Löw nominiert Routiniers

DFB-Comeback perfekt! Doch wie plant Löw bei der EM überhaupt mit Müller und Hummels?

Thomas Müller und Mats Hummels im Training beim DFB-Team. Joachim Löw beobachtet beide.
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Thomas Müller und Mats Hummels wurden erstmals seit fast zwei Jahren wieder für das DFB-Team nominiert.

Thomas Müller und Mats Hummels stehen im 26-köpfigen DFB-Aufgebot für die EM 2021. Der Bundestrainer nominierte die beiden Routiniers - doch finden sie auch Platz in der Startelf?

München/Frankfurt am Main - Eine wirkliche Überraschung war es letztendlich nicht mehr, als am Mittwochmittag die Namen von Thomas Müller und Mats Hummels bei der offiziellen Präsentation des DFB-Kaders* für die Fußball-Europameisterschaft zu lesen waren. Bereits in den Tagen zuvor war durchgesickert, dass Joachim Löw die beiden Rio-Weltmeister für die EM 2021* zurückholt.

Rein sportlich ist dieser Schritt mehr als nachvollziehbar. Müller überragte beim FC Bayern* nicht nur als Torjäger und Vorlagengeber, sondern fand unter Trainer Hansi Flick eine besondere Rolle als Führungsspieler („Radio Müller“). Ebenso bewies Hummels beim schlingernden BVB-Schiff in der am kommenden Wochenende endenden Spielzeit, dass er einer jungen Mannschaft Halt geben und diese führen kann.

Genau das erwartet der Bundestrainer in seinem letzten Turnier als leitender Coach der Nationalmannschaft von Müller und Hummels. „Beide sind integrativ und kennen die anderen Spieler“, sagte Löw bei der Nominierung über die beiden Routiniers und stellt klar: „Wenn man sie mitnimmt, dann erwartet man schon gewisse Dinge von ihnen. Wir machen das aus sportlicher Überzeugung, dass sie der Mannschaft helfen können.“

EM 2021: DFB-Comeback perfekt! Doch wie plant Löw überhaupt mit Müller und Hummels?

Doch wie genau plant Jogi eigentlich mit Müller und Hummels? Als Gute-Laune-Onkel wird er die beiden nicht mit zum „Home Ground“ nach Herzogenaurach nehmen. BVB-Star Hummels wird wohl direkt zum neuen Abwehr-Boss auserkoren. Eine Rolle, die eigentlich Niklas Süle zugedacht war, doch der Innenverteidiger des FC Bayern sind seit seinem Kreuzbandriss im Herbst 2019 nicht zu seiner Form.

Hummels‘ Pendant in der Offensive soll Müller werden - also der Boss der Abteilung Attacke! Dabei soll der 31-Jährige nicht wie früher als Rechtsaußen agieren, Löw plant mit Müller im Zentrum. „Er hat bei den Bayern hinter einer Spitze agiert, dass kann er bei uns auch“, verrät der Bundestrainer: „Thomas kann mit seinen Läufen in den Halbräumen viel Platz schaffen und gefährliche Situationen kreieren.“

Man darf dabei gespannt sein, in welchem System das DFB-Team bei der EM antritt. Bei einer Dreierkette würde Hummels den mittleren Part übernehmen, also eine Art Libero. Antonio Rüdiger und Matthias Ginter an der Seite des Dortmunders. Auch mit einer Viererkette wäre Hummels gesetzt, dann dürfte Rüdiger an dessen Seite verteidigen und Ginter als Rechtsverteidiger auflaufen.

DFB-Team: Löw nominiert Müller und Hummels - doch wie plant er mit ihnen?

Und in der Offensive? Da hat Löw fürs Zentrum mit Joshua Kimmich, Toni Kroos, Ilkay Gündogan und Leon Goretzka eigentlich vier fixe Stammspieler. Bei Kroos (Corona) und Goretzka (Muskelfaserriss) werden die kommenden Tage zeigen, wie fit diese nach ihren Erkrankungen respektive Verletzungen sein werden. Dennoch bleibt es spannend, wie der Bundestrainer Müller „zwischen den Linien“ einsetzen will.

Zeit genug die perfekte Formation zu finden hat das DFB-Team. Am kommenden Montag (28.) geht‘s auf ins Trainingslager nach Seefeld*, ehe es am 6. Juni dann in den „Home Ground“ nach Herzogenaurach geht. Anschließend haben Löw und sein Team noch neun Tage Zeit, bis es dann am 15. Juni in München gegen Weltmeister Frankreich richtig ernst wird.

Aller spätestens dann wird der Bundestrainer einen klaren Matchplan haben, um den Auftakt in seine letzten Titel-Mission erfolgreich zu gestalten. Thomas Müller* und Mats Hummels werden dabei aller Voraussicht nach einen nicht unerheblichen Part einnehmen. (smk) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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