Nahverkehr, Fanmeile & Co.

EM: So viel investiert München in das Sommermärchen 2020

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Der letzte Auftritt der DFB-Elf in München bislang: Im September 2013 standen sich Deutschland und Österreich in der WM -Qualifikation in der Allianz Arena gegenüber.

München - Für die Fußball-Europameisterschaft wurden 13 Städte ausgewählt, in denen im Sommer 2020 gekickt wird. Darunter auch München. Dieses Event lässt sich die Stadt einiges kosten.

Es ist ein absolutes Novum: Die Europameisterschaft (EURO) 2020 wird nicht in einem Land, sondern europaweit ausgetragen. Grund ist das 60-jährige Bestehen der UEFA. Und München wird eine der 13 Städte sein, in denen gekickt wird.

Es gibt drei Vorrundenspiele und ein Viertelfinale. Und das lässt sich die Stadt was kosten: Rund zehn Millionen Euro nimmt sie für den EM-Spaß in die Hand! Die Aufstellung soll am Donnerstag dem Sportausschuss vorgelegt werden. Die tz verrät hier schon mal die größten Kostenposten für das hoffentlich nächste Sommermärchen im Jahr 2020.

Fanzonen
Mit der Bewerbung hat sich München verpflichtet, für die EM sogenannte Fanzonen in der Stadt einzurichten – also ein Fanfest mit Public Viewing. Bei ähnlichen Veranstaltungen hat sich der Olympiapark bereits hervorgetan. Die MVG allerdings spricht sich dagegen aus. Die ÖPNV-Kapazitäten reichten nicht aus, um Olympiapark und Arena gleichzeitig zu bedienen. Zumal sich U3 und U6 von der Innenstadt bis zur Münchner Freiheit eine Strecke teilen. Das Problem muss gelöst werden. Kosten für den Olympiapark: 2,5 Millionen Euro.

ÖPNV
Jeder, der ein Ticket hat, muss kostenfrei mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arena (69.344) kommen. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) plant mit mehr Personal für den Turnierzeitraum. Kosten: rund zwei Millionen Euro.

Busshuttle
Die MVG hat ein Problem: Und das ist die U6, die schon heute überlastet ist. Bereits jetzt fahren bei Fußballspielen in der Arena ab der Donnersbergerbrücke Busshuttles zur Unterstützung. Bis 2020 wird sich das Problem verschärfen, vermutet die MVG. Ein Mobilitätskonzept soll erarbeitet und spezielle Buspendellinien zwischen Fanzone und Allianz Arena sowie zwischen Donnersbergerbrücke und Arena eingerichtet werden. Kosten für das Shuttle: 112.000 Euro, für das Mobilitätskonzept: 71.400 Euro.

Werbung
Einen erheblichen Kostenfaktor stellt die Verpflichtung dar, Werbeflächen nebst Produktions- und Montagekosten zur Verfügung zu stellen: zwei Wochen vor dem Turnier bis zwei Tage danach! Dazu zählt unter anderem eine angemessenen Beflaggung. Diese Kosten trägt die Stadt alleine: rund eine Million Euro.

Medienzentrum
Noch nicht entschieden ist, in welcher Stadt das offizielle Medienzentrum angesiedelt sein wird. Sollte sich die UEFA für München entscheiden, müsste auf das Messezentrum zurückgegriffen werden. Die Kosten dafür sind noch nicht beziffert. Allein aber für den kostenlosen ÖPNV für die Pressevertreter und Volunteers müssten rund 260.000 Euro in die Hand genommen werden.

Sicherheit
Die Kosten übernehmen zwar Bund und Freistaat – allerdings nur für die Polizei. Gezahlt werden müssen aber auch Feuerwehr und Rettungsdienst, Katastrophenschutz und Ordnungsdienste. Die Stadt geht davon aus, dass die Situation vergleichbar sein wird mit der WM 2006. Damals waren an jedem Spieltag rund 2500 Kräfte im Einsatz und circa 600 in Reserve. So viele hat München nicht, sie müssten ausgeliehen werden – aus ganz Bayern und dem benachbarten Ausland!

Diverses
Hinzu kommen noch Kosten für zusätzliches Personal (zwei Millionen Euro) bei der Stadt selbst, etwa beim Sportreferat oder für ein noch einzurichtendes EURO-2020- Projektbüro. Das stadteigene Marketing schlägt mit 350.000 Euro zu Buche, und ferner wird mit Investitionen in die Infrastruktur gerechnet (300.000 Euro) oder einem Rahmenprogramm (200.000 Euro) kalkuliert. Bei der Aufstellung der Stadt ist eine Risikoreserve von rund einer Million Euro eingerechnet.

Hier wird 2020 noch gekickt

  • Wembley-Stadion London (England); Kapazität: 90.652; beide Halbfinale und Finale
  • Nationalstadion Baku (Aserbaidschan); Kapazität: 69.870; drei Gruppenspiele, ein Viertelfinale
  • Neues Nationalstadion Brüssel (Belgien); Kapazität: 62.613, oder stattdessen König-Baudouin-Stadion Brüssel (Belgien); Kapazität: 50 122, drei Gruppenspiele, ein Achtelfinale
  • Parken Stadion Kopenhagen (Dänemark); Kapazität 38.190; drei Gruppenspiele, ein Achtelfinale
  • Neues Nationalstadion Budapest (Ungarn);  Kapazität: 65.000; drei Gruppenspiele, ein Achtelfinale
  • San Mamés Bilbao (Spanien); Kapazität: 50.000; drei Gruppenspiele, ein Achtelfinale
  • Amsterdam Arena (Niederlande); Kapazität: 52.960; drei Gruppenspiele, ein Achtelfinale
  • Aviva Stadium Dublin (Irland); Kapazität: 51.700; drei Gruppenspiele, ein Achtelfinale
  • Arena Nationala Bukarest (Rumänien); Kapazität: 55.600; drei Gruppenspiele, ein Achtelfinale
  • Gazprom-Arena St. Petersburg (Russland)Kapazität: 69.501; drei Gruppenspiele, ein Viertelfinale
  • Olympiastadion Rom (Italien); Kapazität: 72.689; drei Gruppenspiele, ein Viertelfinale
  • Hampden Park Glasgow (Schottland); Kapazität: 52.500; drei Gruppenspiele, ein Achtelfinale

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