Entscheidender Elfmeter schlägt hohe Wellen

Ehemaliger England-Profi Didi Hamann wettert gegen EM-Finalist - „Finde es skandalös“

Dietmar Hamann fand nach dem Halbfinale zwischen England und Dänemark deutliche Worte.
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Dietmar Hamann fand nach dem Halbfinale zwischen England und Dänemark deutliche Worte.

Für den Final-Einzug der Engländer gab es vom TV-Experten Dietmar Hamann nur scharfe Kritik und keine Glückwünsche. Grund dafür war der umstrittene Elfmeter.

München/Dublin - Im Sky-Studio lässt Experte Dietmar Hamann in seinen harten Analysen oftmals kein gutes Haar an den Protagonisten. Während der EM 2021 stand der ehemalige Profi des FC Bayern und des FC Liverpool dem irischen Sender RTÉ mit seinem Fachwissen zur Seite. Dabei gab er eine knallharte Einschätzung über den Halbfinal-Sieg der Engländer über Dänemark zum Besten.

EM 2021: Dietmar Hamann giftet im Live-TV gegen England-Schwalbe - er sah eine „skandalöse“ Szene

Besonders die entscheidende Szene – der umstrittene Elfmeter in der Verlängerung – brachte den Ex-Nationalspieler dabei zur Weißglut. Die 102. Minute lief, als sich Raheem Sterling in den Strafraum der Dänen dribbelte und von drei Gegenspielern umzingelt wurde. Dabei traf ihn Atalanta Bergamos Joakim Maehle wohl ganz leicht, der ManCity-Star ging allerdings theatralisch zu Boden. Obendrein zeigte Schiedsrichter Danny Makkelie noch auf den Punkt, Harry Kane besorgte daraufhin im Nachschuss den 2:1-Siegtreffer.

„Ich finde es skandalös“, sagte Hamann bei RTÉ und sprach von einer „eklatanten Schwalbe“ sowie einem Versäumnis des VAR. „Es gibt überhaupt keinen Kontakt. VAR wurde hinzugezogen, um diese Entscheidungen zu korrigieren und eklatante Fehler des Schiedsrichters zu ändern. Dies ist ein so eklatanter Fehler und dies ist ein EM-Halbfinale“, wetterte Hamann gegen den Videobeweis.

EM 2021: TV-Experte Dietmar Hamann poltert nach Final-Einzug gegen Engländer - „Haben sie es verdient?“

Dann ging er noch etwas weiter. „Haben sie es verdient? Ich muss Liam (Brady, Anm. d. Red.) widersprechen, weil sie mit einem Elfmeter nach einer krassen Schwalbe gewonnen haben“, fuhr der 47-Jährige aufgebracht fort. Die Szene entspräche „nicht dem Geist des Spiels und England ist immer stolz darauf, die Heimat des Fairplay zu sein“, meint der langjährige Premier-League-Spieler, der mit Liverpool 2005 die Champions League gewinnen konnte. Außerdem lief Hamann für Newcastle United, Milton Keynes Dons und Manchester City auf und genießt im britischen Raum hohes Ansehen.

Bei seinem Auftritt im irischen Fernsehen setzte Hamann noch einen drauf und kritisierte die Engländer angesichts ihrer mutmaßlich fehlenden Mustergültigkeit. „Wir müssen Vorbilder sein. Wir haben vor dem Spiel darüber gesprochen, dass Vorbilder eine Verantwortung gegenüber der Gesellschaft haben, weil viele junge Kinder heute Abend zuschauen“, schimpfte das Eigengewächs des FC Bayern.

„Es tut mir sehr leid für die Dänen“, fügte der heutige Fernseh-Experte hinzu. „Nach meinem Gefühl war die Chance auf ein Elfmeterschießen groß, dann hätten sie einen Vorteil mit Schmeichel im Tor gehabt.“ Doch darüber müssen sich die Engländer nach ihrem erstmaligen Einzug in ein EM-Endspiel keine Gedanken mehr machen. Gegen Italien spielen die Three Lions am Sonntag um ihren zweiten großen Titel. (ajr)

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