Trainer und Spieler kritisieren

Große Schwäche der DFB-Auswahl aufgedeckt: Jogi, bei der EM geht das schief

Gegen Rumänien war es ganz deutlich: Die größte Schwäche der DFB-Auswahl scheint ausgemacht - kostet die mangelhafte Chancenverwertung den EM-Titel?

Bukarest/Düsseldorf - Die deutsche Offensivreihe feuerte beim 1:0-Sieg in der WM-Qualifikation gegen Rumänien aus allen Lagen: Insgesamt gab die DFB-Elf 18 Torschüsse ab, am Ende stand aber nur der Siegtreffer von Serge Gnabry (17.) auf der Anzeigetafel in Bukarest. Die mangelnde Chancenverwertung war der größte Kritikpunkt der Nationalmannschaft im zweiten Qualispiel – und daran muss Bundestrainer Joachim Löw im Hinblick auf die bevorstehende Europameisterschaft schleunigst mit seiner Mannschaft arbeiten, denn: Weltklasse-Teams wie die Vorrundengegner Portugal oder Weltmeister Frankreich sind durch ihre Offensivkraft locker dazu in der Lage, eine deutsche Ein-Tore-Führung zu egalisieren.

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„Es waren in der ersten und zweiten Halbzeit ein paar Aktionen, da hätten wir konsequenter sein müssen“, erklärte Löw nach dem Spiel und ergänzte: „Wir haben etwas zu wenig hinter die Kette gespielt, das können wir optimieren.“ Der Treffer von Gnabry sei „supergut“ herausgespielt worden. „Alle drei Spieler vorne, auch Leroy Sané, stellen immer wieder verschiedene Ebenen her: Die einen kommen, die anderen gehen tief. Das müssen wir noch optimieren.“

FC-Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß vermutete in seiner Rolle als RTL-Experte sogar, dass viele Spieler die Tore zu schön herausspielen wollten. „Dabei ist es doch egal, ob ich das Tor mit der Hacke oder der Spitze mache“, sagte Hoeneß. Löw pflichtete ihm bei, indem er sagte: „Das gibt dem Gegner dann auch gleich wieder Chancen zum Kontern. Wenn du das 2:0 nicht machst, dann hat der Gegner ja nichts mehr zu verlieren und schmeißt alles nach vorne.“

Kritischer als Löw und Hoeneß sah Mittelfeldchef Joshua Kimmich das inkonsequente Abschlussverhalten: „Wir hätten es uns einfacher gestalten können. In der 90. Minute hatten wir noch Glück, dass sie nicht den Ausgleich machen. Wir müssen es einfach früher entscheiden. Dann haben wir einen ruhigeren Abend.“

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Zwar war der Auftritt in Bukarest (Ticker zum Nachlesen) nicht so glanzvoll wie der am ersten Spieltag gegen Island, trotzdem war Löw im Großen und Ganzen zufrieden: „Wir haben sehr gut gearbeitet. Wir hatten einige gute Balleroberungen.“ Mit dieser Analyse waren Jogi und Uli erneut einer Meinung. Hoeneß meinte: „Die zwei Spiele gegen Island und Rumänien hatten überhaupt nichts mit dem Rumpelfußball von 2018 oder dem blutleeren Auftritt in Spanien zu tun.“ Das sah auch Torschütze Gnabry so: „Am Ende ist es egal, wie wir die Punkte geholt haben. Wir haben gut gespielt, ein Rückschritt war es nicht.“ Auch darum hat sich die Mannschaft eine gute Ausgangslage in der Quali-Gruppe geschaffen und kann mit einem Sieg gegen Nordmazedonien am Mittwoch (20.45 Uhr, hier im Live-Ticker) den dritten Sieg im dritten Spiel holen.

Bereits am Montagmorgen machte sich der DFB-Tross daher auf den Weg zurück nach Düsseldorf. „Am Dienstag bereiten wir uns auf das dritte Spiel vor. Am Mittwoch müssen wir dann volle Kraft voraus das Spiel gewinnen, dann haben wir mit neun Punkten den richtigen Weg eingeschlagen. Die Richtung stimmt“, so Löw. Für den Bundestrainer wird es bekanntlich sein letztes Quali-Spiel für ein Turnier sein. Denn: Die nächsten Partien im September werden schon mit einem neuen Bundestrainer bestritten werden. Doch bis dahin möchte Löw seiner Mannschaft noch den nötigen EM-Feinschliff verpassen – insbesondere beim Thema Chancenverwertung. Falls die EM überhaupt stattfindet.

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