Frisch aus dem Kino auf den Bildschirm

"Die Mannschaft" heute im TV: WM-Film beginnt mit Fehler

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Spaß auf Reisen: Per Mertesacker, Benedikt Höwedes und Thomas Müller (v.l.) im WM-Film.

München - Schon diesen Freitag läuft der WM-Film "Die Mannschaft" im Free-TV. Dass er mit einem Fehler beginnt, hat sich inzwischen rumgesprochen.

Dieser Film beginnt mit einem Fehler – und das hat sich herumgesprochen. Auch bis zur fußballaffinen deutschen Kanzlerin.

Angela Merkel erinnerte in ihrer Neujahrsansprache an den deutschen WM-Erfolg 2014, und auch sie bezog sich auf eine Weisheit aus den Weiten des Internets: „Argentinien hat Messi, Brasilien hat Neymar, Deutschland hat eine Mannschaft.“ Die Bundeskanzlerin wusste allerdings: „Das hat ein englischer Fan geschrieben.“ Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte das Zitat einem prominenten englischen Fußballer zugeschrieben, Steven Gerrard, weil es auf einem Twitter-Account unter dessen Namen zu lesen war. Dass es sich um eine Seite von Gerrard-Fans handelte, merkte der DFB erst, als sein Film „Die Mannschaft“, der mit dem vermeintlichen Gerrard-Motto eingeleitet wird, in den Kinos schon uraufgeführt war. Diesen Freitag (20.15 Uhr) ist er in der ARD zu sehen.

Dass der Streifen schon knapp sieben Wochen nach dem Kinostart im TV laufen würde, hat nach einem noch guten ersten Wochenende (358 000 verkaufte Tickets) einen eher verhaltenen Zuspruch bewirkt – 880 000 Zuschauer, Platz 33 in den deutschen Jahres-charts. Der DFB hatte offen kommuniziert, dass es zu einer baldigen Fernsehausstrahlung kommen würde (zunächst war sogar von der Weihnachtszeit die Rede), außerdem war das Projekt nicht auf Profit ausgerichtet, der Gewinn wird ohnehin für Benefizzwecke verwendet.

Dass er überhaupt einen WM-Film machen würde, entschied der DFB erst nach dem Turnier in Brasilien. Die verbandseigene Medienabteilung hatte die Kameras halt bei jeder Gelegenheit mitlaufen lassen, doch war sich immer bewusst, dass nur Titelgewinn und Euphorie eine Veröffentlichung des Materials im großen Rahmen eines Kino- oder Fernsehfilms rechtfertigen würden. Dann musste auch noch Weltverband FIFA um Erlaubnis gefragt werden – und die deutschen Spieler. Schließlich werden sie in Momenten gezeigt, die mancher von ihnen als nicht vorteilhaft empfinden könnte: beim Singen auf der Fähre (wie Christoph Kramer) oder beim enthemmten Tanzen (wie der Bewegungslegastheniker Per Mertesacker).

Uli Voigt, Leiter der Abteilung Elektronische Medien beim DFB, hat das alles zu einer stimmigen und unterhaltsamen Chronologie der Vorbereitungs- und der Turnierwochen zusammengefügt. Mit Szenen aus der Kabine, dem Bus, dem Flieger, dem Campa Bahia, in denen deutlich wird: Ja, in diesem unvergesslichen Sommer hatte Deutschland tatsächlich eine Mannschaft. Ganz egal, wer das jetzt getwittert hat.

Günter Klein

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