„Fußball ist mein Leben“

Bitterer EM-Sieg: Engländerin gefeuert - sie hat das Halbfinale im Stadion geschaut

Nina Farooqi mit ihrer Freundin beim EM-Halbfinale in London.
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Nina Farooqi mit ihrer Freundin beim EM-Halbfinale in London.

Einer Engländerin wurde der Stadionbesuch beim EM-Halbfinale zwischen England und Dänemark zum Verhängnis. Eine vorgetäuschte Krankmeldung kostet sie den Job.

London - Im Fußball gibt es die treuesten Fans, heißt es. Die Anhänger gehen mit ihrem Klub durch dick und dünn und folgen ihrer Mannschaft an die entlegensten Orte dieser Welt. Das erfordert dementsprechend viel Zeit und Geld, doch das nehmen viele Menschen gerne in Kauf. Wenn dann sogar die eigene Nationalmannschaft in einem historischen Spiel bei der Europameisterschaft im Einsatz ist, steigert sich die Liebe zu den Helden auf dem grünen Rasen womöglich ins Unermessliche.

So oder so ähnlich muss es wohl einer Engländerin gegangen sein. Für das EM-Halbfinale zwischen England und Dänemark in Wembley nahm sie das Risiko in Kauf ihren Job zu verlieren und wurde nach dem dramatischen Sieg der Three Lions tatsächlich gefeuert.

Engländerin meldet sich für EM-Halbfinale krank - Nach Stadionbesuch vom Chef gefeuert

Nina Farooqi wurde zum Verhängnis, dass sie sich für den Tag des Spiels krank gemeldet hatte. Dumm nur, dass sie relativ prominente Plätze im Stadion hatte, wo sie bei einem Schwenk ins Publikum von den TV-Kameras eingefangen wurde. Das blieb auch ihrem Chef nicht verborgen. Farooqi wurde auf frischer Tat ertappt, dass sie doch nicht so arbeitsunfähig war, wie sie vorgab. Im Gegenteil: Sie feierte den Sieg Englands ausgelassen im Stadion.

Doch warum beantragte Farooqi nicht einfach Urlaub? Die 37-Jährige kam äußerst kurzfristig an Karten für das Spiel, denn ihre Freundin hatte bei einer Verlosung Last-Minute-Tickets ergattert. Farooqi wollte unbedingt dabei sein und meldete sich bei ihrem Arbeitgeber krank, um von Leeds nach London zu fahren. Weil es so kurzfristig war, ging die Frau aus Bradford nach eigener Aussage davon aus, dass ihr Chef ihr so spontan nicht freigeben würde. Mit verhängnisvollen Folgen.

Engländerin feiert krank in Wembley - Chef sieht sie live im Fernsehen

Am nächsten Morgen nach dem umjubelten Sieg der Engländer erhielt Farooqi einen unangenehmen Anruf ihres Arbeitgebers. „Sie sagten, sie hätten gesehen, dass ich beim Spiel gewesen war. Ich war ehrlich, warum ich es tat. Aber mir wurde keinerlei Verständnis entgegengebracht und sie haben gesagt, das war‘s“, sagte Farooqi dem Daily Telegraph.

Sie habe gedacht, es sei unwahrscheinlich, dass sie in einer Menge von 60.000 Menschen entdeckt werden würde. Doch schon in der Halbzeit schwante ihr beim Blick aufs Smartphone, dass der Schwindel aufgeflogen war. „Wir waren überall in den Nachrichten, mein Gesicht war auf jedem Fernsehbildschirm auf der ganzen Welt“, erklärte Farooqi.

Engländerin nach falscher Krankmeldung gefeuert: „Würde es noch einmal machen“

Die 120 Minuten in Wembley kosteten sie den Job, nun muss sie sich nach einer neuen Stelle umsehen. „Ein bisschen Bedauern ist da, niemand will gefeuert werden“, sagte Farooqi. Für die folgenden Sätze dürfte sie aber wohl von jedem englischen Fan gefeiert werden: „Aber ich hätte es auch gehasst, es verpasst zu haben. Ich würde es noch einmal machen. Fußball ist mein Leben.“ Mit einem Laserangriff auf den dänischen Torwart sorgten die englischen Fans für Negativ-Schlagzeilen. (ck)

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