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Einigung: Oenning bleibt HSV-Coach

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Bleibt Coach in Hamburg: Michael Oenning. © dpa

Hamburg - Der Hamburger SV hat sich mit Michael Oenning grundsätzlich darauf verständigt, dass der bisherige Interims- zum Cheftrainer befördert wird. Die HSV-Profis finden die Entscheidung gut.

Die Club-Bosse sind von ihm überzeugt, die HSV- Profis sind begeistert, und auch “Uns Uwe“ ist voll des Lobes für Michael Oenning: Die Beförderung des 45 Jahre alten Fußball-Lehrers vom Interims- zum Chefcoach des Hamburger HSV trifft beim Bundesliga- Dino auf breite Zustimmung. “Ich habe einen sehr guten Eindruck von ihm gewonnen. Es ist doch in Ordnung, Oenning jetzt eine Chance zu geben“, sagte HSV-Idol Uwe Seeler am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. “Es ist gut und richtig, wenn der HSV einen Neuanfang macht. Wir sollten ihn in Ruhe eine neue Mannschaft aufbauen und uns überraschen lassen. Das läuft oft besser, als man denkt“, so das HSV-Urgestein.

Vom positiven Echo inspiriert läutete Oenning am Dienstag mit zwei Schichten bei strahlendem Sonnenschein seine Cheftrainer-Ära beim HSV engagiert ein. “Ich bin sehr stolz, dass ich als Trainer beim HSV weiterarbeiten kann“, sagte er und gab sich vor der lange auf ihn wartenden Presse kämpferisch. “Die Europa-League-Teilnahme habe ich noch nicht abgeschrieben“, meinte er - und kündigte für die njeue Saison Veränderungen an: Der Kader soll verkleinert und verjüngt werden: “Vom höchsten Altersschnitt der Liga müssen wir runter.“

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Generell ist sein Ziel, “guten offensiven Fußball zu bieten“, betonte Oenning, der diese Vorgabe gern weiterhin gemeinsam mit Ex-Profi Rodolfo Cardoso (Oenning: “Das passt gut“) in die Tat umsetzen möchte. “In den nächsten Tagen“ werde darüber mit den HSV-Verantwortlichen ebenso verhandelt wie über Gehalt und Laufzeit des neuen Vertrages.

Tags zuvor hatte die Führung des Traditionsclubs Oenning, der am 13. März den Job vorübergehend vom gefeuerten Armin Veh übernahm, das Vertrauen ausgesprochen. Nach den neuen HSV-Vorständen Carl Edgar Jarchow und Joachim Hilke gab auch der extra aus London angereiste künftige Sportdirektor Frank Arnesen (derzeit noch FC Chelsea) sein Okay. Beide hatten sich in Gesprächen angenähert. Immerhin setzte sich der bis 2012 unter Vertrag stehende Oenning - freilich auch als günstigere Lösung - gegen ein “Pfund“ wie Morten Olsen durch.

Wer ist der Mann, der es als Aktiver “nur“ bis in die Oberliga schaffte? Als Coach hat sich Oenning förmlich hochgedient. Der gebürtige Coesfelder, der ein Lehramtsstudium (Deutsch und Sport) abgeschlossen hat, startete 1999 beim Württembergischen Verband und zählte zugleich zum Trainerstab der deutschen U18- und U20- Auswahlteams. Im Vereinsfußball war er als Assistent bei Borussia Mönchengladbach, dem VfL Wolfsburg und dem 1. FC Nürnberg tätig, wo er 2008 erstmals zum Chefcoach aufstieg. Nach seiner Entlassung und einer Pause fand er im Sommer 2010 die neue Herausforderung beim HSV.

Dort kommt auf den leidenschaftlichen Hobby-Pianisten, dem ein gutes Händchen vor allem mit Talenten nachgesagt wird, ein Neuaufbau unter schwierigen Bedingungen zu. Denn der HSV muss teure Spieler abgeben und seine Kosten für den Kader von derzeit 47 auf rund 35 Millionen Euro senken. Da würde es passen, wenn er im Stil von einst Rohdiamanten wie Ilkay Gündogan (1. FC Nürnberg), Stefan Reinartz (Bayer Leverkusen) oder den heutigen HSV-Profi Dennis Diekmeier entdecken und zu Top-Leuten formen könnte.

“Oenning war in Nürnberg mein Entdecker. Man sieht jetzt schon, dass er zu unserer Mannschaft passt“, sagte Diekmeier über den im HSV-Team beliebten Übungsleiter. “Er hat eine klare Spielphilosophie und bewiesen, dass es mit ihm Sinn macht“, lobte David Jarolim in der “Hamburger Morgenpost“ (Dienstag) Oenning. “Ich habe den Eindruck, dass sich jeder einzelne Spieler unter ihm verbessern wird.“

dpa

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