Insgesamt sieben Personen angeklagt

Nach Tod der Fußball-Ikone: Diego Maradonas Ärzten drohen 25 Jahre Haft - schwere Vorwürfe gegen Leibarzt

Sechs Monate nach dem Tod von Diego Maradona erhebt die Staatsanwaltschaft Argentiniens schwere Vorwürfe gegen die Ärzte der Fußball-Legende, es drohen Freiheitsstrafen.

Buenos Aires - Vor einem knappen halben Jahr verstarb die argentinische Fußball-Legende Diego Maradona im Alter von 60 Jahren in seiner Heimat an einem Herzinfarkt. Nur wenige Tage zuvor war er nach einer Operation aus dem Krankenhaus entlassen worden. Nun erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage wegen vorsätzlichen Mordes gegen das Ärzte- und Pflegeteam des Mannes, der in Argentinien verehrt wird wie ein Gott.

Diego Maradona: Heftige Vorwürfe gegen seine Ärzte - lange Haftstrafen drohen nach Tod der Fußball-Legende

Wie die Zeitung La Nación und der Fernsehsender TN unter Berufung auf Justizkreise berichteten, drohe Maradonas Leibarzt Leopoldo Luque, seiner Psychiaterin Agustina Cosachov sowie mehreren Pflegekräften im Falle einer Verurteilung eine Freiheitsstrafe zwischen acht und 25 Jahren. Insgesamt sieben Personen, die angeklagt werden, dürften den Berichten zufolge nicht das Land verlassen und sollen bis Mitte Juni ihre Aussagen machen.

Zwei Wochen nachdem er nach einer überstandenen Operation am Gehirn aus dem Krankenhaus entlassen wurde, am 25. November 2020, starb Maradona in einer privaten Wohnanlage in Tigres bei Buenos Aires. Im Nachgang hatte eine medizinische Expertenkommission den verantwortlichen Ärzten und Pflegern schwere Fehler vorgeworfen. Besonders Luque, bei dem es bereits kurz nach dem Tod seines Patienten eine Razzia gab, soll die „Legende des Weltfußballs“ demnach unzureichend behandelt haben.

Kurz nach der Gehirnoperation ließ sich Leibarzt Leopoldo Luque noch mit Maradona ablichten.

In einem Dokument der Staatsanwaltschaft, dass TN vorliegt, wird genauer auf die Anschuldigungen eingegangen. „Obwohl die medizinischen Fachleute um den schlechten Gesundheitszustand des Patienten wussten, nahmen sie Handlungen vor, die gegen die gängige Praxis verstießen, und unterließen notwendige Aktionen. Das verschlimmerte den Zustand von Maradona und brachte ihn in eine Situation der Hilflosigkeit“, zitierte der Sender.

Diego Maradona: Ein ganzes Land trauerte tief um seine verstorbene Fußball-Ikone

Maradonas Tod sorgte für Bestürzung auf der ganzen Welt und für regelrechte Staatstrauer in Argentinien, auch wenn ein früher Tod des „Pibe de Oro“ (span. Goldjunge) aufgrund dessen langjähriger Drogeneskapaden für viele abzusehen war. Besonders für seine Leistungen mit der Nationalmannschaft wird Maradona weiterhin verehrt.

Für die Albiceleste stand er in 90 Spielen auf dem Platz und stand zudem zwei Jahre lang als Nationaltrainer für sein Land an der Seitenlinie. Sein größter Erfolg war jedoch der Weltmeister-Titel im Jahr 1986, in dem er sich auch mit zwei gegensätzlichen Toren unsterblich machte. Zunächst traf er mit seiner „Hand Gottes“ - einem hochirregulären Tor - umstritten im Viertelfinale gegen England, ehe er nur drei Minuten später nach einem 60-Meter-Dribbling das WM-Tor des Jahrhunderts erzielte. (ajr)

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