Stimmen zum Spiel Dresden gegen Türkgücü

Dynamo Dresden - Türkgücü München: Pummer spricht von Geschenken, Schmidt über seine Zukunft

Türkgücü München-Trainer Andreas Pummer ballt vor dem Spiel gegen Dynamo Dresden eine Faust.
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Vor dem Spiel bei Dynamo Dresden kündigte Türkgücü-Coach Andreas Pummer an, nicht nur zum Gratulieren gekommen zu sein. Nach der 0:4-Niederlage sprach er dann von verteilten Geschenken seiner Mannschaft

Dynamo Dresden hat gegen Türkgücü gewonnen und den Aufstieg geschafft. Andreas Pummer spricht von verteilten Geschenken, Alexander Schmidt über seine Zukunft.

Dresden/München - Dynamo Dresden* spielt kommende Saison in der 2. Bundesliga. Mit 4:0* setzten sich die Sachsen am 37. Spieltag gegen Türkgücü München* durch. Damit schafft SGD-Coach Alexander Schmidt den Aufstieg ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub, bei dem er im Februar entlassen wurde*.

Wir haben die Stimmen zum Spiel gesammelt.

Andreas Pummer, Trainer von Türkgücü München, nach dem Spiel über ...

... den Dresdner Aufstieg: „Mit Sicherheit muss man Dresden zum Aufstieg gratulieren. Ich denke, sie waren über die Saison gesehen die beste Mannschaft, hatten auch den besten Etat. Gratulation zum Aufstieg. Ich hätte es gern gehabt, dass Dresden aufsteigt, nur nicht heute. Dementsprechend haben wir ihnen heute leider Geschenke verteilt und das war nicht in unserer Absicht.“

... die Leistung seiner Mannschaft: „Ich denke, dass wir gar keine schlechte Partie gezeigt haben, aber leider die individuellen Fehler gehabt haben. Gerade beim 1:0 und 2:0 haben wir die Gegner zum Toreschießen eingeladen und dann kannst du auch hier nichts holen heute.“

Alexander Schmidt, Trainer von Dynamo Dresden, nach dem Spiel über ...

... seine Gefühlslage nach dem Sieg: „Es ist eine absolute Befreiung der ganzen Mannschaft. Man merkt ja, die Anspannung war jetzt doch hoch. Wir haben‘s alle versucht, zu verdrängen, es war aber schon was da. Umso froher bin ich jetzt.“

... die Feier der Spieler auf dem Platz: „Ich glaube einfach, dass diese Spannung über die gesamte Saison geherrscht hat. Dynamo war ja eigentlich klarer Favorit und das ist natürlich Druck für die Jungs. Das fällt jetzt gefühlt alles ab.“

... die Leistung seines Vorgängers: „Ich muss jetzt erstmal meinen Vorgänger loben, Markus Kauczinski. Ich weiß nicht, wie viele Spieltage er auf Platz eins war. Bestimmt 12 bis 15. Es ist auch seine Meisterschaft. Ich habe mit ihm einen sehr guten Draht, wir waren gemeinsam beim Fußballlehrer. Er hat mir mit auf den Weg gegeben: ‚Bring das Ding nach Hause‘. Und jetzt auf diesem Weg: Markus, wir haben es nach Hause gebracht! Es ist auch dein Verdienst.“

... wie heute noch gefeiert wird: „Ich habe keinen Plan, aber ich habe gehört, dass unter Corona-Auflagen einfach eine interne kleine Feier stattfindet. Natürlich muss man mit den Auflagen aufpassen. Ich glaube, da lassen sich die Jungs schon was einfallen.“

... wie es bei ihm selbst weitergeht: „Ich glaub, es gibt ein gutes Ende.“

Yannick Stark, Kapitän von Dynamo Dresden, nach dem Spiel über ...

