„Null Toleranz bei Rassismus“

Zoff um Anti-Rassismus-Geste: England im Clinch mit eigenen Fans - Uefa verurteilt Reaktion in Russland

Fußball EM - Belgien - Russland: Romelu Lukaku geht auf die Knie - die russische Nationalmannschaft bleibt stehen.
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Romelu Lukaku: Die belgische Nationalmannschaft um den Stürmer von Inter Mailand ging vor ihrem Spiel gegen Russland auf die Knie - die Fans antworteten mit Pfiffen.

Werden Englands Fußballer beim Auftakt der Fußball-EM ausgepfiffen? Das Anti-Rassismus-Engagement der Spieler gefällt nicht jedem Fan.

Update vom 13. Juni, 12.57 Uhr: Auch die belgische Nationalmannschaft ging vor ihrem EM-Auftakt auf die Knie. Das spanische Schiedsrichtergespann um Mateu Lahoz zog mit. Das russische Team blieb stehen.

Die Zuschauer in Sankt-Petersburg reagierten ungehalten auf die Anti-Rassismus-Geste. Pfiffe und Buhrufe gingen durchs Stadion. Dass Fußball-Fans derart auf den Kniefall antworten, stößt bei der Uefa auf Unverständnis.

„Wir fordern die Besucher auf, Respekt vor Mannschaften und Spielern zu zeigen, die auf die Knie gehen“, stellt ein Sprecher auf SID-Anfrage klar. Die Uefa betonte, „null Toleranz bei Rassismus“ zu haben.

„Jeder Spieler oder Offizielle“, der mit einem Kniefall zum Ausdruck bringen möchte, für Gleichbehandlung einzustehen, dürfe das auch tun.

Wegen Anti-Rassismus-Geste angefeindet: EM-Favorit dreht Video für eigene Fans - mit emotionalen Hinweisen

Erstmeldung vom 13. Juni, 9.41 Uhr: London - Unterstützung für ein mit hochtalentierten Offensivkünstlern gesegnetes Team? Das sollte Englands Nationalmannschaft bei der Fußball-EM 2021 doch eigentlich gewiss sein; zumal der Auftakt am Sonntag im heimischen Wembley-Stadion stattfindet. Vor dem Start gegen die Kroaten (hier im Live-Ticker) hat Englands Verband die eigenen Fans dennoch mit einem eindringlichen Appell zur bedingungslosen Unterstützung aufgerufen.

EM 2021: England wegen Kniefall-Geste angefeindet - Verband richtet sich mit Video an Fans

Hintergrund des via Twitter lancierten Briefs ist die Befürchtung, dass einige Zuschauer auch beim Debüt am Sonntag ihren Unmut kundtun könnten. In den Tagen vor Turnierbeginn hatte das Anti-Rassismus-Engagement der Elf von Trainer Gareth Southgate eine hitzige Debatte entzündet. Englands Spieler wollen vor ihren EM-Partien mit einem Knie auf den Boden gehen. In der abgelaufenen Premier-League-Saison hatte die Akteure dies in Anlehnung an die Geste des US-Footballers Colin Kaepernick bereits so praktiziert. Profis aus Deutschland zogen zwischenzeitlich nach.

„Diejenigen, die diese Geste ablehnen, sollten sich vor Augen führen, welche Botschaft sie damit an die Spieler senden, die sie unterstützen“, schrieb der Verband FA. Parallel dazu wurde ein 100 Sekunden langes Video vom Nationalteam veröffentlicht.

Anti-Rassismus-Geste bei der EM 2021: England hält daran fest - „Hier geht es um Menschlichkeit“

„Wenn wir die Kommentare lesen, die Emojis sehen oder die Buhrufe hören, dann leiden wir zusammen“, heißt es in dem Clip. „Hier geht es nicht um Politik. Das ist nicht neu. Hier geht es um Menschlichkeit. Gemeinschaft. Gleichberechtigung. Wir brauchen euch diesen Sommer.“

Englands hoch gewettete Mannschaft um den umworbenen Dortmunder Jadon Sancho träumt vom Titelgewinn im eigenen Land (auch das Finale findet in London statt). Doch die Diskussionen um den Kniefall trüben die EM-Stimmung auf der Insel. Vor den Testspielen gegen Österreich und Rumänien buhten einige Fans, andere klatschten laut Beifall. Am Sonntag werden 22.500 Zuschauer im Wembley-Stadion das Debüt begutachten. „Große Turniere kommen nicht oft, aber wenn, dann können sie Freunde, Familie und das Land vereinen“, hieß es weiter in dem Brief.

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