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Jogi Löw will bei EM auf Dreierkette setzen - sogar die Spieler haben Zweifel

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Von: Christoph Klaucke

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Bundestrainer Jogi Löw setzt bei der EM auf eine Dreierkette.
Bundestrainer Jogi Löw setzt bei der EM auf eine Dreierkette. © Revierfoto/imago-images

Bundestrainer Jogi Löw experimentiert in der deutschen Nationalmannschaft mit einer Dreierkette. Die Spieler haben vor der EM Zweifel an der Taktik.

Seefeld - Die Vorbereitung der deutschen Nationalmannschaft auf die Fußball-EM geht in die entscheidende Phase. Nach dem ersten Rückschlag beim 1:1 im Testspiel gegen Dänemark hat sich bestätigt, dass auf Jogis Jungs noch viel Arbeit wartet.

Besonders die Taktik des Bundestrainers erhitzt die Gemüter. Joachim Löw setzt in der Abwehr auf eine Dreierkette, was vielen Fans und Beobachtern missfällt. Und offenbar auch der Mannschaft selbst.

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EM 2021: Löw verordnet Deutschland Dreierkette - Spieler haben Zweifel an Taktik

Mit Angsthasen-Fußball zur EM? Jogi Löw will für das Turnier eine Dreierkette einspielen lassen. Das Experiment ging beim enttäuschenden 1:1 gegen Dänemark schon einmal gehörig schief. Beim Gegentor grätschte Niklas Süle daneben und Mats Hummels kam nicht hinterher, die Abstimmung im Defensivverbund stockte gewaltig. In der Offensive lahmte das Flügelspiel über die Außenbahnspieler Robin Gosens und vor allem Lukas Klostermann, auch wenn sich Matthias Ginter immer wieder mit nach vorne eingeschaltet hat.

Kein Wunder, dass das neu einstudierte 3-4-3-System noch nicht so angenommen wird, wie vom Bundestrainer erhofft. Denn laut Bild hat der Großteil der Spieler Zweifel an der Ausrichtung. Vor allem der große Block vom FC Bayern mit acht Profis präferiert demnach eine Viererkette. Wie auch die meisten anderen Spieler im 26 Mann starken DFB-Kader kennen sie dieses System aus dem Verein in- und auswendig.

Löw: Deutschland mit Mauer-Taktik zur EM? Offensivstars protestieren

Löw will nach den vielen Gegentoren in den letzten Partien auf ein stabiles Grundgerüst in der Abwehr setzen und auch dem neuen Abwehrchef Hummels dadurch die Rückkehr einfacher machen. „Wichtig ist: Die letzte Reihe muss gut stehen. Ich wollte das Zentrum deshalb mit drei Spielern schließen. Das hat mit Ginter, Süle und Hummels eigentlich ganz gut geklappt. Die Dreierkette ist für das Turnier eine Option“, erklärte der Bundestrainer. Der Respekt vor den ersten Gruppengegnern Frankreich und Portugal ist immens. „Wenn wir zu null spielen oder einen Vorsprung verteidigen müssen. Es wird schwierig, wenn wir oft einem Rückstand hinterherlaufen müssen.“

Zweifellos verfügen Weltmeister Frankreich und Europameister Portugal über einen starken Angriff, doch ist das gleich ein Grund zum Mauern? Schließlich würde sich die deutsche Mannschaft mit der Defensiv-Taktik womöglich der eigenen Offensivstärke berauben. Vor allem die Mittelfeld- und Offensivspieler sprechen sich für eine Viererkette aus, da ansonsten noch mehr Stars auf die Bank müssen. Gerade im zentralen Mittelfeld besteht ein Überangebot. Neben Joshua Kimmich und Torschütze Florian Neuhaus, die gegen Dänemark in der Startelf standen, fordern auch die zuletzt fehlenden Toni Kroos, Leon Goretzka, Ilkay Gündogan oder Kai Havertz einen Stammplatz ein. Die Taktik im letzten Testspiel am Montag gegen Lettland dürfte ein Fingerzeig für die EM werden. (ck)

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