Ikonen geben Aufstellungs-Tipps in der tz

Sieben deutsche Welt- und Europameister fordern EM-Umstellungen von Löw - FCB-Star im Fokus

Lothar Matthäus und Thomas Helmer vor der Jubiläumsspiel zwischen BRD und DDR.
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Lothar Matthäus und Thomas Helmer: Waren selbst erfolgreich mit dem DFB - jetzt geben sie Jogi Löw Tipps für die EM 2021.

Deutschland hat seinen EM-Auftakt in den Sand gesetzt. Häßler, Kohler, Helmer, Thon, Müller, Matthäus, Strunz geben Jogi in der tz Tipps mit.

München - Nach der 0:1-Auftakt-Niederlage gegen Frankreich steht Deutschland am Samstag gegen Portugal (18 Uhr, ARD und Magenta TV) schon unter Druck. Eine weitere Pleite kann sich die Mannschaft von Joachim Löw (61) nicht erlauben. Aber: Wie soll der Bundestrainer seine Mannschaft für das zweite Gruppenspiel bei der Fußball-EM umbauen? Die tz hat sich bei ehemaligen Welt- und Europameistern umgehört und nach ihren Ideen gefragt.

Thomas Häßler (55), Weltmeister 1990, Europameister 1996

Neuer – Ginter, Rüdiger, Hummels, Gosens – Kimmich, Goretzka – Gnabry, Müller, Sané – Werner.

„Wir brauchen einen Stürmer, da gibt es zwei Optionen. Kevin Volland will immer, er kämpft. Timo Werner müsste als Champions-League-Sieger eine breite Brust haben. Ich plädiere auch für Joshua Kimmich auf der Doppel-Sechs. Neben ihm sollte Leon Goretzka spielen.“

Jürgen Kohler (55), Weltmeister 1990, Europameister 1996

Neuer – Ginter, Rüdiger, Hummels, Gosens – Neuhaus, Kimmich, Musiala – Volland, Gnabry, Müller.

„Ich würde mit Spielern, die ins Eins-gegen-Eins gehen, auflaufen. Jamal Musiala beispielsweise ist unerfahren und unbelastet. Warum nicht mal einen wie ihn ins kalte Wasser werfen?“

Thomas Helmer (56), Europameister 1996

Neuer – Ginter, Rüdiger, Hummels, Gosens – Kimmich, Kroos – Sané, Müller, Gnabry – Werner.

„Bei so vielen Bayern-Spielern im Kader hilft das vertraute Münchner System. Thomas Müller entfaltet seine ganze Qualität, wenn er auf der 10 mit drei Offensivkräften um sich herum agieren kann. Jo­shua Kimmich ist mit seiner aggressiven Spielweise und seinen Bällen hinter die Abwehrketten im Zentrum wertvoller.“

Olaf Thon (55), Weltmeister 1990

Neuer – Ginter, Hummels, Rüdiger – Can, Kimmich, Kroos, Gosens – Gnabry, Werner, Müller.

„Deutschland muss sich nun ins Turnier kämpfen und ein Zeichen setzen. Dafür halte ich Emre Can als gute Option. Zudem kann Joshua Kimmich zentral mehr am Spiel teilnehmen. Die Offensive braucht eine Anpassung, denn Kai Havertz hat nicht überzeugt. Warum nicht eine Chance für Timo Werner?“

Hansi Müller (63), Europameister 1980

Neuer – Can, Süle, Hummels, Gosens – Kimmich, Gündogan – Müller, Kroos, Sané – Werner.

„Emre Can kann Rechtsverteidiger spielen, ist ein Charakterspieler, den du brauchst. Er kann dem Gegner wehtun. Im defensiven Mittelfeld wären Kimmich und Gündogan bei mir gesetzt. Sie sind zwei Top-Spieler. Davor Kroos als Stratege. Rechts vorne Müller, links Sané und Werner als Stürmer.“

Lothar Matthäus (60), Weltmeister 1990, Europameister 1980

Neuer – Ginter, Rüdiger, Hummels, Halstenberg – Kimmich, Gündogan – Gnabry, Müller, Sané – Werner.

„Deutschland ist nun unter Druck, braucht gegen Portugal mindestens einen Punkt und muss offensiver spielen. Wenn man so viele Spieler mit solch einer Qualität von Bayern München hat, könnte man auch ein System Bayern München spielen, mit Thomas Müller auf seiner Stamm-Position. Für die Sechser- bzw. Achterposition sehe ich Joshua Kimmich.“

Thomas Strunz (53), Europameister 1996

Neuer – Ginter, Rüdiger, Hummels, Gosens – Kimmich, Goretzka – Havertz, Müller, Gnabry – Werner.

„Das defensive Mittelfeld würde ich ganz neu besetzen. Ilkay Gündogan und Toni Kroos sind mir zu langsam und bringen zu wenig Körperlichkeit ins Spiel.“ (Philipp Kessler, Marcel Schwamborn)

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