... die schönste Bierdusche seines Lebens: „Heute ist alles erlaubt. Heute können sie mir drei Eimer Bier drüberleeren, kein Problem.“

... den abfallenden Druck: „Es fällt schon ein Druck ab, aber es überwiegt die Freude. Wir haben die ganze Saison darauf hingearbeitet. Es ist sehr schön, dass wir das heute hier klar gemacht haben, Zuhause im eigenen Stadion, leider ohne Fans. Aber das war unser Ziel und es fühlt sich sehr gut an gerade.“

... die Einzigartigkeit der Mannschaft: „Ich glaube, der Zusammenhalt. Wir waren ein neu zusammengewürfelter Haufen, haben uns sehr schnell zusammengefunden. Rückschläge immer wieder weggesteckt, schlechte Phasen gehabt, Verletzungspech, Covid-Erkrankung. Ich glaube, wir haben nichts ausgelassen diese Saison und umso höher ist der Erfolg zu bewerten.“

... die Vorfreude auf die 2. Liga: „Wir haben unendlich viel Bock. Man spricht und spekuliert von der geilsten 2. Liga, die es seit langem gab. Ich glaub, wir als Dresden gehören da absolut dazu und ich hab absolut Lust darauf.“

... eine mögliche Vetragsverlängerung mit Trainer Alexander Schmidt: „Das liegt nicht in meiner Verantwortung, aber ich hab nix dagegen.“

Kevin Broll, Torwart von Dynamo Dresden, nach dem Spiel über ...

... seine Gefühlslage: „Es ist ein Wahnsinnsgefühl, das jetzt geschafft zu haben mit so viel Hindernissen in der Saison. Viele Verletzte, viele Ausfälle, Corona, Quarantäne, Arbeitsquarantäne und ‚hastdunichtgesehen‘. Hatten andere Mannschaften auch, in den unteren und oberen Ligen. Ich will jetzt wegen dem Kack nicht rumjammern. Das haben wir alle gemeinsam weggesteckt, viele junge Leute, viele neue Leute gehabt. Wir haben Dynamo Dresden gelebt und so kommt das alles zustande.“

... das Heißmachen der Mannschaft vor dem Spiel: „Ich habe gesagt, dass sie das Herz aufm Platz lassen sollen, sich zerreißen sollen. Dass jeder da ist und den Rücken von den anderen deckt. Das hab ich den Jungs nochmal mitgegeben. Das schwirrte mir schon seit paar Tagen rum. Ich wollte aber nicht in der Ksbine groß reden. Da dachte ich mir, ich mach kurz einen Kreis, um zwei, drei Sätze zu verlieren und die Jungs nochmal heiß zu machen. Das hat ja ganz gut geklappt.“

... den Druck, der jetzt entweicht: „Es wird viel Druck entweichen. Ich hatte jetzt aber nicht das Gefühl, dass wir als Mannschaft diese Drucksituation immer hatten. Klar, es gab mal paar Phasen, wo wir wirklich gefühlt den Kopf schon in den Sand gesteckt hatten, aber wir sind da immer wieder rausgekommen und haben uns immer wieder hochgepusht. Das ist einfach die Qualität und die Monster-Mentalität von uns, und die Ruhe, die Ausstrahlung von den älteren Spielern auf dem Platz. Das war eine super Mischung, eine wahnsinnig gute Mischung, was hier auf dem Teppich geliefert wurde. Ich bin unfassbar stolz auf meine Jungs. Dass wir das geschafft haben, im ersten Anlauf, ist Wahnsinn.“

... das Umfeld der Mannschaft: „Der (Team-Betreuer, Anm. d. Redaktion) hat sich auch für uns den Arsch aufgerissen. Der hat die Sachen gut gemacht als Betreuer. Da war gar nichts zu beanstanden. Da sieht man halt, dass auch ein Betreuer mit der Mannschaft mitfiebert und die Wertschätzung von uns zurückbekommt. Deswegen haben wir ihn hochleben lassen.“

