber defensiv geschult sind“, sagte 56-Jährige nach der erfolgreichen EM-Quali vergangenen Oktober. Richtig glücklich wirkte er dabei nicht. Außenverteidiger – verzweifelt gesucht… Wobei, bei den hohen Anforderungen an einen modernen Außenverteidiger muss man schon eher sagen: Alleskönner gesucht.

Auf rechts hat Löw nach Lahms Rücktritt im Anschluss an den WM-Titel schon (fast) alles versucht, nur richtig geglückt ist dabei kein Experiment. Ende 2014 durfte sich Kevin Großkreutz als Rechtsverteidiger probieren, der Ex-Borusse fiel aber ebenso durch wie danach Sebastian Rudy. Um die EM-Qualifikation im Herbst 2015 perfekt zu machen, setzte der Coach bei den beiden Länderspielen im September auf Emre Can, im Oktober durfte Matthias Ginter zweimal auf rechts ran. Als Konstante auf links entwickelte sich seit seinem rasanten Aufstieg beim 1. FC Köln Jonas Hector, doch auch beim Linksfuß sieht Löw noch Steigerungspotenzial. „Jonas macht das gut, spielt in Köln aber eher in einer defensiven Grundordnung und ist so ein bisschen auf Konter ausgerichtet“, erklärte Löw zuletzt, er vermisste beim 25-Jährigen den Drang nach vorne. Vor Hector durfte sich Erik Durm auf links beweisen, doch nicht zuletzt wegen seiner langen Verletzung war der Dortmunder in der Nationalelf außen vor.

Was Löw zusätzlich Sorgen bereiten muss: In Köln setzte Trainer Peter Stöger seinen etatmäßigen Linksverteidiger zuletzt immer wieder im defensiven Mittelfeld ein. Spielpraxis auf der Stammposition gibt es dabei für Hector nicht.

In Brasilien setzte Löw anfangs mit Jerome Boateng (rechts) und Benedikt Höwedes (links) auf zwei gelernte Innenverteidiger auf den Außen. Höwedes absolvierte jedes Spiel auf dieser Position, ab dem Viertelfinale baute Jogi auf rechts aber wieder auf Lahm. Nun gilt es, im Training die richtigen Varianten zu finden. Eine weitere, aber eher kleinere Baustelle, hatte Löw bereits in der vergangenen Woche behoben. Mit Marcus Sorg ist neben Thomas Schneider ein zweiter Co-Trainer mit im Boot. „Wir haben schon 2014 über so eine Maßnahme nachgedacht“, erklärte Löw. „Bei Länderspielen haben wir kaum die Zeit, uns intensiver mit den einzelnen Spielern zu befassen. Deshalb ist es gut, wenn wir noch einen Trainer dabei haben, der mit den Spielern in kleinen Gruppen arbeiten kann.“ Vielleicht finden sie ja gemeinsam mehr als nur Alternativen auf den Außenbahnen…

Sven Westerschulze

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

So sehen Sie die Bundesliga-Konferenz heute live
So sehen Sie die Bundesliga-Konferenz heute live
So sehen Sie Eintracht Frankfurt gegen Borussia Dortmund heute live im Free-TV und Live-Stream
So sehen Sie Eintracht Frankfurt gegen Borussia Dortmund heute live im Free-TV und Live-Stream
HSV forderte VfL: So endete die Partie Hamburger SV gegen Wolfsburg
HSV forderte VfL: So endete die Partie Hamburger SV gegen Wolfsburg
Abstiegskrimi und Aufstiegskampf am letzten Spieltag
Abstiegskrimi und Aufstiegskampf am letzten Spieltag

Kommentare