Fußball-Ikone ist tot

Diego Maradona: Todesursache wird untersucht - Familie beklagt „Unregelmäßigkeiten“ bei Behandlung

Diego Armando Maradona ist tot. Der 60-Jährige galt als einer der größten Fußballer auf dem Planeten. Zu den Umständen seines Todes wird ermittelt.

  • Diego Armando Maradona ist tot - der 60-Jährige erlag am 25. November einem Herzinfarkt.
  • Die ganze Welt trauert um die Fußball-Legende.
  • Maradona fühlte sich beim Frühstück nicht gut - wenige Minuten später war er tot.

Update vom 28. November, 7.17 Uhr: Der Tod Diego Maradonas bleibt ein Fall für die Ermittlungsbehörden in seiner argentinischen Heimat. Wie die Nachrichtenagentur AFP am Freitag berichtete, prüft die Staatsanwaltschaft in Buenos Aires weiterhin mögliche Behandlungsfehler des medizinischen Personals. Es gebe "Unregelmäßigkeiten", sagte ein Familienmitglied Maradonas der französischen Nachrichtenagentur, "man muss sehen, ob sie so gehandelt haben, wie sie handeln sollten".

Eine Quelle aus Justizkreisen wies im Gespräch mit AFP indes darauf hin, dass die Untersuchungen aufgenommen wurden, weil Maradona "zu Hause starb und niemand den Totenschein unterschrieben hat. Das heißt noch nicht, dass es einen Verdacht oder Unregelmäßigkeiten gab."

Maradona war am Mittwoch gestorben, offiziell führte ein krankhaft erweiterter Herzmuskel neben einem Lungen-Ödem zum Herzstillstand. Maradonas Anwalt Matias Morla forderte zuletzt bereits eine Untersuchung "bis zur letzten Konsequenz. Diego hat mir immer gesagt: Du bist mein Soldat, handle ohne Erbarmen", sagte er.

Vor allem sei fraglich, warum die eigens verpflichtete Rund-um-die-Uhr-Pflege nicht funktioniert habe. Auch solle untersucht werden, warum die Notärzte angeblich mehr als eine halbe Stunde benötigten, um das Haus der Fußball-Ikone zu erreichen.

SSC Neapel gedenkt dem verstorbenen Diego Maradona

Update vom 26. November, 22.09 Uhr: Mit emotionalen Tributen an Diego Maradona haben der italienische Fußball-Erstligist SSC Neapel, Tausende seiner Tifosi und gefühlt die ganze Stadt am Fuße des Vesuvs ihres verstorbenen Idols gedacht. Pünktlich zu Beginn des Europa-League-Spiels gegen HNK Rijeka zündeten unzählige Bürger auf Straßen und Balkonen Kerzen zu Ehren des Argentiniers an und klatschten nach einer Schweigeminute lang anhaltenden Beifall.

Napolis Spieler liefen kurz vor den bewegenden Momenten im gesamten Stadtgebiet komplett in Trikots mit Maradonas Rückennummer 10 auf das Feld des San-Paolo-Stadions. Kapitän Lorenzo Insigne hatte zuvor am Eingang der Arena, die nach dem Willen von Bürgermeister Luigi de Magistris und des Stadtrates in Diego-Maradona-Stadion umbenannt werden soll, vor einem großen Bild des Argentiniers einen Blumenkranz niedergelegt.

Eine ganze Stadt huldigt ihren größten Spieler: Diego Maradonna genießt in Neapel Heldenstatus.

Die Ära Maradona ist die erfolgreichste Zeit in Napolis Vereinsgeschichte. Angeführt vom Weltmeister von 1986 gewannen die Süditaliener in den 80er Jahren ihre einzigen zwei Meistertitel und zudem den UEFA-Pokal.

Im Stadtzentrum kamen am Donnerstagabend trotz Versammlungsverbots tausende Fans vor dem Königspalast auf die Piazza del Plebiscito zur Würdigung ihres unvergessenen Lieblings und skandierten „Ein Maradona, es gibt nur einen Maradona!“ Von der Palastfassade prangte ein überdimensionales Porträt. Einige Tifosi zündeten rote Rauchbomben, durch die der Platz beleuchtet wurde. Viele Fans trugen Kerzen in der Hand und hatten Tränen in den Augen.

Diego Maradona: Chaos in Buenos Aires - Polizei attackiert mit Tränengas

Update vom 26. November, 21.09 Uhr: Beim Abschied vom argentinischen Fußball-Idol Diego Maradona ist es am Donnerstag am Präsidentenpalast in Buenos Aires zu Ausschreitungen zwischen Trauernden und der Polizei gekommen. Nach einer Zugangsbeschränkung seitens der Einsatzkräfte hatten Zehntausende seit Stunden wartende Menschen Angst, nicht mehr rechtzeitig zum aufgebahrten Sarg in der „Casa Rosada“ an der Plaza de Mayo gelangen zu können.

