Staatsanwaltschaft ermittelt

„Er wird uns abkacken, der Dicke“: Trieben Ärzte Maradona in den Tod? Sieben Personen des Mordes angeklagt

Hätte der Tod von Diego Maradona verhindert werden können? In Argentinien wird gegen seine Ärzte ermittelt - mit schwerwiegendem Verdacht.

Buenos Aires - Für viele war Diego Maradona der größte Fußballer aller Zeiten. Sein Tod vor sieben Monaten erschütterte die Fußball-Welt, und doch schien den meisten klar zu sein: Es war irgendwie abzusehen. Die Drogen, der ungesunde Lebensstil - das alles war am Ende wohl zu viel für den malträtierten Körper der Legende. Oder?

Womöglich hätte Maradonas Tod verhindert werden können. Spielten Maradonas Ärzte ein falsches Spiel mit ihm? Argentinische Behörden haben nun Mordanklage gegen seinen Leibarzt Leopoldo Luque und sechs weitere Personen erhoben. Der Vorwurf: Maradonas Vertraute hätten ihn von der notwendigen medizinischen Behandlung ferngehalten.

Diego Maradona: Fußball-Legende war womöglich Opfer dubioser Ärzte

Ein Investigativ-Team des Senders RTL forschte in den letzten Monaten intensiv nach und erhebt schwere Vorwürfe. Angeblich wurden dem Team WhatsApp-Nachrichten von Maradonas Vertrauten zugespielt. RTL zeigt am Donnerstagabend (8. Juli) die Dokumentation „War es Mord? Die geheime Todesakte Maradona“.

„Die Staatsanwaltschaft hat nach dem Tod von Maradona Wohnungen von Verdächtigen durchsucht und dabei deren Handys konfisziert, darunter die von seinem Leibarzt Luque und von einigen aus seiner dubiosen Entourage“, sagt Reporter Felix Hutt.

Maradonas ehemaliger Leibarzt Leopoldo Luque bei einer Anhörung vor Gericht.

Er stellt bei seinen Recherchen unter anderem fest, dass der argentinische Superstar nach einer Gehirn-OP zu früh aus dem Krankenhaus entlassen wurde - auf Drängen seiner Ärzte. „Uns liegen mehr als 8000 Seiten Dokumente aus der Ermittlungsakte vor“, berichtet Hutt.

Hätte Diego Maradonas Tod verhindert werden können? Schockierende Zitate aufgetaucht

Zudem zeigen die Nachrichten wohl, dass Luque und seine „Kollegen“ abschätzig über Maradona gesprochen haben. Bei seinem Herzinfarkt kämpfen Rettungskräfte um sein Leben - Luque soll zu einem Kollegen gesagt haben: „Anscheinend hat er einen Herzinfarkt. Er wird uns abkacken, der Dicke. Das Problem ist, da ist kein Arzt. Augustina ist da, aber die hat keine Ahnung. Sie ist die Psychiaterin“.

Offenbar war die Legende tatsächlich von den falschen Leuten umgeben, die sich in seinem Ruhm sonnten. „Maradonas Tod ist keine logische Folge seines teilweise sehr exzessiven Lebensstils, sondern er hätte verhindert werden können. Die Leute in seinem Umfeld haben ihn bewusst von der richtigen und für ihn überlebenswichtigen medizinischen Betreuung ferngehalten, weil sie die Kontrolle über ihn behalten wollen“, fasst Hutt gegenüber dem Kölner Express zusammen.

In Argentinien sind die Details schon teilweise an die Öffentlichkeit gelangt. Luque und Co. müssen sich nun der Staatsanwaltschaft stellen. Den Angeklagten drohen bis zu 25 Jahre Haft. (epp)

Rubriklistenbild: © Fernando Gens

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