Knapper Sieg gegen Nürnberg

Eintracht schleicht sich an die Spitze

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Sebastian Rode jubelt mit Takashi Inui, der das Tor zum zwischenzeitlichen 2:0 markiert hat.

Nürnberg - Viertes Spiel, vierter Sieg: Mit dem besten Bundesliga-Start in der Vereinsgeschichte ist Eintracht Frankfurt zumindest für eine Nacht an die Tabellenspitze gestürmt.

Die Hessen, die zuletzt vor 13 Jahren nach einem kompletten Spieltag ganz oben gestanden hatten, gewannen dank der Tore von Erwin Hoffer (25.) und Takashi Inui (60.) verdient 2:1 (1:0) beim 1. FC Nürnberg. Sollte Bayern München am Samstag nicht auf Schalke gewinnen, bliebe der Aufsteiger ganz oben. Der Club kam durch den eingewechselten Sebastian Polter nur noch zum Anschlusstreffer (76. ).

„Es hätte auch ein Unentschieden werden können“, sagte Eintracht-Manager Bruno Hübner, freute sich aber über die Tabellenführung: „Wir genießen das.“ Nach dem Abpiff war Hübner mit Nürnbergs Trainer Dieter Hecking, der sich über den pünktlichen Abpfiff aufregte, aneinander geraten. „Ich habe ihm gesagt, was ich von seinen Aktionen halte“, sagte Hübner. Hecking kündigte seinerseits eine schnelle Entschuldigung an: „Das waren Emotionen direkt nach dem Abpfiff.“

Am 21. August 1999 hatte die Eintracht zuletzt von der Spitze der Eliteklasse gegrüßt, damals nach dem 2. Spieltag - am Ende stand nur Platz 14. Frankfurt gewann erstmals seit sechseinhalb Jahren bei den Franken, die ihre erste Saisonniederlage bezogen und ihrerseits den Sprung auf Platz eins verpassten. „Spitzenreiter, Spitzenreiter, hey, hey“, sangen nur die Eintracht-Anhänger.

Dabei hatte Frankfurt vor 45.033 Fans im Frankenstadion einen denkbar schlechten Start. Spielführer Pirmin Schwegler zog sich bei einem Zusammenprall mit Hanno Balitsch eine Platzwunde an der Stirn zu. Der Schweizer musste ausgewechselt (15.) und ins Krankenhaus gebracht werden. Kurz darauf fasste sich Olivier Occean an den rechten Oberschenkel - auch für ihn ging es nicht weiter. Hoffer kam (21.) - und traf sofort.

Alle Bundesliga-Trikots, die Sponsoren und wie viel sie bezahlen

Alle Bundesliga-Trikots, die Sponsoren und wie viel sie bezahlen

Bayern München: Telekom, Vertrag bis 2013, bis zu 25,0 Millionen Euro © dpa
VfL Wolfsburg: VW, unbefristet, mindestens 20,0 Millionen Euro © Getty
Schalke 04: Gazprom, Vertrag bis 2017, bis zu 18,0 Millionen Euro © Getty
Borussia Dortmund: Evonik, Vertrag bis 2013, bis zu 15,0 Millionen Euro © Getty
Hamburger SV: Emirates, Vertrag bis 2015, bis zu 8,5 Millionen Euro © Getty
Werder Bremen: Werder Bremen wirbt in den kommenden zwei Jahren für den Geflügelhersteller Wiesenhof und kassiert acht Millionen Euro pro Saison. © Getty
Bayer Leverkusen: Sunpower, Vertrag bis 2016, 6,0 Millionen Euro © Getty
VfB Stuttgart: Mercedes-Bank, Vertrag bis 2014, 6,0 Millionen Euro © Getty
Eintracht Frankfurt: Krombacher, Vertrag bis 2018, 5,5 Millionen Euro (Der Vertrag von Eintracht Frankfurt mit Krombacher läuft zwar bis 2018. Nach einem Jahr als Trikotsponsor wird die Brauerei ab dem zweiten Vertragsjahr aber zum Premiumsponsor) © Getty
1899 Hoffenheim: Suntech, Vertrag bis 2014, 4,5 Millionen Euro © Getty
Borussia M'Gladbach: Postbank, Vertrag bis 2013, 4,5 Millionen Euro © Getty
Hannover 96: Tui, Vertrag bis 2014, 4,0 © dpa
1. FC Nürnberg: NKD, geschätzte 3,5 bis 4 Millionen Euro © dpa
FSV Mainz 05: Entega, Vertrag bis 2017, 4,0 Millionen Euro © dpa
Fortuna Düsseldorf: o.tel.o, Vertrag bis 2013, 2,8 Millionen Euro © dpa
SC Freiburg: Ehrmann, Vertrag bis 2014, 2,5 Millionen Euro © Getty
SpVgg Greuther Fürth: Ergo Vers., Vertrag bis 2018, 2,2 Millionen Euro © dpa
FC Augsburg: AL-KO, Vertrag bis 2013, 1,5 Millionen Euro © dpa

Glück hatten die zunächst spielerisch unterlegenen Frankfurter, dass nicht auch noch Carlos Zambrano vorzeitig vom Platz musste. Der schon verwarnte Abwehrspieler foulte Pekhart bei einem Nürnberger Konter gelbwürdig, Schiedsrichter Felix Zwayer (Berlin) ließ aber Gnade vor Recht walten (19.). „Zambrano muss da mit Gelb-Rot marschieren“, monierte Martin Bader bei Sky.

Diese Szene, mutmaßte der Club-Manager, brachte Nürnberg „außer Tritt. Wir haben danach völlig unnötig den Faden verloren.“ Und so kam die Eintracht gleich mit ihrer ersten guten Offensivszene zur Führung. Torwart Raphael Schäfer sah bei Hoffers Flachschuss von der rechten Seite nicht besonders gut aus.

Mit der Führung im Rücken trauten sich die Hessen deutlich mehr zu und spielten wie schon in den ersten Begegnungen zielstrebig und schnörkellos nach vorne. Inuis Schuss aus der Distanz wehrte Schäfer mit Mühe ab (30.). Fast im Gegenzug lenkte Trapp einen Kopfball von Pekhart über die Latte. Die beste Chance zum 1:1 in einem rasanten Spiel erarbeitete sich Hiroshi Kiyotake, dessen Schuss aus rund 25 Metern Trapp an den linken Pfosten lenkte (38.).

Der japanische Regisseur war in seinen Offensivbemühungen im Club-Mittelfeld aber zu oft auf sich allein gestellt. Von Balitsch in seinem 300. Bundesligaspiel und Timmy Simons ging kaum Kreatives aus. Rechtsaußen Robert Mak war selten zu sehen, auf links baute Alexander Esswein nach gutem Start ab. Hecking nahm beide Außen nach einer Stunde raus, später brachte er mit Polter noch einen zweiten Stürmer (70.). Frankfurt hätte das Spiel bei seinen zahlreichen guten Konterchancen früher entscheiden müssen, auf der Gegenseite vergab Polter in der 90. Minute freistehend am Fünfmeterraum die große Chance zum 2:2.

Auf die SGE dürfte nach dem Spiel noch Ärger zukommen. Sowohl vor als auch während der Begegnung brannten Eintracht-Anhänger im Gäste-Block zahlreiche Feuerwerkskörper und Bengalische Feuer ab.

Beste Spieler bei Nürnberg waren Javier Pinola und Kiyotake, bei Frankfurt stachen Sebastian Rode und Inui heraus.

SID

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