Neuer VfL-Coach bangt um Dzeko

+
Wer Edin Dzeko will, muss 40 Millionen Euro bezahlen.

Wolfsburg - Kurz vor Ablauf der Frist gibt es noch kein Angebot für Edin Dzeko, den teuersten Fußballprofi der Bundesliga-Geschichte. Der neue VfL-Coach sorgt sich aber.

Der neue Trainer kam für eine Stippvisite nach Wolfsburg, doch die wichtigste und spannendste Frage beim VfL blieb ungeklärt: Bleibt 40-Millionen-Stürmer Edin Dzeko oder muss sich der entthronte deutsche Meister Ersatz für den besten Torjäger der Fußball-Bundesliga suchen.

“Bis Montag haben wir nicht unter Kontrolle, was passiert“, sagte der VfL-Coach Steve McLaren am Mittwoch bei seiner Vorstellung in Wolfsburg und betonte: “Ich will ihn nicht verlieren.“ Fünf Tage Ungewissheit bleiben dem ersten englischen Trainer in der höchsten deutschen Spielklasse noch.

Die kuriosesten Geschichten der Bundesliga-Saison

 © Getty
GEISTERSCHÜTZEN: Beim 3:5 in Gladbach sorgt Hannover 96 für ein Novum in der Liga. Karim Haggui erzielt gleich zwei Eigentore, sein Mitspieler Constant Djakpa (Foto) trifft ebenfalls ins eigene Netz. Aller schlechten Dinge sind drei. “Eigentlich kann man nur darüber lachen - wenn es nicht so traurig wäre“, sagt der tunesische Nationalspieler Haggui. © Getty
BRILLENDIEB: Beim Spiel des VfB Stuttgart in Mainz rammt Ex- Nationalkeeper Jens Lehmann kurz vor Schluss Aristide Bancé im Strafraum zu Boden und sieht Rot. Durch den fälligen Strafstoß muss der VfB noch das 1:1 hinnehmen. Lehmann flüchtet aus dem Stadion, auf der Suche nach einem Taxi. Einem Fan, der ihn anspricht, reißt er die Brille von der Nase und gibt sie ihm erst auf hartnäckige Nachfrage wieder. © Sky/DSF
FRECHER KERL: Und wieder steht Lehmann (hier beim Schiri-Protest) im Mittelpunkt. Beim Stande von 0:1 in Hannover stürmt der VfB-Keeper auf Balljunge Aron Schulz zu. Der 14-Jährige wirft den Ball über Lehmann hinweg - und bringt ihn damit zur Weißglut: “Unfassbar, hier sind sogar die Balljungen Betrüger.“ Ein paar Monate später die Versöhnung im ZDF-Sportstudio: Der 40 Jahre alte Profi umarmt den Teenager: “Ist doch alles nicht so schlimm.“ © Getty
DER ARME TOR: Früher gab es “Pannen-Olli“ für solche Szenen. André Lenz, Schlussmann des VfL Wolfsburg, sieht in Leverkusen denkbar unglücklich aus. Zuerst rutscht ihm der Ball durch die Hände - 0:1, dann legt er mit einem Eigentor nach - 0:2. Dabei blieb's. Der Stellvertreter von Diego Benaglio entschuldigt sich bei der Mannschaft - und verblüfft mit der Erklärung: Ohne sein Zutun “hätte der VfL hier 2:0 gewonnen“. © Getty
DOPPEL-JOKER: Eintracht Frankfurt hätte Juvhel am liebsten in Gold gefasst. Der 19-jährige Tsoumou mit dem glanzvollen Vornamen ist erst vier Minuten auf dem Platz, als er in der 87. Minute das 1:1 gegen den großen FC Bayern erzielt. 104 Sekunden später trifft in Martin Fenin ebenfalls ein Einwechselspieler zum überraschenden 2:1. “Das war wie in einem Weltmeisterschaftsfinale“, sagt Tsoumou. © Getty
KURZARBEITER: Nach 188 Sekunden war für den Mainzer Mittelfeldstrategen Andreas Ivanschitz die Partie in Nürnberg beendet - Rote Karte. So schnell war noch nie ein Bundesliga-Profi vom Platz geflogen. Der Österreicher hatte versucht, “Club“-Abwehrspieler Javier Pinola in den Allerwertesten zu treten. Manager Christian Heidel machte Ivanschitz für die Niederlage verantwortlich: “Eigentlich müsste er die Reisekosten übernehmen.“ © Getty
WIEDERHOLUNGSTÄTER: Der gerade eingewechselte Hertha-Ersatzkeeper Sascha Burchert kassiert beim 1:3 gegen den HSV zwei fast identische Tore innerhalb von drei Minuten. Zweimal will der 19-Jährige durch Flugkopfbälle retten, dann treffen David Jarolim aus 25 und Zé Roberto aus 40 Metern mit Bogenlampen ins verwaiste Tor. “Ich habe zwei Bälle geklärt. Ich trage an den Toren keine Schuld“, meinte der blamierte Keeper. © Getty
PECHVÖGEL: Für Absteiger Hertha BSC kam's ganz dick in dieser Saison. Unvermögen, unglückliche Gegentore, zweifelhafte Schiedsrichter- Entscheidungen. Gegen den 1. FC Köln haben die Berliner 16:2 Torschüsse - und verlieren 0:1. Sinnbildlich für den Absturz: Raffael trifft innerhalb von sechs Sekunden erst den rechten, dann den linken Torpfosten. © Getty
GESTÜRZTER TRAINER: Bei Bayern Münchens 3:2 in Bremen rennt Siegtorschütze Arjen Robben auf Louis van Gaal zu, der weicht zurück, stolpert und fällt hin. Am Ende liegen beide Niederländer jubelnd am Boden. Großes Gelächter, als die Spieler sich später die Szene im Fernsehen anschauen. Robben: “Das sah sehr komisch aus. Ich glaube, er ist ausgerutscht. Das ist natürlich ein Spaß für die Mannschaft.“ © Getty
CRASH-TEST-DUMMY: Maik Franz von Eintracht Frankfurt gilt als einer der härtesten Knochen im Profigeschäft, der weder sich selbst noch die Gegner schont. Einer war allerdings härter als “Iron Maik“: Im Training prallte der Abwehrspieler gegen einen der “Pappkameraden“, die gerne für Freistoßübungen verwendet werden. Die Folge: eine tiefe Risswunde unter dem linken Knie, die mit vier Stichen genäht werden musste. “Dummer Dummy“, meint Franz. © Getty

