Revanche nach unschöner Trennung

Dynamo Dresden feiert Aufstieg! Alexander Schmidt gewinnt gegen Ex-Klub Türkgücü München

Mit 4:0 gewann Dynamo Dresden das Rückspiel gegen Türkgücü München am 37. Spieltag der 3. Liga. Die Sachsen feierten damit auch den vorzeitigen Aufstieg in die 2. Bundesliga.
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Mit 4:0 gewann Dynamo Dresden das Rückspiel gegen Türkgücü München am 37. Spieltag der 3. Liga. Die Sachsen feierten damit auch den vorzeitigen Aufstieg in die 2. Bundesliga.

Dynamo Dresden hat am 37. Spieltag der 3. Liga gegen Türkgücü München gewonnen. SGD-Coach Alexander Schmidt macht den Aufstieg gegen seinen Ex-Klub perfekt.

Dresden/München - Dynamo Dresden* spielt kommende Saison in der 2. Bundesliga. Mit 4:0 setzten sich die Sachsen am 37. Spieltag gegen Türkgücü München* durch. Damit schafft Coach Alexander Schmidt den Aufstieg ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub.

Dynamo Dresden nach 4:0-Sieg gegen Türkgücü München aufgestiegen - Trainer Alexander Schmidt schlägt Ex-Klub

Bereits vor dem Anpfiff war klar, dass die Partie eine besondere Geschichte schreiben könnte. Anfang Februar hatte Türkgücü seinen damaligen Coach Alexander Schmidt* nach fünf sieglosen Spielen entlassen. Der 52-Jährige übernahm dann im April Dynamo Dresden - und würde nun den direkten Wiederaufstieg mit der SG durch einen Sieg gegen den Ex-Klub perfekt machen.

Seine Vorfreude vor dem Spiel war entsprechend groß: „Die Geschichten schreibt oft nur der Fußball. Natürlich ist es brisant und kurios. Die Mannschaft ist top-frisch, da bin ich richtig positiv.“ Auch bei der Mannschaft habe er eine Mischung aus Vorfreude und Anspannung beobachten können. Obwohl es für Türkgücü sportlich um nichts mehr ging, war man nicht nur gekommen, um zu gratulieren. Coach Andreas Pummer betonte bei MagentaSport: „Wir wollen ein ordentliches Bild abgeben. Die Mannschaft ist motiviert.“

Insgesamt fünf Wechsel nahm der Trainer der Münchner im Vergleich zur 1:2-Niederlage gegen Verl vor. Kusic, Jakob, Erhardt, Röser und Tosun rückten für Zorba, Awoudja und Sliskovic (nicht im Kader) sowie für Gorzel und Laukart (beide Bank) in die Startelf. Ebenfalls wieder nicht im Kader: Der abwanderungswillige Sercan Sararer. Schmidt rotierte bei Dresden dreifach. Meier, Kade und Daferner begannen für Kwadwo, Hosiner (Bank) und Will (Gelbsperre).

Ursprünglich hätte das Spiel bereits am Samstag, 15. Mai, stattfinden sollen. Wegen mehrerer für diesen Tag angekündigter Querdenker-Demonstrationen war die Partie aber um 24 Stunden verlegt worden.

Die Anfangsphase war vor allem geprägt von Fouls. Aaron Berzel sah für Türkgücü bereits früh die erste gelbe Karte der Partie (13. Minute). Chancen waren hingegen Mangelware: Lediglich Yi-Young Park schoss einen Freistoß über 25 Meter aus zentraler Position mittig aufs Tor. Dynamo-Schlussmann Kevin Broll hatte damit keinerlei Probleme (5.).

