Dortmund mit Kantersieg gegen HSV

+
Die Borussen schließen dank dem 5:1 zum Rekordmeister FC Bayern auf. Jetzt stehen drei Teams punktgleich an der Tabellenspitze.

Hamburg - Überragender Einstand in die Rückrunde. Der Deutsche Meister Borussia Dortmund zeigte dem Hamburger SV seine Grenzen auf und schloss dadurch zum FC Bayern auf.

Borussia Dortmund hat die Arena des Hamburger SV im Sturm erobert und im Stile eines Meisters seine erneuten Titelambitionen untermauert. Mit 5:1 (2:0) fertigten die Westfalen am Sonntag den HSV ab und fügten der Mannschaft die erste Bundesliga-Niederlage unter Trainer Thorsten Fink zu, der seit seiner Amtsübernahme acht Spiele in Serie nicht verloren hatte.

Kevin Großkreutz (16. Minute), Robert Lewandowski (37./83.) und Jakub Blaszczykowski (58./76. Foulelfmeter) sorgten mit ihren Treffern dafür, dass der Meisterschaftskampf in der Fußball-Bundesliga so spannend ist wie lange nicht mehr. Der späte Treffer von Paolo Guerrero (86.) war nicht mehr als eine Fußnote unter eine desolate Vorstellung der Hamburger.

Nach der Demonstration vor 57 000 Zuschauern in der erstmals in dieser Saison ausverkauften Hamburger Arena zog der BVB nach Punkten mit Spitzenreiter Bayern München gleich. Hinter dem Rekordmeister, Dortmund und Schalke (alle 37) lauern die Bayern-Bezwinger aus Mönchengladbach (36) - der enttäuschende HSV dagegen kassierte die höchste Heimniederlage seit dem 22. September 2001. Damals unterlagen die Norddeutschen Werder Bremen 0:4. Schon zehn Minuten vor Schluss verließen zahlreiche konsternierte HSV-Fans die Arena.

Vom Anpfiff weg demonstrierten die Dortmunder ihre Lust auf Fußball nach der Winterpause. Sven Bender gab nach zwei Minuten einen ersten Warnschuss ab, 60 Sekunden später ging ein abgefälschter Ball von Lewandowski knapp über das Hamburger Tor. Eine feine Kombination über Kapitän Sebastian Kehl und Lewandowski wurde erst im letzten Moment von HSV-Verteidiger Heiko Westermann abgeblockt (12.).

