Starke Leistungen in In- und Ausland

DFB-Schattenteam: Geheimwaffen für die EM - Sieht Löw sie etwa nicht?

Jogi Löw
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Steht Frankfurts Amin Younes auf Löws Zettel für den DFB-Kader?

Im Sommer steht die EM an. Welche Spieler nominiert Jogi Löw? Sechs Akteure drängen sich besonders auf - der Bundestrainer sollte sie auf dem Zettel haben.

München - Selten blickte Fußball-Deutschland so pessimistisch auf ein großes Turnier wie dieses Jahr. In den letzten Jahren gab es rund um die Nationalmannschaft wenig Positives - das 0:6 in der Nations League gegen Spanien war trauriger Höhepunkt. In einer Kicker-Umfrage rechnen 32 Prozent der Fans mit einem Vorrunden-Aus des DFB-Teams.

Bundestrainer Jogi Löw erhält ein noch vernichtenderes Zeugnis: 89 Prozent der Befragten halten ihn nicht mehr für den richtigen Bundestrainer. Es ist also Zeit für neue Impulse - wenn schon nicht auf der Trainerbank, dann wenigstens auf dem Spielfeld. Wir haben sechs Spieler gesammelt, die bei der EM zur Geheimwaffe werden könnten:

Kevin Volland (AS Monaco)

Der DFB-Sturm ist nach Miroslav Klose und Mario Gomez eine Baustelle. Timo Werner sollte die Lücke eigentlich füllen, der Ex-Leipziger befindet sich mit dem FC Chelsea aber in einer Tor-Krise. Kevin Volland ist eine echte Option für die EM, denn bei der AS Monaco liefert er unter Trainer Niko Kovac Woche um Woche starke Leistungen. Mit zwölf Toren und acht Assists ist er für den Tabellenvierten der französischen Liga unverzichtbar. Der Allgäuer wurde zuletzt 2016 von Löw nominiert und kommt auf zehn Länderspiele.

Maximilian Arnold (VfL Wolfsburg)

In Oliver Glasners Überraschungsteam ist der 26-Jährige Dreh- und Angelpunkt. Trotzdem ist er fast nie ein Thema für die Nationalmannschaft - warum eigentlich? Der Hauptgrund ist wohl: Das zentrale Mittelfeld ist eine der Positionen, die seit Jahren überbesetzt sind. Aktuell streiten sich Joshua Kimmich, Leon Goretzka, Toni Kroos und Ilkay Gündogan um zwei Positionen - nicht einfach für Arnold. Zumindest als Backup ist er aber eine Überlegung wert.

Amin Younes (Eintracht Frankfurt)

Für die Eintracht spielte er jüngst den FC Bayern schwindlig und zeigt auch ansonsten eine gute Bundesliga-Saison. Nachdem er früh als Mega-Talent gefeiert wurde, lief Younes jahrelang in Deutschland unter dem Radar, weil er bei Ajax Amsterdam und dem SSC Neapel im Ausland spielte. Seine technische Finesse könnte mehr Kreativität in das Offensivspiel des DFB-Teams bringen. Fünf Länderspiele hat er immerhin schon auf dem Konto.

Lars Stindl (Borussia Mönchengladbach)

Eine längere Verletzung brachte ihn im letzten Jahr aus dem Tritt. In dieser Spielzeit ist er wieder zurück - und spielt konstant gut. Zehn Tore und sieben Vorlagen sprechen eine deutliche Sprache, mit seinen 32 Jahren ist er allerdings auch nicht mehr der Jüngste. Er wurde von Jogi Löw bisher meist übersehen, bringt aber Erfahrung und Leistung. Bei seinen elf Einsätzen im DFB-Dress präsentierte er sich treffsicher (vier Tore). Zuletzt lief er 2018 für die Nationalmannschaft auf.

Lars Stindl - bald wieder im DFB-Dress?

Marvin Friedrich (Union Berlin)

Der 25-Jährige spielt seine stärkste Bundesliga-Saison und ist einer der Garanten für den Erfolg von Union Berlin. Dass der Bundestrainer Mats Hummels und Jerome Boateng zurückholt, ist unwahrscheinlich. Dass die DFB-Abwehr eine der großen Schwachstellen im Team ist, ist offensichtlich. Deshalb wird der Abwehrchef der viertbesten Defensive der Liga zurecht diskutiert.

Max Kruse (Union Berlin)

Zu Beginn der Saison legte Kruse einen Raketenstart hin (10 Spiele, sechs Tore, fünf Assists), bis er von einer Verletzung zurückgeworfen wurde. Mittlerweile steht er kurz vor dem Comeback. Weil es zwischen Löw und Kruse wohl persönlich nicht passt, ist eine Nominierung äußerst unwahrscheinlich. Geht man rein nach der Leistung, müsste Kruse eigentlich zum Aufgebot gehören. Bei jeder seiner Stationen wusste er zu überzeugen. (epp)

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