Bürgermeister erklärt Schutzmaßnahmen

DFB baut drei Kilometer langen Zaun: Zu Besuch in Jogis Hochsicherheits-Trainingslager

Jogi Löw und die deutsche Nationalmannschaft beziehen Quartier in Seefeld. Die tz hat sich das EM-Trainingslager genau angeschaut. Und die DFB-Maßnahmen.

Seefeld - Ab Freitag bereitet sich die deutsche Nationalmannschaft im beschaulichen Seefeld in Tirol auf die Europameisterschaft vor. Die tz war schon am Donnerstag vor Ort und hat sich im Gespräch mit Bürgermeister Werner Frießer (50) einen Überblick in der 3.462-Einwohner-Gemeinde verschafft. Auffällig: die Plakate, mit denen der DFB offiziell von der Olympiaregion willkommen geheißen wird. Und: zwei Riesen-Zäune, teilweise mit Bildern der Nationalspieler, rund um die zweieinhalb Trainingsplätze der Mannschaft von Coach Jogi Löw (61).

DFB-Trainingslager in Seefeld: „Keiner kann eindringen“ - Corona-Ausbruch soll mit allen Mitteln verhindert werden

„Wir haben Sicherheitsvorkehrungen getroffen, damit niemand in die Bubble eindringen kann und sich bei der deutschen Nationalmannschaft keiner mit Corona infiziert“, so Frießer: „In Absprache mit dem DFB hat unsere Olympiaregion zwei Zäune um die Trainingsplätze angebracht. Der eine ist zwei Meter hoch und zweieinhalb Kilometer lang, der andere 1,2 Meter hoch und 500 Meter lang. Es geht darum, ein Zeichen an die Fans zu geben: ‚Kommt nicht nach Seefeld. Es zahlt sich nicht aus.‘ Damit ist die deutsche Nationalmannschaft bestens geschützt, eine Corona-Infektion kurz vor dem Turnier kann keiner gebrauchen. Die österreichische Nationalmannschaft, die sich nach dem DFB hier vorbereitet, lässt den äußeren Zaun entfernen. Die brauchen den nicht.“

Die Nationalmannschaft bleibt bis 6. Juni im Hotel Nidum. Vom Balkon der Suiten kann auch Löw, der bereits seit gestern vor Ort ist, bei schönem Wetter den Blick schweifen lassen auf die immer noch schneebedeckten Berggipfel und das zauberhafte Inntal. Das Seefelder Plateau liegt auf 1.200 Metern Höhe.

„Perfekt, wenn man sich abschotten möchte“: Jogi Löw geht vor der EM kein Risiko

Frießer: „Das Hotel ist perfekt, wenn man sich abschotten möchte. Von der Größe her ist es perfekt. Die Mannschaft hat die Räumlichkeiten exklusiv. Der DFB hat ein eigenes Fitness-Zelt neben dem Platz aufgebaut. Die Geräte sind alle auf sie abgestimmt. Zudem freut es mich sehr, dass unsere beiden Trainingsplätze für den DFB in einem Top-Zustand sind. Einer tollen Turnier-Vorbereitung sollte nichts im Wege stehen.“ Einziges Manko aktuell: das nass-kalte Wetter in Seefeld in Tirol.

Frießer schmunzelt: „Unser Wetterbericht war zuletzt sehr ungenau. Am Sonntag soll es ein bisschen besser werden. Während der EM gibt es ja auch nicht nur Sonnenschein.“ Schon vor dem DFB waren Fußball-Stars zur Vorbereitung in der Olympiaregion. „Seefeld ist ein guter Boden für Mannschaften! Das holländische Nationalteam war vor der WM 2010 in Südafrika da, ist beim Turnier Zweiter geworden. RB Leipzig bereitet sich auch regelmäßig in Seefeld auf die Saison vor, die waren ja auch immer erfolgreich. Manchester City war 2012 als amtierender englischer Meister hier“, erzählt Frießer, dessen Gemeinde sich sehr auf die deutsche Mannschaft freut.

Trainingslager begeistert Bürgermeister: Auf einen DFB-Kicker freut er sich besonders

Sein Lieblingsspieler des DFB? „Dass Thomas Müller da ist, freut mich sehr! Er ist nicht nur ein überragender Fußballer, sondern kommt auch menschlich total sympathisch rüber,“ so der Bürgermeister.

Ursprünglich war geplant, dass Frießer mit dem Bürgermeister von Telfs die deutsche Nationalmannschaft in Tirol persönlich empfängt. Frießer: „Das fällt aber natürlich coronabedingt ins Wasser. Dafür gibt es am Freitag tagsüber ein Video-Treffen mit DFB-Direktor Oliver Bierhoff. Darauf freue ich mich sehr!“ (Philipp Kessler, Manuel Bonke)

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