Die besten Sprüche der Hinrunde 2011/2012

"Wir haben ihm alle die Hände geschüttelt. Bremen ist doch ein sparsamer Verein.“ (Bremens Klub-Chef Klaus Allofs auf die Frage, ob Torjäger Claudio Pizarro ein Geschenk für seinen 150. Bundesliga-Treffer erhalten wird). © dpa
"Er sieht sehr gut aus. Da ist ein Kuss nicht so schlecht.“ (Sportdirektor Frank Arnesen vom Hamburger SV. Der neue HSV-Trainer Thorsten Fink war Arnesen nach dem Ausgleich gegen den VfL Wolfsburg stürmisch um den Hals gefallen). © dpa
"Ich habe vorher gesagt, wenn ich heute kein Tor mache, nehm ich mir ein Taxi und komme nie wieder zurück.“ (Abwehrspieler Khalid Boulahrouz vom VfB Stuttgart (re.), der beim 2:0 beim 1. FC Kaiserslautern erstmals seit sechseinhalb Jahren ein Bundesliga-Tor erzielte). © dpa
"Dietmar Hopp, du Sohn einer Hupe!“ (Spruchband der Dortmunder Fans in Richtung des Hoffenheimer Mäzens nach der Akustik-Affäre) © dapd
"Gegen mangelnde Fußballkompetenz hilft auch keine Hochfrequenz. „ (Spruchband der Augsburger Fans nach der Akustik-Affäre in Hoffenheim). © dapd
"Wenn einer schon flitzt, dann soll er auch etws bieten. Das hat er getan.“ (Bayern-Stürmer Mario Gomez über den nackten Flitzer, der in der Schlussphase des Spiels in Augsburg auf dem Rasen Flickflacks schlug). © dpa
"Die deutschen Journalisten nerven mich schon mit den Fragen, und jetzt kommen die italienischen auch noch.“ (Mario Gomez nach dem 4:0-Sieg des FC Bayern gegen den 1. FC Nürnberg auf die Frage eines italienischen Reporters, ob er Gerd Müllers Bundesliga-Torrekord knacken könne). © doa
"Ich dachte, wir reden über Fußball.“ (Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß vor dem Bundesliga-Auftaktspiel Dortmund gegen Hamburg, als das Thema Frauen-WM zur Sprache kam). © dpa
"Er hat seinen Job gemacht. Eine Million hat er jetzt abbezahlt. „ (Präsident Uli Hoeneß von Bayern München über Manuel Neuer, der dem Rekordmeister mit einer starken Parade den 2:1-Sieg beim FC Augsburg rettete). © dpa
"Einen Haftbefehl zu erlassen gegen einen jungen Mann, der am Boden ist, der völlig fertig ist! Mit der albernen Begründung einer Verdunklungsgefahr - der kann gar kein Deutsch. So etwas Unglaubliches habe ich schon lange nicht mehr gehört.“ (Bayern Münchens Präsident Uli Hoeneß über die U-Haft für Bayern-Profi Breno). © dpa
"Normalerweise sagt man ja, die Holländer haben einen Riecher für Käse - er hat einen für Tore. Er ist ein Phänomen.“ (Lewis Holtby nach dem 4:0 von Schalke 04 gegen Nürnberg über Torjäger Klaas-Jan Huntelaar). © dapd
"Wer den Charakter der Mannschaft infrage gestellt hat, der hat nicht alle Latten auf dem Zaun.“ (Dortmunds Trainer Jürgen Klopp nach der 5:0-Gala des deutschen Meisters gegen den 1. FC Köln mit Blick auf die Kritik nach dem 1:3 in der Champions League bei Piräus). © dpa
"Ribery ist ein einziger Muskel.“ (Christian Lell von Hertha BSC Berlin im ZDF-Sportstudio über seinen Münchner Gegenspieler Franck Ribery). © dpa
"Wie es jetzt weitergehen soll? Es geht immer weiter. Sollen wir jetzt den 1. FC Köln aus der Bundesliga abmelden?“ (Lukas Podolski nach dem 0:3 des 1. FC Köln bei Hertha BSC). © dpa
"Barca hat Messi, Bayern hat Schweini, wir haben Poldi“ (Kölns Torhüter Michael Rensing nach dem 2:2 beim VfB Stuttgart über den Wert von Nationalspieler Lukas Podolski, dem ein Doppelpack gelang). © dapd
„Es war ein sehr intensives Spiel. Aber ein Mann konnte in diesem intensiven Spiel nicht mitlaufen: Das war der Schiedsrichter. „ (Kölns Trainer St†le Solbakken bei Sky nach dem 2:3 bei Werder Bremen über Schiedsrichter Michael Weiner). © dapd
"Das war kein Spiel für Trainer mit Herzschrittmacher.“ (Kölns Chefcoach St†le Solbakken, der einen Herzschrittmacher trägt, nach dem 4:3-Erfolg beim Hamburger SV). © dpa
"Wenn Lukas gehen sollte, kann er sicher zu einem besseren Verein gehen als zu Schalke.“ (Trainer Stale Solbakken vom 1. FC Köln zum Interesse von Schalke 04 an Lukas Podolski). © dapd
"Ja, um 10, 12, 15 und 17 Uhr.“ (Trainer Stale Solbakken nach der 1:5-Niederlage des 1. FC Köln bei Schalke 04 auf die Frage, ob er am Sonntag trainieren lassen wird) © dapd
"Der Platz war so wie unsere zweite Halbzeit. Da flogen Stücke raus, die waren so groß wie Australien.“ (Hoffenheims Trainer Holger Stanislawski nach dem 1:2 gegen Werder Bremen) © dapd
"Er ist halt sehr groß und nimmt viel Platz weg im Tor. Insofern hat er 'ne hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie ihn anschießen! (Hoffenheims Trainer Holger Stanislawski über seinen Torwart Tom Starke, der einen Elfmeter vom Augsburger Sascha Mölders parierte). © dpa
"Mit unserer Leistung ist es wie mit den Lottozahlen - sie ist immer wieder neu.“ (Hoffenheims Trainer Holger Stanislawski nach der Niederlage gegen Kaiserslautern). © dapd
"Ich habe eine Frau und zwei Kinder - das weiß ich noch.“ (Kapitän Christian Tiffert vom 1. FC Kaiserslautern nach dem 1:1 beim Hamburger SV zu seinem Befinden nach einem Check von HSV-Profi Slobodan Rajkovic). © dpa
"Ich habe keine Lust mehr, über das gute Spiel meiner Mannschaft zu reden. Seit neun Wochen geht das so. Wir sollten mal anfangen zu gewinnen und uns zu belohnen. (Der Mainzer Trainer Thomas Tuchel nach dem 1:3 gegen Bremen). © dpa
„Wir haben uns eben entschieden, den Verein nicht aufzulösen, obwohl wir Unentschieden gespielt haben“ (Dortmunds Trainer Jürgen Klopp nach dem 1:1 im Spitzenspiel in Mönchengladbach). © dpa