Park mit haarsträubendem Rückpass, Königsdörffer entwischt Sorge - Dresden geht mit 2:0-Führung in die Halbzeit

Nach 15 Minuten unterlief Park dann ein haarsträubender Fehler: Unbedrängt wollte er den Ball aus dem Halbfeld zu seinem Torhüter zurückköpfen. Dynamo-Stürmer Christoph Daferner fing die zu kurze Rückgabe ab und lupfte das Spielgerät über den herausgeeilten René Vollath zum 1:0 für Dresden.

Türkgücü verlagerte das Spielgeschehen daraufhin zwar in die gegnerische Hälfte, wirkte jedoch ideenlos, beinahe unmotiviert. Es war anzumerken, dass es für die Münchner um nichts mehr ging. Dresden hingegen blieb effizient. Nach einem langen Ball entwischte Ransford-Yeboah Königsdörffer seinem Bewacher Alexander Sorge und schob den Ball durch die Beine von Vollath zum 2:0 und stieß die Tür zur 2. Bundesliga für die Dresdner sehr weit auf (27.).

Türkgücü kam auch danach offensiv nicht in Fahrt. Dresden verteidigte indes kompakt und lauerte auf Konter. Einen davon schob Heinz Mörschel links vorbei (34.). Kurz darauf verfehlte Julius Kade mit einem strammen Flachschuss vom linken Strafraumeck das Tor der Münchner knapp rechts (42.). Mit dem 2:0 ging es dann in die Halbzeit.

Mörschel und Vlachodimos erhöhen auf 4:0 für Dresden, Türkgücüs Berzel sieht rot, Fans feiern Aufstieg vor dem Stadion

Zum Wiederanpfiff wechselte Dresden doppelt, Niklas Kreuzer und Panagiotis Vlachodimos kamen für Agyemang Diawusie und Jonathan Meier. Türkgücü musste bereits in der 40. Minute verletzungsbedingt umplanen. Für Kilian Fischer ging es nicht weiter, ihn ersetzte Alexander Laukart. Zur Halbzeit kam dann noch Nico Gorzel für den unglücklichen Park.

Den Münchnern fehlte auch nach Wiederanpfiff der nötige Wille während Dresden gefährlich blieb: Philipp Hosiner, eben für Torschütze Königsdorffer eingewechselt, spielte einen Querpass im Strafraum auf Daferner, der den Ball aber etwas überhastet direkt nahm und so aus bester Position über das Münchner Tor schoss (57.). Kurz darauf fiel dann die Entscheidung. Hosiner ließ einen Pass in die Spitze für Mörschel abtropfen, der dann frei im Strafraum vor Vollath zum 3:0 einschoss (61.).

Damit war die Vorentscheidung gefallen. Berzel erwies Türkgücü noch einen Bärendienst und sah in der 67. Minute nach einem Foul die zweite gelbe Karte, durfte also vorzeitig zum Duschen gehen. Kurz darauf hatte Hosiner noch die Möglichkeit, das 4:0 zu erzielen, scheiterte aber an Türkgücü-Keeper Vollath (69.). Das Spiel plätscherte dann vor sich hin. Türkgücü fand offensiv nun gar nicht mehr statt. Dynamo ließ den Ball durch die eigenen Reihen laufen, wurde aber auch nicht mehr zwingend gefährlich. Vor dem Stadion feierten die Fans hörbar, zündeten Böller und Raketen. Es war klar, dass der Aufstieg geschafft ist.

In den letzten zehn Minuten verpassten Vlachodimos (80.) und der eingewechselte Leroy Kwadwo (85.) zunächst noch das vierte Tor. Mit dem Abpfiff erzielte Erstgenannter dann aber noch das 4:0 (90.) und machte die Aufstiegsfeier perfekt.

Durch den Sieg haben die Dresdner beim Auswärtsspiel gegen Wehen Wiesbaden kommenden Samstag um 13:30 Uhr noch die Möglichkeit, aus eigener Kraft Meister in der 3. Liga zu werden. Türkgücü empfängt zeitgleich zum Saisonabschluss noch Viktoria Köln. (Benedikt Strobach) *FuPa.net ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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