Eklat nach Sieg: HSV darf nicht mit Fans feiern

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Die Spieler des HSV duften nicht mit den 3000 mitgereisten Anhängern feiern.

Glasgow - Mit Zornesröte im Gesicht stürmte Bruno Labbadia in den Spielertunnel und schrie die schottischen Sicherheitskräfte an.

Der Trainer des Hamburger SV hatte kein Verständnis für das Feierverbot mit den 3000 mitgereisten Anhängern. “Wir haben ja verstanden, dass wir nicht ganz zur Fankurve gehen durften, aber dann haben sie uns noch gedroht, weil einige Spieler auf dem Rasen gesessen haben“, regte sich Labbadia über das mangelnde Fingerspitzengefühl der Stadionpolizei nach dem umjubelten 1:0 in der Europa League gegen Celtic Glasgow auf. Ein Eklat, der ganz unnötig war, denn nach dem einzigen internationalen Sieg eines deutschen Vereins in dieser Woche waren alle Hanseaten in bester Feierlaune.

“Ich habe der Mannschaft gesagt, dass wir stolz sein können, so eng zusammengerückt zu sein“, betonte Labbadia, “denn man hat uns schon abgeschrieben nach den Verletzungen, es wurde von Untergangsstimmung geschrieben“. Tatsächlich dominierten die Norddeutschen im Celtic Park das kämpferische Spielgeschehen gegen limitierte Schotten, kamen durch das fünfte internationale Tor von Markus Berg zum verdienten Erfolg. Bei zwei ausstehenden Heim- und einem Auswärtsspiel hat der HSV, der wegen des besseren direkten Vergleichs mit Hapoel Tel Aviv trotz schlechterer Tordifferenz die Gruppe C anführt, die lukrative K.o.-Runde fast schon erreicht.

Doch gegen den FC Schalke 04 am Sonntag in der Bundesliga (17.30 Uhr) wird es eine viel schwerere Aufgabe, da waren sich alle sicher. “Unser Spiel hatte eine unglaubliche Intensität, wir werden jede Stunde zur Regeneration nutzen, denn wir treffen auf eine ausgeruhte Mannschaft“, sagte Labbadia. Noch in Glasgow trainierte der HSV am Freitagmorgen vor dem Abflug auf der Hotelanlage des abgelegenen mondänen ehemaligen Schlosses “Mar Hall“.

Besonders erleichtert waren alle über den Treffer des Sorgenkindes Berg, der die Erwartungen an einen Neun-Millionen-Einkauf noch nicht erfüllt hat. In Einzelgesprächen wurde der Torschützenkönig der U 21- EM in den vergangenen Tagen aufgebaut, um den massiven Druck nach den Ausfällen von Paolo Guerrero und Mladen Petric etwas abzufangen. “Ja, wir haben viel geredet, ich muss mich auf die ein bis zwei Torchancen pro Spiel fokussieren, denn zwanzig bekomme ich nicht“, sagte Berg, der eine Vorlage von Zé Roberto bei einem Konter aus 18 Metern bestens verwertete.

“Als einziger echter Stürmer hat Marcus enormen Druck, aber wir haben alle Vertrauen zu ihm“, sagte Abwehrchef Joris Mathijsen, “die Umstellung von der holländischen Liga zur deutschen ist nicht einfach“. Für Labbadia stellt sich vor dem Schalke-Spiel erneut die Frage, wen er neben dem Schweden im Sturm aufbieten wird. Jonathan Pitroipa agierte viel zu planlos und undurchsichtig für seine Nebenleute, dazu verstolperte er viele Bälle - es bleiben die 19- jährigen Tonay Torun und Tolgay Arslan. Ob Jerome Boateng in die Innenverteidigung zurückkehren kann, ist noch ungewiss: “Sein Knie wird von Tag zu Tag besser“, sagte Labbadia.

dpa

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