Kurz vor Ablauf der Frist gibt es noch immer kein Angebot für den teuersten Fußballprofi der Liga-Geschichte, aber VfL-Geschäftsführer Dieter Hoeneß sagte: “Es kann jede Stunde passieren, dass einer der großen Clubs ihn haben will.“ Der bosnische Nationalstürmer kann bis zum 31. Mai für eine festgeschriebene Ablösesumme von 40 Millionen Euro den VfL verlassen. Hoeneß betonte: “Unter der fixierten Summe wird Edin sicher nicht gehen.“ Anderseits ist klar: “Wenn es das Angebot gibt und er gehen will, können wir das nicht verhindern.“

Der bosnische Nationalstürmer, in der abgelaufenen Saison Gewinner der Torjäger-Kanone, hat immer wieder den AC Mailand als seinen Traumverein angegeben. Noch aber kann Hoeneß nur wiederholen, dass es “kein ernsthaftes Angebot“ gebe: “Die Voraussetzungen für einen Wechsel sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht erfüllt.“

Dzeko ist das wichtigste Puzzle-Teil für den drei Tage in Wolfsburg weilenden McLaren, denn im Falle eines Wechsels wäre die Suche nach einem neuen Topstürmer vorrangig. “Das erste, was ich zu Dieter gesagt habe, ist: 'Um erfolgreich zu sein, muss man die besten Spieler halten'“, erklärte McClaren und versicherte: “Ich würde Edin lieber behalten. Stürmer sind sehr sehr wichtig. Den Wert von solchen Stürmern kennen wir ja. Das sind 70, 80 oder 100 Millionen.“

Bis zur Entscheidung hat der neue Coach ein anders Thema als vorrangig ausgemacht: “Die Tore, die wir bekommen haben, waren zu viel. Und das ist ein Problem.“ Welche Spieler geholt werden können, hängt allerdings davon ab, ob der VfL für die Einkäufe 40 Millionen Euro zusätzlich in der Kasse hat.

So oder so wird bei der VW-Tochtergesellschaft investiert, denn die Marschroute für den neuen Coach des gestürzten Meisters ist klar. “Ich will den Club dahin führen, wo er war.“ Titel-Erfahrung hat der 49-Jährige, der als erster Engländer seit der Bundesliga-Gründung 1963 bei einem deutschen Team auf der Bank sitzen wird. Zuletzt führte McClaren Twente Enschede zur niederländischen Meisterschaft.

Davor erntete er allerdings Hohn und Spott als englischer Nationalcoach. Nach der verpassten Qualifikation für die EM 2008 witzelten englischen Medien über den “Trottel mit dem Regenschirm“, weil er bei der 2:3-Heimpleite gegen Kroatien Schutz vor dem strömenden Regen gesucht hatte. “Es war eine der besten Entscheidungen, von England fort zu gehen“, sagte McClaren nun.

dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Torwart rastet in der B-Klasse München aus - Trainer: „Diese Gewalt in 20 Jahren nie erlebt“
Torwart rastet in der B-Klasse München aus - Trainer: „Diese Gewalt in 20 Jahren nie erlebt“
Wieder Ärger um Neymar: Was machte er da in Barcelona?
Wieder Ärger um Neymar: Was machte er da in Barcelona?
Premier League: So sehen Sie FC Liverpool gegen Manchester City heute live im TV und im Live-Stream
Premier League: So sehen Sie FC Liverpool gegen Manchester City heute live im TV und im Live-Stream
Bundesliga-Hammer: Jürgen Klinsmann kehrt nach Deutschland zurück - Erster Auftritt am Samstag
Bundesliga-Hammer: Jürgen Klinsmann kehrt nach Deutschland zurück - Erster Auftritt am Samstag

Kommentare