Vier Minuten später wurden die Gäste für ihre Offensivfreude belohnt. Der Japaner Shinji Kagawa behauptete vor dem Hamburger Strafraum den Ball und spielte Großkreutz so geschickt frei, dass der Jung-Nationalspieler gar nicht anders konnte als an Jaroslav Drobny vorbei zum 0:1 einzuschieben. Auch beim zweiten Dortmunder Treffer stellte sich die HSV-Hintermannschaft ungeschickt an. Lewandowski durfte erst Westermann den Ball durch die Beine schieben, dann Dennis Aogo austanzen und schließlich Keeper Drobny überlisten.

“Natürlich wollen wir gewinnen. Ein Sieg gegen den deutschen Meister würde uns Schub geben für die Rückrunde“, hatte HSV-Trainer Thorsten Fink unmittelbar vor dem Anpfiff noch am Sky-Mikrofon gesagt. Doch auf dem Spielfeld schien die Ehrfurcht seiner Spieler vor dem deutschen Meister trotz der Ausfälle von Roman Weidenfeller und Mario Götze zu groß. Eine mickrige Hamburger Chance stand am Ende der ersten Halbzeit auf den Statistikbögen der Beobachter: Paolo Guerrero setzte einen Kopfball aus kurzer Distanz knapp vorbei (17.).

Ansonsten bekamen die Dortmunder Fans, die nicht vor dem Stadion gegen die Eintrittspreise protestierten, ein recht einseitiges Geschehen zu sehen. Ihre Elf agierte schneller, spritziger und zielstrebiger. Der HSV hatte Probleme im Spielaufbau und konnte mit dem hohen Tempo des BVB nur selten mithalten. Weidenfeller-Vertreter Mitchell Langerak erlebte einen ruhigen Spätnachmittag an der Elbe.

Nach dem Wechsel versuchte Fink mit der Hereinnahme des leicht angeschlagenen Torjägers Mladen Petric die Wende einzuwechseln. Der Kroate saß wegen Wadenproblemen zunächst auf der Bank. Finke wollte ihn nur bringen, “wenn Not am Mann ist“. Die Not nach den ersten 45 Minuten war tatsächlich groß, sie verringerte sich allerdings nicht merklich. Im Gegenteil: Schon eine halbe Stunde vor Schluss sorgte Blaszczykowski für die Vorentscheidung. Auch anschließend spielte nur noch der BVB, den Schönheitsfehler durch Guerrero war zu verkraften.

dpa

Auch interessant

Meistgelesen

UEFA Supercup: Pechvogel Adrián wird zum Helden im Elfmeterschießen 
UEFA Supercup: Pechvogel Adrián wird zum Helden im Elfmeterschießen 
Kostenlos-Hammer bei Amazon: Alle Bundesliga-und DFB-Pokal-Spiele live
Kostenlos-Hammer bei Amazon: Alle Bundesliga-und DFB-Pokal-Spiele live
Neuer Fußball-Chef in Deutschland: Dieser Mann soll bald DFB-Präsident werden
Neuer Fußball-Chef in Deutschland: Dieser Mann soll bald DFB-Präsident werden
Adriáns "Sahnehäubchen" macht Klopp glücklich
Adriáns "Sahnehäubchen" macht Klopp glücklich

Kommentare