Einige rissen Absperrungen nieder, was Panik auslöste. Die Polizei setzte der Nachrichtenagentur AFP zufolge Gummigeschosse und Tränengas ein, Wasserwerfer fuhren vor. Argentinische Medien zeigten im Internet Fotos und Videos chaotischer Szenen. Polizisten wurden mit Flaschen und Steinen beworfen. Nachdem Fans in einen Innenhof vorgedrungen waren, wurde der Sarg aus Sicherheitsgründen in einen anderen Saal gebracht.

Die Regierung entschied, den Zugang zur Deeskalation um drei Stunden bis 19 Uhr Ortszeit (23 Uhr MEZ) zu verlängern. Gegen 17 Uhr (21 Uhr MEZ) allerdings wurde die Aufbahrung abgebrochen, die Palasttore schlossen sich. Maradona soll noch am Abend auf dem Jardin de Paz vor den Toren der Hauptstadt an der Seite seiner Eltern bestattet werden.

Ein blutender Mann wird von der Polizei überführt, nachdem es während der Totenwache für Maradona zu Ausschreitungen kam. Einige Fans kletterten über den Zaun des Regierungspalasts, wo die sterblichen Überreste der Fußball-Legende lagen, und verschafften sich Zugang zur Casa Rosada.

Diego Maradona: Vor 15 Jahren verriet er seinen letzten Wunsch für seinen Grabstein

Update vom 26. November, 19.04 Uhr: Der Tod von Diego Maradona sorgt in Argentinien für große Bestürzung. Die Regierung rief sogar eine dreitägige Staatstrauer aus. Der frühere Weltklasse-Spieler soll indes noch am Donnerstag in Buenos Aires beerdigt werden. Nun ist ein altes Interview aufgetaucht, in dem Maradona vor 15 Jahren verriet, was einmal auf seinem Grabstein stehen solle. In seiner eigenen TV-Show La Noche del 10 hatte sich der Weltmeister von 1986 damals selbst interviewt. 

Maradona antwortete auf seine eigene Frage nach einer passenden Grabbotschaft: „Dank dem Ball“, und fügte emotional berührt hinzu: „Ja, das sollte auf meinem Grabstein stehen. Dank dem Ball.“ 

Diego Maradona: Er sagte noch drei Worte, legte sich ins Bett und starb

Update vom 26. November, 9.59 Uhr: Diego Maradona ist tot. Die traurige Nachricht versetzte Fußballfans auf der ganzen Welt in große Trauer. Die Anteilnahme ist gigantisch - selbst Papst Franziskus meldete sich zu Wort.

Inzwischen ist klar, wie die Hand Gottes in den Himmel aufstieg. Argentinischen Medienberichten saß Maradona beim Frühstück. Er sagte offenbar: „Me siento mal“ - „Ich fühle mich schlecht“. Daraufhin soll er sich wieder ins Bett gelegt haben. Nur kurze Zeit später war er tot.

Auch die verständigten Rettungskräfte - sechs Krankenwagen rückten an - konnten Maradona nicht mehr helfen. Sein Neffe Johnny Esposito (Sohn seiner Schwester Mary) war das einzige Familienmitglied, das zu diesem Zeitpunkt ebenfalls im Haus in Tigre war. Der Fußball-Legende soll es zuvor auch psychisch schon extrem schlecht gegangen sein. „Er vermisste seine Eltern sehr, besonders seine Mutter Tota“, schreibt beispielsweise das Portal Que Pasa Salta.

Diego Maradona: Reaktionen zum Tod der Fußball-Legende - Papst betet für ihn

Update 26. November, 6.27 Uhr: Papst Franziskus aus Argentinien ist über Maradonas Tod informiert worden und betet für ihn. Dies berichtete Vatikan-Sprecher Matteo Bruni. Franziskus denke an die Begegnungen mit dem Verstorbenen in den vergangenen Jahren, sagte Bruni.

Der Papst, selbst großer Fußball-Fan, hatte Maradona unter anderem 2014 im Vatikan empfangen, nachdem im Olympiastadion von Rom ein interreligiöses „Spiel für den Frieden“ stattgefunden hatte. Das Spiel war von der Stiftung des argentinischen Fußball-Stars Javier Zanetti organisiert worden.