... die 18 weißen Westen der SGD: „Das ist gut, aber auch ein Verdienst der ganze Mannschaft. Natürlich haben die Mannschaften drumherum auch viel Qualität, einzelne Spieler haben auch eine sehr hohe Qualität. Wenn man sieht wie sich heute jeder in die Schüsse reingeworfen und die Lücken zugemacht hat, das ist auch Verdienst der Mannschaft. Heute hatte ich nicht sehr viel zu tun, mein Trikot ist relativ sauber, noch nicht mal nassgeschwitzt. So Tage gibt es mal. In Verl kriegst du die Bude vollgehauen und hier hast du nichts zu tun, das ist der Verdienst der Mannschaft, von vorne bis hinten. Von der Tribüne bis... keine Ahnung wohin.“

Heiko Scholz, Co-Trainer von Dynamo Dresden, nach dem Spiel über ...

... seinen nassen Hut: „Ich hab denen das vorher gesagt. Wer mich nassmacht, der wird das die Woche spüren im Training. Leider weiß ich noch nicht, wer es war. Aber ich denke mal, das gehört dazu. Ich bin ja Profi und habe doppelte Kleidung mit.“

... die Feier-Planungen: „Ich weiß nicht, wir haben nichts vorbereitet und wissen von nichts. Wir wollten einfach das Spiel jetzt hier und heute entscheiden, damit wir gegen Wehen Wiesbaden nicht noch was brauchen. Das haben wir geschafft. Ich denke schon, dass heute ein bisschen gefeiert wird.“

... die Mannschaft: „Von der ersten bis zur letzten Minute Vollgas. Höhen und Tiefen haben wir. Man muss heute auf die Aufstellung gucken: Wieder mit Abstand die jüngste Mannschaft. Dass da Höhen und Tiefen sind in einer Saison, ist völlig klar. Aber die Stimmung in der Kabine war super. Wir haben eine gut zusammengestellte Mannschaft, wo auch der 24. Spieler mitjubelt, auch wenn er mal nicht dabei war. Das war ein Riesen-Zusammenhalt und deswegen freue ich mich für die junge Truppe, dass sie es so geschafft hat. Ich hoffe, dass sie so zusammenbleibt. Dann kann man in den nächsten Jahren hier was aufbauen.“

... die anstehenden Spiele: „Erstmal haben wir Pokal am Mittwoch, da wollen wir dann in Leipzig gewinnen. Dann gucken wir mal, dass wir alles so mobilisieren, dass wir noch Meister werden.“

Christoph Daferner, Spieler von Dynamo Dresden, nach dem Spiel über ...

... den Aufstieg: „Ich kann es noch gar nicht so richtig glauben. Es war so eine lange Saison mit so vielen Aufs und Abs. Jetzt ist der Moment gekommen und irgendwie ist es noch gar nicht so real, aber das Ziel vor der Saison war ganz klar der Wiederaufstieg und das haben wir heute zum Glück erreicht.“

... die Leistung der Mannschaft während der Saison: „Ich würde schon sagen, dass wir zwe-, dreimal auf dem Boden lagen und richtig auf die Fresse bekommen haben. Dass wir immer wieder aufgestanden sind, zeichnet unsere Mannschaft aus. Dass wir auch nach einer Niederlage immer wieder gekommen sind und nie aufgesteckt haben. Wir haben immer an uns geglaubt. Die Team-Chemie hat immer gepasst. Wir sind nicht nur eine Gruppe, sondern auch ein Team. Das ist einfach so ein großer Zusammenhalt bei uns. Das ist schon sehr wichtig. Nicht immer das beste Team mit den besten Einzelspielern steigt auf, sondern auch, das Team mit dem stärksten Zusammenhalt.“

... seinen Jubel mit dem Greenkeeper: „Ich unterhalte mich bei jedem Spiel mit ihm. Ich bin noch nicht so lange da. Nach jedem Heimspiel kam es dazu, dass wir einfach ein bisschen quatschen. Er hat uns und besonders mir immer wieder Mut zugesprochen, hat immer ‚Kopf hoch‘ gesagt, wenn mal ein nicht so gutes Spiel dabei war. Dann bin ich zur Eckfahne gelaufen und habe ihn gesehen. Da dachte ich mir, ‚komm, mach ich ihm eine Freude‘, und laufe zu ihm.“

... die Frage, ob Dresden nächste Woche Drittliga-Meister wird: „Ja.“

Patrick Wiegers, verletzter Spieler von Dynamo Dresden, in der Halbzeit über ...

