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DFB: Weiter keine Beweise für manipulierte Spiele

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Berlin  - DFB-Präsident Theo Zwanziger sieht trotz der Geständnisse und Aussagen im jüngsten Bochumer Wettskandal-Prozess weiterhin keine Beweise für manipulierte Spiele in Deutschland.

“Dass Gelder geflossen sind, heißt noch lange nicht, dass Spiele manipuliert wurden“, erklärte der Chef des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Mittwoch vor dem Bundestags-Sportausschuss in Berlin. Es gebe aus den vergangenen Wochen und Monaten “keine greifbaren Merkmale“, dass Partien im nationalen Spielbetrieb wirklich illegal beeinflusst worden seien.

Der DFB sieht sich im Kampf um Wett- und Spielmanipulationen inzwischen wesentlich besser aufgestellt als zu Zeiten des ersten großen Skandals um Schiedsrichter Robert Hoyzer 2005. Im laufenden Prozess in Bochum, in dem im März die ersten Urteile erwartet werden, geht es um insgesamt 32 Partien, darunter 17 in Deutschland, die unter Manipulations-Verdacht stehen. Laut Sportradar, einem Frühwarnsystem bei Sportwetten, sind in den vergangenen fünf Monaten in Europa zudem 70 bis 100 Spiele auffällig geworden. Anders als im Fall Hoyzer werden aktuell DFB-Schiedsrichter von der Staatsanwaltschaft nicht mehr verfolgt.

“Die Verfahren gegen zwei belastete Schiedsrichter sind eingestellt. Im gesamten Bochumer Verfahren ist kein Schiedsrichter drin“, betonte Zwanziger. In Deutschland werden nach Angaben von Sportradar jährlich vier Milliarden Euro auf Fußball-Spiele gesetzt. Der DFB hat für seine Schiedsrichter bereits einen Vertrauensmann in Sachen Wetten und Manipulation installiert, den es demnächst auch in der Liga geben soll, berichtete der DFB-Präsident den Bundestags-Abgeordneten.

“Das werden wir machen für Spieler, die aus Dummheit in eine Situation gekommen sind, die sie später bereuen“, sagte Zwanziger. Möglichkeiten der effektiveren Bekämpfung der Wettkriminalität sieht der Verbandschef zudem in einer noch “verbesserten Zusammenarbeit“ von DFB und Staatsanwaltschaft. Beide Seiten würden sich mit ihren Möglichkeiten schon jetzt gut ergänzen, “aber eine Regelung fehlt“.

Eine Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft wie bei der Doping-Bekämpfung oder zumindest zentrale Stellen würden gegen das “gewaltige Maß an Kriminalität“ der Wettmafia laut DFB helfen.

dpa

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