1. tz
  2. Sport
  3. Fußball

Auf den Spuren eines 1860-Stürmers: Füllkrugs sportliche Ansage an Flick – „Muss es realistisch einschätzen“

Erstellt:

Von: Manuel Bonke

Kommentare

Niclas Füllkrug traf gleich in seinem ersten Spiel im DFB-Trikot. Ist er auch eine Option für den WM-Auftakt gegen Japan?

Muscat – Mit 29 Jahren und 280 Tagen ist Niclas Füllkrug der zweitälteste Feldspieler seit 20 Jahren, der für die Nationalmannschaft debütierte. Älter war nur ein Stürmer, der zu aktiven Zeiten im Süden für den TSV 1860 und im hohen Norden für Hansa Rostock auflief: Martin Max war bei seinem Debüt im Jahr 2002 gegen Argentinien mit 33 Jahren und 253 Tagen deutlich älter.

Name: Niclas Füllkrug
Geburtsdatum: 9. Februar 1993 (29 Jahre)
Verein: SV Werder Bremen (seit 2019)
Position: Mittelstürmer
Länderspiele: 1 (1 Tor)

DFB-Team: Auf den Spuren eines 1860-Stürmers – Füllkrugs sportliche Ansage an Flick

Während Max bei seinem ersten DFB-Einsatz blass blieb, feierte der Bremer Füllkrug einen Einstand vor der WM 2022 nach Maß, indem er in klassischer Strafraumstürmer-Manier ein Zuspiel von Kai Havertz (23) zum 1:0-Sieg vollendete. „Ich bin froh, dass ich dem Team helfen konnte, um das Spiel zu gewinnen. Aber man muss das auch realistisch einschätzen. Jetzt geht es um alles in den nächsten Spielen. Da wollen wir erfolgreich sein“, zeigte sich „Lücke“ nach Schlusspfiff bescheiden.

Dass die Partie trotz des weniger prominenten Gegners eine besondere für Füllkrug war, zeigte folgende Szene nach Spielende: Ein Fan fragte ihn nach seinem Trikot, doch der Bremer winkte verständlicher Weise ab. Das rot-schwarze Auswärtsdress soll zu Hause einen Ehrenplatz erhalten.

Hansi Flick und Niclas Füllkrug im Gespräch.
Hansi Flick und Niclas Füllkrug im Gespräch. © IMAGO / Ulmer/Teamfoto

Niclas Füllkrug als Option für WM-Auftakt gegen Japan? „Hat gezeigt, dass er bereit ist“

Nach seiner Einwechslung zur Halbzeit tat Füllkrug das, weshalb ihn Bundestrainer Hansi Flick (57) in den WM-Kader berufen hat: Er ackerte auch ohne Ball, lief die Gegenspieler früh an und erarbeitete sich dadurch einige Torchancen. „Ich habe der Mannschaft gesagt, dass sie zeigen solle, dass sie für die WM bereit sind. Er hat gezeigt, dass er bereit ist. Er war sehr präsent, hatte einige Abschlüsse, hat seine Sache gut und gleich ein Tor gemacht“, lobte der Bundestrainer das Engagement des Bremers.

Kapitän Manuel Neuer (36) war ebenfalls sehr angetan: „Er ist ein wichtiger Spieler für uns – gerade vorne in der Box. Er hat einfach das Gefühl im Zentrum. Er wird wichtig sein.“ Füllkrug will sich von der Euphorie um seine Person nicht zu sehr anstecken lassen. Für ihn gehe alles ein bisschen „Schlag auf Schlag. Ich versuche weiter, entspannt zu bleiben. Ich bleibe weiter bodenständig und demütig. Ich bin froh, dass ich hier bin“.

DFB-Team bei der WM 2022: Moukoko oder Füllkrug?

Die Fragen nach einem möglichen Startelfplatz im ersten Gruppenspiel am Mittwoch gegen Japan (14 Uhr, ARD) blieben nach dem starken Auftritt von Füllkrug trotzdem nicht aus. Ein typischer Mechanismus der Öffentlichkeit zu WM-Zeiten, der von Flick jedoch charmant abmoderiert wurde: „Wir lassen alles mit einfließen, deswegen haben wir noch ein paar Tage Zeit und können das in Ruhe entscheiden.“

Einem anderen vielversprechenden Neuner, der jedoch unter der Kategorie „Sturm-Juwel“ angesiedelt ist, hat Füllkrug im Oman die Show gestohlen: dem erst 17-jährigen Youssoufa Moukoko. Der Dortmunder fand in Maskat, angesehen von einem Pfostenschuss, nicht statt. Das Spiel lief komplett an ihm vorbei.

DFB-Team: Flick stellt sich vor Youngster Moukoko - „Geben ihm Zeit“

Der Bundestrainer stellte sich im Anschluss demonstrativ vor den Jungspund: „Wenn die Mannschaft nicht so im Spiel ist, wird es natürlich auch für einen 17-Jährigen bei seinem Debüt schwer. Wir geben ihm die Zeit, wir wollen ihn unterstützen. Er arbeitet toll im Training, ist ein super Junge, hat alle Anlagen.“ Trotzdem wird sich Moukoko zum Beginn des Turniers hinten anstellen – und dem abgezockten Routinier Füllkrug den Vortritt lassen müssen. Manuel Bonke

Auch interessant

Kommentare