Dortmunds Verfolger Mainz und Bayern lassen Federn

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Der Stuttgarter Spieler Pavel Pogrebnyak (r) im Zweikampf mit Niko Bungert (l) von Mainz.

Köln - Borussia Dortmund ist der große Gewinner des Rückrundenstarts in der Fußball-Bundesliga. In den Samstagsspielen haben die BVB-Verfolger Federn gelassen. Ein Überblick über alle Ergebnisse:

An einem perfekten Tag für Spitzenreiter Borussia Dortmund ist Bayern München im Titelkampf der Fußball-Bundesliga wahrscheinlich hoffnungslos ins Hintertreffen geraten. Der Titelverteidiger kam zum Rückrunden-Auftakt nicht über ein 1:1 (1:0) beim VfL Wolfsburg hinaus und kann seine großspurig angekündigte Jagd auf den BVB fast schon wieder abblasen - der Rückstand beträgt nun 16 Punkte.

Zudem droht Franck Ribery wieder eine längere Pause. Der anfällige Franzose wurde wegen einer Knieverletzung ausgewechselt, eine genaue Diagnose wird am Sonntag oder Montag erwartet. Erster „Verfolger“ der Dortmunder bleibt der FSV Mainz 05, der mit 0:1 (0: 0) beim VfB Stuttgart verlor, mit 13 Punkten Rückstand. Die Bayern sind Fünfter. Der BVB hatte am Freitagabend mit dem 3:1 bei Bayer Leverkusen einen riesigen Schritt Richtung Titel gemacht.

Sportlich ging es in Wolfsburg verrückt zu. Als Bayerns Philipp Lahm einen Foulelfmeter an den Pfosten (21.) schoss, stand es durch ein kurioses Tor von Thomas Müller bereits 1:0 für den Rekordmeister. Der WM-Torschützenkönig wurde von Wolfsburgs Torhüter Diego Benaglio angeschossen, aus 20 Metern segelte der Ball ins Tor (7.).

Kurz vor der Halbzeit scheiterte der Wolfsburger Grafite vom Elfmeterpunkt an Münchens neuem Stammkeeper Thomas Kraft, der glänzend hielt (45.+3). Arjen Robben machte für die Bayern sein erstes Spiel seit acht Monaten, er wurde für Ribery eingewechselt. Das Spiel verflachte in der zweiten Halbzeit, dennoch war der späte Ausgleich von Sascha Riether (86.) verdient. In der 90. Minute erzielten die Gäste ein Abseitstor, das nicht gegeben wurde.