... die Leistung seines Teams: „Ich finds bemerkenswert, wie die Jungs auftreten. Mit einer Entschlossenheit, mit einer Energie, mit Emotion. Die Jungs machen das super.“ Stimmung im Team: „Wir haben uns auch immer wieder selbst vorgeschrieben, den Blick nicht zu sehr auf alles drumherum lenken sollten, sondern einfach fokussiert bleiben müssen.

Andreas Pummer, Trainer von Türkgücü München, vor dem Spiel über ...

... die Bedeutung der Rest-Saison für Türkgücü: „Dass wir ein ordentliches Bild abgeben. Wir sind mit Sicherheit nicht hierher gefahren, um zu gratulieren, sondern wollen auf jeden Fall was mitnehmen. Die Mannschaft ist motiviert, jetzt müssen wir schauen, dass wir das auf den Platz bringen.“

... den Auftritt seiner Mannschaft, um etwas mitzunehmen: „Beherzt, selbstbewusst und mutig. Die Mannschaft hat das in sich. Ob sie es auf den Platz bringt, werden wir jetzt dann sehen. Wir können viel reden und tun die ganze Woche. Im Endeffekt ist die Mannschaft gefragt, dass sie auf dem Platz dann auch die Antwort gibt.“

... die Startaufstellung: „Alles andere als eine leichte Woche. Wir haben leider sehr viele Verletzte. Sercan hat die Woche trainiert, ist wieder verletzungsbedingt ausgefallen. Sliskovic fällt aus, Maier, Barry. Zorba jetzt auch noch kurzfristig verletzt. Das ist wirklich nicht einfach, aber ich denke, die Mannschaft, die wir auf dem Platz haben, und die Jungs, die im Kader stehen, haben absolute Qualität, auf dem Platz zu stehen und um drei Punkte zu kämpfen.“

Alexander Schmidt, Trainer von Dynamo Dresden, vor dem Spiel über ...

... die Frage, ob er an das Schicksal glaubt: „Ab und zu.“

... die Konstellation, gegen den Ex-Klub aufsteigen zu können: „Die Geschichten schreibt oft nur der Fußball. Jetzt ist es so und natürlich ist es bisschen brisant und kurios.“

... die Geschichte des Tages für Dynamo Dresden: „Ich bin in jedem Spiel überzeugt von unserer Mannschaft. Sie marschieren, sie machen, sind engagiert und Qualität haben sie. Wenn sie es heute wieder auf den Platz bringen, sie sind frisch. Das einzige Spiel, wo wir vielleicht nicht so frisch waren, war gegen Verl, weil sie da einfach jeden zweiten Tag gespielt haben. Aber heute sind sie top-frisch, da bin ich positiv.“

... die Mischung aus Vorfreude und Nervosität in den letzten Wochen: „Ich finde, eine Anspannung gehört dazu. Ich hab die Mannschaft jetzt nicht nervös gesehen, sondern einfach mit einer Vorfreude. Und natürlich mit einer gewissen Anspannung, die auch dazu gehört.“

... besondere Maßnahmen vor dem Spiel: „Wir haben alles normal gemacht, aber auch in der Kabine Videos von Familienangehörigen angeschaut, die noch eine Botschaft überbringen. Das war ganz cool und sehr emotional. Es ist einfach emotional, wenn dann einfach die Frau spricht oder der Vater, die Mutter oder sonst wer und viel Glück wünscht. Hat schon was gehabt.“

... sein persönliches Gefühl vor dem Spiel: „Ich hab schon eine große Vorfreude und bin heiß, wie die Mannschaft. In diesem Sinne wollen wir die drei Punkte einfahren.“ *fupa.net/Oberbayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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