Knappe Abstimmung

Nach Wirbel um Corona-Todesfall: Kehrtwende in der 3. Liga - Klubs votieren für Liga-Neustart

Die Dritte Liga soll nun doch fortgesetzt werden. So oder so, das Grünwalder Stadion bleibt leer. Denn der Neustart geschieht, wenn dann, in Form von Geisterspielen.
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Die Dritte Liga soll nun doch fortgesetzt werden. So oder so, die Stadien wie das Grünwalder Stadion, bleiben leer. Denn der Neustart geschieht, wenn dann, in Form von Geisterspielen.

Nach dem Todesfall im Umfeld von Waldhof Mannheim gab es Stimmen, die einen Abbruch der Saison forderten. Nun sieht es allerdings nach einem Neustart aus.

  • Waldhof Mannheim setzt sich für ein vorzeitiges Saisonende in Liga drei ein.
  • Nach einem Corona-Todesfall im Vereinsumfeld verstärkt der Tabellenzweite die Forderung.
  • Vor einer heute stattfinden Videokonferenz äußern manche Rivalen Kritik.

Update vom 27. April, 20.03 Uhr: Die Vereine der 3. Liga haben sich offenbar auf eine Fortsetzung der wegen der Corona-Pandemie unterbrochenen Saison geeinigt. Nach dpa-Informationen stimmten am Montag während einer Videokonferenz zehn Vereine dafür und acht dagegen, zwei Klubs enthielten sich. Zuvor waren auch Stimmen eines sofortigen Saisonabbruchs laut geworden (siehe Erstmeldung).

Wie verfahren die anderen europäischen Ligen in Sachen Wiederaufnahme des Spielbetriebs? Eine Übersicht von England bis zur Schweiz.

Dritte Liga: Wirbel um Corona-Todesfall - vorzeitiger Saisonabbruch?

Erstmeldung vom 27. April: Mannheim/Halle - Wie und ob überhaupt die wegen Corona unterbrochene Drittliga-Saison weitergeht, ist nach wie vor unklar. Eine Forderung des Tabellenzweiten SV Waldhof Mannheim sorgt bei einigen Konkurrenten für Wirbel: Die Begründung des Aufsteigers für einen umgehenden Saisonabbruch ist von Drittligarivalen kritisiert worden. Die Mannheimer hatten sich zuvor aufgrund eines Todesfalls im direkten Umfeld eines SVW-Spielers gegen eine Weiterführung der wegen der Corona-Pandemie unterbrochenen Spielzeit ausgesprochen. 

Die Reaktionen aus dem Lager der Konkurrenz ließen nicht lange auf sich warten: „So ein Vorgang hat ja auch eine ethische Komponente. Ich kann für mich persönlich sagen, dass ich diesen Weg so nicht gewählt hätte“, sagte Chemnitz-Präsidentin Romy Polster in der Bild. Viele Vereine sind aufgrund der abrupten Spielpause und der ungewissen Zukunft von finanziellen Nöten* geplagt.

Dritte Liga mit Corona-Pause: Klubs mit unterschiedlichen Ambitionen

Hansa Rostocks Vorstandsvorsitzender Robert Marien äußert sich ebenfalls über den Fall in Mannheim: „Unser aufrichtiges Beileid an die Familie. Aber die Art und Weise, so etwas zu lancieren und die Ankündigung, es zu veröffentlichen, lässt sich streiten.“ Die Mannheimer stehen in Liga drei überraschend gut da und könnten als Zweiter bei einem verfrühten Abbruch in die Zweite Bundesliga aufsteigen. Der Klub setzt sich schon länger für einen endgültigen Stopp der Spielzeit 2019/2020 ein, einige andere Drittligisten pflichten Waldhof Mannheim bei:

Wie die Rheinpfalz am Samstag berichtete, sei kürzlich der Vater eines Waldhof-Profis an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. In dem Artikel beruft sich die Zeitung auf eine E-Mail von Waldhof-Geschäftsführer Markus Kompp, in welcher dieser den DFB und andere Drittliga-Klubs über den Todesfall informiert hat. „Nach Rücksprache mit dem Spieler kann ich bestätigen, dass es diese E-Mail gibt“, sagte Kompp dem Blatt.

Dritte Liga: Heute Videokonferenz - Elf Spieltage stehen noch aus

Weil nicht ausgeschlossen werden kann, dass es bei Geisterspielen* zu weiteren Infektionen und möglicherweise zu Todesfällen kommen kann, spricht sich die Vereinsführung von Waldhof Mannheim für einen Abbruch der Spielzeit aus. Elf Spieltage stehen noch aus.

Unterdessen will Bernd Wiegand, Oberbürgermeister von Halle/Saale, dem ortsansässigen Drittligisten Hallescher FC keine Erlaubnis für mögliche Geisterspiele erteilen. Auch Spiele ohne Zuschauer seien nach aktuellem Stand "mit den gegebenen Regeln zu Abstand und Sicherheit nicht zu verantworten", sagte der parteilose Politiker der Mitteldeutschen Zeitung. "Eine Sonderstellung des Fußballs" bezüglich der Lockerungsmaßnahmen werde es nicht geben, ergänzte Wiegand, der sich kürzlich mit seinem Stab im Halle-Stadion ein Bild von den Bedingungen gemacht hatte. Halle gehört in der 3. Liga zu den Klubs, die gegen eine Fortsetzung mit Geisterspielen sind.

Eine Tendenz, wie es in Deutschlands dritthöchster Spielklasse* weitergeht, könnte es schon bald geben: Am heutigen Montag ist eine Videokonferenz aller 20 Vereine über das weitere Vorgehen angesetzt.

Unterdessen lässt der DFB-Präsident aufhorchen: Ist ein Pokalfinale mit Zuschauern wirklich ein Thema?

PF mit dpa

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