Er galt als beinharter Verteidiger

Ex-Nationalspieler übernachtet auf der Straße - sogar die Polizei muss anrücken

Uli Borowka mit einem schwarzen T-Shirt.
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„Eisenfuß“ Uli Borowka kann auf eine erfolgreiche Fußball-Karriere zurückblicken.

Er galt als einer der härtesten Abwehrspieler seiner Zeit. Nun sorgte der Ex-Nationalspieler für einen Polizeieinsatz in Frankfurt am Main. Was war da mit Uli Borowka los?

Frankfurt am Main - Nach der Fußballer-Karriere ein ruhiges und unbeschwertes Leben führen - das ist das Ziel der meisten Ex-Kicker. Doch nicht allen gelingt das. Wie zum Beispiel Uli Borowka, Ex-Bundesligaspieler für Borussia Mönchengladbach und Werder Bremen. Seine besonders harte Spielweise brachte ihm in den 80ern und 90ern den Spitznamen „die Axt“ ein.

Während und nach seiner Karriere hatte der sechsmalige Nationalspieler mit Alkoholproblemen zu kämpfen und verursachte 1996 sogar einen Autounfall unter Alkoholeinfluss. Seit einer Entzugskur 2000 ist er abstinent, nun allerdings sorgte er wieder für Schlagzeilen.

Uli Borowka lässt sich auf Fernseh-Experiment ein - und hat die wohl härteste Nacht seines Lebens

Borowka machte bei der RTL2-Sendung „Prominent und obdachlos“ mit und nahm an einem Experiment teil, das es durchaus in sich hat: Der 58-Jährige sollte 72 Stunden als Obdachloser ohne Geld auf der Straße in Frankfurt am Main verbringen. Die drei Tage wurden zur harten Prüfung, denn zum Zeitpunkt des Drehs herrschte Eiseskälte, minus zwölf Grad.

Borowka suchte einen geschützten Schlafplatz für die Nacht und steuerte schließlich eine Bankfiliale an. Nach kurzer Zeit wurde er aber von einem Sicherheitsmitarbeiter weggescheucht. Der Ex-Kicker hatte dafür wenig Verständnis: „Ich tu‘ doch niemandem was, wenn ich hier schlafe. Es sind Minusgrade, das ist doch menschenunwürdig“, sagte er. Er suchte daraufhin eine weitere Bank auf, um dort zu nächtigen - doch dann kam es noch schlimmer.

Uli Borowka löst als Obdachloser Polizeieinsatz aus - und warnt: „Das könnte jedem passieren“

Plötzlich tauchte die Polizei auf und schickte Borowka wieder nach draußen. Auch nach dem extremen Experiment wollte er die Beamten nicht verstehen. „Es gab für mich in dieser Situation keine Möglichkeit, irgendwo anders unterzukommen. Wäre ich ein echter Obdachloser gewesen, hilflos durch Drogen und Alkoholmissbrauch, wäre ich in dieser Nacht wohl gestorben.“

Zu guter Letzt fand der Ex-Profi noch in einer U-Bahn-Station einen Unterschlupf. Er fühlte sich in den drei Tagen an seine eigene Vergangenheit erinnert, nach seinem Alkohol-Absturz war er selbst einige Tage obdachlos. Er warnt andere: „Das könnte jeden treffen. Du musst nur einmal falsch abbiegen oder eine falsche Entscheidung treffen.“

Mittlerweile hat Borowka sein Leben längst wieder im Griff. Er lebt verheiratet in Bremen und ist Schirmherr einer Suchtpräventions-Organisation. (epp)

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