Damals hatte der Papst Maradona umarmt, der ihm ein Trikot mit der Aufschrift „Francisco“ überreichte. Maradona berichtete daraufhin, er habe sich von der Kirche entfernt, spüre jedoch große Nähe zum Papst wegen dessen Einsatzes für die Arme

Diego Maradona ist tot: Weggefährten nehmen Abschied

Ursprungsmeldung:

Buenos Aires/München - „Welch eine traurige Nachricht! Ich habe einen einmaligen Gefährten verloren, die Welt eine Legende“, schrieb Brasiliens nicht minder verehrtes Fußball-Idol in tiefer Trauer über den Tod des argentinischen Nationalhelden Diego Armando Maradona: „Eines Tages spielen wir hoffentlich gemeinsam Fußball im Himmel.“

Die Welt weint um Diego Maradona - und der große Pelé um einen Freund. Zwei der größten Fußballer jemals, der eine fast 30 Jahre früher als der andere, waren über die Jahrzehnte Freunde geworden. Auch ehemalige Vereine und andere Weggefährten, Fans oder Bewunderer der „Hand Gottes“ reagierten am Mittwoch mit Bestürzung auf die niederschmetternde Nachricht.

Argentiniens Staatspräsident Alberto Fernandez stand an der Spitze des Trauerzuges: „Du hast uns an die Weltspitze geführt. Du hast uns sehr glücklich gemacht. Du warst der Größte von allen. Danke, dass es dich gab, Diego. Wir werden Dich ein Leben lang vermissen.“

Diego Maradona ist tot: „Wir spielen Fußball im Himmel“ - Die Reaktionen zum Tod der Legende

Aber auch seine ehemaligen Vereine stürzte Maradonas Tod in tiefe Trauer. Der SSC Neapel, der dank Maradona Weltruhm erlangt und 1986/87 seine erste Meisterschaft gewonnen hatte, twitterte: „Für immer in unseren Herzen. Ciao Diego.“ Von „ewiger Dankbarkeit“ schrieben die Boca Juniors aus Buenos Aires, für die Maradona 1981/82 und zum Ende seiner Karriere nochmal von 1995 bis 1997 gespielt hatte.

Der FC Barcelona, Maradonas Klub von 1982 bis 1984, dankte dem einst weltbesten Spieler: „Barca drückt seine tiefe Trauer über den Tod einer Ikone des Weltfußballs aus.“

Keine vier Wochen nach seinem 60. Geburtstag starb der Weltmeister von 1986 am Mittwoch in Buenos Aires nach einem Herzinfarkt.

Auch die Gegner von einst kondolierten. Die englische Fußball-Ikone Gary Lineker, Torschütze in Maradonas wohl größtem Spiel im Viertelfinale der WM 1986, schrieb: „Mit einigem Abstand der beste Spieler meiner Generation. Nach einem segensreichen, aber auch schwierigen Leben ruht er hoffentlich sanft in Gottes Händen.“

Der deutsche Nationalspieler Diego Buchwald hatte Maradona als „Kettenhund“ im WM-Finale 1990 ausgeschaltet. „Ich bin geschockt. Die Fußball-Welt hat einen ihrer Größten verloren“, sagte Buchwald dem Sportbuzzer.

Die Reaktionen zum Tod von Diego Maradona - Rummenigge: „Einer der größten Fußballer“

Sein damaliger Weltmeister-Kollege Rudi Völler erklärte: „Diego Maradonas Tod trifft mich sehr. Er war mein Jahrgang, wir waren bei Weltmeisterschaften und in Italien oft Gegner.“ Maradona sei ein „wunderbarer Spieler“ gewesen: „Sein früher Tod ist ein herber Schlag für den Fußball und für Diegos Familie.“

Auch der FC Bayern drückte seine Trauer um den genialen Fußballer aus. „Ruhe in Frieden, Diego. Wir werden dich nie vergessen!“, twitterte der deutsche Rekordmeister. Auch Karl-Heinz Rummenigge äußerte sich. „Mit Diego Maradona geht einer der größten Fußballer der Geschichte von uns. Der FC Bayern trauert mit seinen Angehörigen, mit seiner Heimat Argentinien und all seinen Fans“, sagte der FCB-Boss.

Argentinien verwandelte sich am Mittwoch in ein Land im Schockzustand. Die Regierung in Buenos Aires rief eine dreitägige Staatstrauer aus. Maradonas Leichnam soll ab Donnerstag im Präsidentenpalast in Buenos Aires aufgebahrt werden, wie die argentinische Präsidentschaft mitteilte.

Nach Angaben des Staatsanwalts John Broyard starb Maradona "um 12 Uhr mittags" (Ortszeit) in seinem Haus. Es werde eine Obduktion vorgenommen, um die genaue Todesursache festzustellen.

Wie ein Sprecher der argentinischen Präsidentschaft mitteilte, wird der Leichnam von Donnerstag bis Samstag im Präsidentenpalast Casa Rosada aufgebahrt. Die Öffentlichkeit soll die Möglichkeit bekommen, sich von der Fußball-Legende zu verabschieden.

Cesar Luis Menotti, Argentiniens Weltmeister-Trainer von 1978, sprach seinen Landsleuten aus dem Herzen: „Es ist schrecklich. Ich bin am Boden zerstört, ich kann es nicht glauben.“

So erging es am Mittwoch fast allen.

Rubriklistenbild: © Julieta Ferrario/dpa

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