Die Wintertransfers der 18 Bundesligisten

Die Wintertransfers der 18 Bundesligisten

1899 HOFFENHEIM/Zugänge: David Alaba (l., ausgeliehen vom FC Bayern München) © Getty
Mark van Bommel (AC Mailand) © Getty
Edson Braafheid (1899 Hoffenheim) © Sampics
Martin Demichelis (FC Malaga) © Getty
Luiz Gustavo (FC Bayern München) © Getty
FSV MAINZ 05/Abgänge: Haruna Babangida (Vertrag aufgelöst) © Getty
Felix Borja (FC Pueblo) © Getty
1. FC NÜRNBERG/Zugänge: Timo Ochs (ohne Verein) © Getty
Nassim Ben Khalifa (1. FC Nürnberg, Leihgabe bis Saisonende) © Getty
Abgänge: Isaac Boakye (Ziel unbekannt) © Getty
Dario Vidosic (Arminia Bielefeld, bis zum Saisonende ausgeliehen) © Getty
1. FC KÖLN/Zugänge: Michael Rensing (ohne Verein) © Getty
Tomoaki Makino (Sanfrecce Hiroshima) © Getty
Slawomir Peszko (Lech Posen) © Getty
1899 HOFFENHEIM/Abgänge: Christian Eichner (1. FC Köln) © Getty
Abgänge: Faryd Mondragon (Philadelphia Union) © Getty
Daniel Brosinski (SV Wehen-Wiesbaden) © Getty
Manasseh Ishiaku (VV St. Truiden) © dpa
HANNOVER 96/Abgänge: Mike Hanke (Borussia Mönchengladbach) © Getty
Havard Nordtveit (FC Arsenal) © dpa
Martin Stranzl (Spartak Moskau) © dpa
Michael Fink (Besiktas Istanbul) © dpa
BORUSSIA MÖNCHENGLADBACH/Abgänge: Jan-Ingwer Callsen-Bracker (FC Augsburg) © Getty
Raul Bobadilla (Aris Saloniki, ausgeliehen) © dpa
WERDER BREMEN/Abgänge: Hugo Almeida (Besiktas Istanbul) © Getty
Zugänge: Denni Avdic (Elfsborg Boras/Schweden)
Demba Ba (West Ham United) © Getty
1899 HOFFENHEIM/Zugänge: Ryan Babel (FC Liverpool) © dpa
Roberto Firminho (Tombense) © dpa
SC FREIBURG/Abgänge: Ivica Banovic (MSV Duisburg) © Getty
Zugänge: Beg Ferati (FC Basel, ab 1. Juli 2011) © Getty
Erik Jendrisek (Schalke 04) © Getty
VFL WOLFSBURG/Abgänge: Edin Dzeko (Manchester City) © ap
Andrea Barzagli (Juventus Turin) © Getty
Caiuby (FC Ingolstadt, ausgeliehen bis Saisonende) © dpa
Vlad Munteanu (Dinamo Bukarest) © dpa
Zugänge: Dieumerci Mbokani (AS Monaco) © dpa
BAYER LEVERKUSEN/Abgänge: Patrick Helmes (VfL Wolfsburg) © Getty
Tuncay Sanli (Stoke City) © Getty
Jan Polak (RSC Anderlecht) © Getty
Yohandry Orozco (r., Zulia FC) © dpa
Koo Ja-Cheol (Jeju United) © dpa
SCHALKE 04/Abgänge: Erik Jendrisek (SC Freiburg) © Getty
Jermaine Jones (Blackburn Rovers, bis Saisonende ausgeliehen) © Getty
Ivan Rakitic (FC Sevilla) © Getty
Besart Obraimi (PFC Sewastopol) © Getty
Zugänge: Danilo Fernando Avelar (Karpaty Lwiw) © dpa
Angelos Charisteas (zuletzt vereinslos) © dpa
Anthony Annan (Rosenborg Trondheim) © Getty
Ali Karimi (Persepolis Teheran) © Getty
EINTRACHT FRANKFURT/Abgänge: Cenk Tosun (Gaziantepspor) © Getty
Ümit Korkmaz (VfL Bochum/ausgeliehen) © dpa
VfB STUTTGART/Abgänge: Mauro Camoranesi (CA Lanus) © dpa
VfB STUTTGART/ZUGÄNGE: Shinji Okazaki (Shimizu S-Pulse) © dpa
BORUSSIA DORTMUND/Abgänge: Tamas Hajnal (VfB Stuttgart/verliehen bis Saisonende) © Getty
1. FC KAISERSLAUTERN: Zugänge: Adam Hlousek (Slavia Prag, ausgeliehen bis Saisonende) © Getty
ST. PAULI/Abgänge: Nils Pichinot (Carl-Zeiss Jena/verliehen bis Saisonende) © Getty

In Stuttgart stolperte Mainz ins neue Fußballjahr. Martin Harnik (79.) erlöste den VfB, es war der erste Sieg seit dem Amtsantritt von VfB-Trainer Bruno Labbadia. Für Dortmund rundete das Tor einen fast perfekten Spieltag ab; der Weg zur siebten Meisterschaft scheint nahezu frei.

Tabellensechster ist der SC Freiburg, der sich nach dem 2:2 (0: 1) beim FC St. Pauli wieder einmal bei Papiss Cisse bedanken kann. Der Senegalese verschoss zwar in der elften Minute einen Handelfmeter, sorgte aber dann zweimal für den Ausgleich (61. und 75.) - es waren seine Saisontore 14 und 15. Marius Ebbers (13.) und Gerald Asamoah (68.) trafen für St. Pauli.

Ausgerechnet Ruud van Nistelrooy bescherte dem Hamburger SV einen Start nach Maß in die Rückrunde. Der Stürmerstar, der offenbar mit einer Rückkehr zu Real Madrid liebäugelt, erzielte das Siegtor zum 1:0 (0:0) beim Vizemeister Schalke 04. Der Niederländer hatte vor dem Spiel für Wirbel gesorgt, weil er angeblich seine Freigabe für die Königlichen erzwingen wollte. Mit seinem Tor (53.) nach einer Flanke von Guy Demel verschaffte van Nistelrooy dem HSV wieder Anschluss an die Europapokal-Plätze.

