Protestaktion bei der EM

Greenpeace-Aktivist landet in der Allianz Arena und verletzt Fans - Organisation zieht nun Konsequenzen

Eine ungewöhnliche Protestaktion unmittelbar vor dem Anstoß des EM-Auftakts zwischen Deutschland und Frankreich überraschte die Zuschauer.

Update vom 18. Juni, 18.10 Uhr: Nach einer missglückten Greenpeace-Protestaktion vor dem EM-Auftakt des DFB-Teams gegen die Franzosen gab es bereits Folgen, so werden die Lufträume vor den Spielen besser gesichert. Die Non-Profit-Organisation entschuldigte sich unmittelbar nach der letztlich gefährlichen Aktion, bei der zwei Personen verletzt wurden. Nun zog auch Greenpeace erste Konsequenzen aus dem Zwischenfall.

„Eine erste Konsequenz ist, dass Aktivisten und Aktivistinnen keine gefährlichen Flugdemonstrationen über Menschenansammlungen mehr durchführen“, teilte Sprecher Gregor Kessler mit. Mit der Gleitschirm-Einlage wollte Greenpeace eigentlich gegen Sponsor Volkswagen protestieren, nun musste die Umwelt-Organisation einen Fehler eingestehen. Markus Söder schaltete sich nach dem Vorfall ein und forderte drastische Folgen für den 38-jährigen Gleitschirm-Flieger.

EM 2021: Greenpeace-Aktion beim Deutschen Auftakt-Spiel sorgt für Verletzte - Ermittlungen laufen

Update vom 15. Juni, 23.50 Uhr: Kurz vor dem Anpfiff des EM-Spiels zwischen Deutschland und Frankreich ereignete sich ein bizarrer Zwischenfall. Ein Motorschirm-Flieger brachte sich selbst und die Fußball-Fans in der Münchner Arena mit einer Notlandung im Stadion in Gefahr. Hinter der Aktion stand die Umweltorganisation Greenpeace, die damit gegen den Sponsor Volkswagen protestieren wollte. Der Aktivist hatte mit seinem Schirm die Kabel der über dem Spielfeld aufgehängten Kamera berührt.

Nach Angaben der Polizei wurden bei der Aktion zwei Personen verletzt, beide mussten mit Kopfverletzungen ins Krankenhaus. Der Greenpeace-Aktivist wurde festgenommen, wie ein Polizei-Sprecher mitteilte. „Aktuell werden mehrere Delikte geprüft. Auf jeden Fall liegt eine gefährliche Körperverletzung vor. Das Polizeipräsidium München hat kein Verständnis für politische Aktionen, bei denen Gefährdungen von Menschenleben in Kauf genommen werden.“

„Wir entschuldigen uns dafür, dass bei der Greenpeace-Aktion Menschen gefährdet wurden und dadurch offenbar eine Person verletzt wurde“, schrieb die Umweltorganisation am Abend bei Twitter: „Wir hoffen, dass es allen gut geht.“ Wegen einer „technischen Störung“ sei es zur „erzwungenen Notlandung“ gekommen. „Der Pilot wollte gar nicht ins Stadion. Er wusste, dass es zu gefährlich ist.“ Stattdessen sollte er „nur einen gelben Ball mit der Botschaft fallen lassen“, so der Sprecher.

EM 2021: Fallschirmspringer landet in der Arena - Irre Protest-Aktion von Greenpeace

Erstmeldung vom 15. Juni 2021:

München - Vor dem Anpfiff der Partie zwischen Deutschland und Frankreich gab es einen kuriosen Zwischenfall in der Münchner Arena. Ein vermeintlicher Greenpeace-Aktivist ließ sich mit einem Fallschirm ins Stadion gleiten und landete auf dem Spielfeld. Nach Angaben von Kommentator Béla Rethy war der Flug Teil einer Protestaktion der Non-Profit-Organisation, welche sich für Umwelt-, Natur- und Klimaschutz einsetzt.

„Der rauscht ab“, meinte ZDF*-Mann und Beobachter Béla Rethy auf einmal - die Rede war vom Fallschirmspringer. Die Fernseh-Zuschauer sahen die Aktion nicht, da die Aufstellung der Deutschen in exakt diesem Moment eingeblendet wurde, so musste Rethy das kuriose Ereignis ohne passende Bilder kommentieren. „Ein Verrückter, der Gott sei Dank heil zu Boden kommt“, beschrieb er die Aktion.

Die Bilder des Fallschirms zeigen die Aufschrift „Kick out oil“ sowie den Schriftzug der Umwelt-Organisation, auch die grüne Jacke des Springers trug eine „Greenpeace“-Aufschrift. Auch darum vermutete Rethy einen aktivistischen Hintergrund.

EM 2021: Irre Szene beim Deutschen Auftakt-Spiel - Fallschirmspringer landet auf dem Rasen der Arena

Die Landung verlief offenbar nicht optimal, wie aus dem weiteren Kommentar und diversen Internet-Videos hervorging. „Er hat sich an dem Kabel von der Spyder-Kamera festgehakt und wird jetzt abgeführt“, erklärte er die unsaubere Ankunft des Fallschirmspringers auf dem Grün. „Ja, hoffentlich“, fügte Experte und Ex-Bayern-Profi Sandro Wagner* hinzu. Bilder bestätigten kurz darauf, dass der Springer in Gewahrsam genommen wurde.

Aussagen von Rethy und Wagner legen ebenfalls nahe, dass der Mann auch eine Person im Pubikum verletzt haben könne. „Ein Zuschauer hat was abbekommen“, meinten die beiden. Später meldete die Sportschau, dass viel Technik bei der Landung beschädigt wurde, eine Beleuchterin wurde dabei verletzt und musste demnach von mehreren Sanitätern versorgt werden.

Die Spieler reagierten kaum auf den Zwischenfall, Frankreich*-Star Kylian Mbappé etwa stand weiter am Mittelkreis und ließ sich nicht aus seiner Konzentration bringen. Lediglich Chelseas deutscher Nationalspieler Antonio Rüdiger eilte sofort zu dem Mann und schien sich bei dem Mann nach dessen Wohlbefinden erkundigt zu haben. (ajr)

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