Ex-Bundesligisten in den Amateurligen

Ex-Bundesligisten in den Amateurligen

Vielen Traditionsvereinen geht's finanziell schlecht. Sogar von Insolvenz und Abstieg in den Amateurbereich war immer wieder die Rede, so auch bei 1860 München. Die Löwen wurden am Ende gerettet, doch sie wären nicht die erste Mannschaft gewesen, die in den Niederungen des Amateurfußballs strandet. © Getty
Es gibt zwar Beispiele von Vereinen, die wieder auf die Beine gekommen sind. Etwa hat sich Fortuna Düsseldorf von der 4. in die 1. Bundesliga zurückgekämpft und der TSV 1860 von der 3. in die 1. Doch es gibt auch Ex-Bundesligisten, die in der Versenkung verschwunden sind. Sehen Sie hier eine Aufstellung der ehemaligen Bundesligisten, die heute in der 4. Liga oder tiefer spielen. © Getty
KFC Uerdingen: DFB-Pokalsieger 1985, heute Niederrheinliga (6. Liga) © Getty
Waldhof Mannheim: Bundesligist 1983-1990, heute Oberliga (5. Liga) © Getty
Rot-Weiss Essen: Deutscher Meister 1955, heute NRW-Liga (5. Liga) © Getty
Wattenscheid 09: Bundesligist 1990-1994, heute Westfalenliga (6. Liga) © Getty
Wuppertaler SV: UEFA-Pokal-Teilnehmer 1973/1974, heute Regionalliga (4. Liga) © Getty
Bor. Neunkirchen: drei Jahre in der Bundesliga, heute Oberliga (5. Liga) © Getty
FC Homburg: drei Jahre in der Bundesliga bis 1989/90, heute Regionalliga (4. Liga) © Getty
SV Darmstadt: zwei Jahre in der Bundesliga, heute in der 3. Liga (3. Liga) © Getty
Fortuna Köln: Bundesligist 1973/1974, heute NRW-Liga (5. Liga) © Getty
Lokomotive Leipzig: Europacup-Finalist 1987 und Bundesligist 1993/94 (als VfB Leipzig), heute Oberliga (5. Liga) © Getty
Preußen Münster: Bundesligist 1963/1964, heute in der 3. Liga. © Getty
Stuttgarter Kickers: Bundesligist 1988/89 und 1991/92, heute in der 3. Liga. © Getty
TeBe Berlin: Bundesligist 1974/1975 und 1976/77, heute Oberliga (5. Liga) © Getty
SSV Ulm 1846: Bundesligist 1999/2000, heute Regionalliga (4. Liga) © Getty
Das zweitgrößte Fahrstuhlteam: Tasmania Berlin: Bundesligist 1965/66, heute Landesliga (7. Liga) © dpa

Keine Stars, keine Punkte: Das galt für 1899 Hoffenheim. Nach den Turbulenzen der vergangenen Wochen mit den Abgängen von Luiz Gustavo und Top-Stürmer Demba verlor 1899 1:2 (0:1) bei Werder Bremen, das Debüt des neuen Trainers Marco Pezzaiuoli misslang. Für die kriselnden Bremer war das Spiel eine willkommene Aufbauhilfe. Torsten Frings erzielte in der 90. Minute den Siegtreffer. Das 1:0 durch Claudio Pizarro (36.) hatte Boris Vukcevic (87.) kurz zuvor gekontert.

Auch Borussia Mönchengladbach schaffte die Erlösung mit dem ersten Erfolg seit dem 13. November (4:0 beim 1. FC Köln). Das Tabellenschlusslicht setzte sich dank eines Tores von Roman Neustädter (8.) mit 1:0 (1:0) beim 1. FC Nürnberg durch. Der FCN, für den Javier Pinola einen Foulelfmeter verschoss (86.), liegt weiter im Tabellenmittelfeld. Damit wurden erst zum dritten Mal in der Liga-Geschichte an einem Spieltag vier von vier Elfmetern vergeben - erstmals seit 32 Jahren.

Die Überflieg (15.30 Uhr) und 1. FC Kaiserslautern gegen 1. FC Köln (17.30 Uhr). Hannover könnte im Falle eines Sieges seinen Rückstand auf Dortmund auf zwölf Punkte verkürzen und sich damit zum ersten BVB-Jäger aufschwingen.

sid

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