Kritik nach dem Ungarn-Spiel

Seltsame Impulse von der Bank: Löws Wechsel und Taktik geben Rätsel auf

Jogi Löws Impulse von der Bank werfen häufig Rätsel auf.
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Jogi Löws Impulse von der Bank werfen häufig Rätsel auf.

Jogi Löw durfte sich nach dem Spiel gegen Ungarn einiges an Kritik anhören. Vor allem seine Wechsel und die taktische Ausrichtung wurde unter die Lupe genommen.

München - So sehr man das goldene Händchen von Bundestrainer Joachim Löw nach den Einwechslungen von Torschütze Leon Goretzka und Vorbereiter Jamal Musiala loben kann, so sehr muss man eine andere Wechsel-Entscheidung kritisieren – denn sie hätte Deutschland beinahe den Achtelfinal-Einzug gekostet! Was war passiert? Löw bereitete einen Doppelwechsel vor. Thomas Müller und Timo Werner standen an der Seitenlinie bereit, doch dann erzielte Kai Havertz den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich.

EM 2021: Der Wechsel kam zu einem ungünstigen Zeitpunkt

Statt den Tausch zu überdenken, das Team sich neu finden zu lassen und eventuell später etwas Zeit von der Uhr zu nehmen, wurde mitten im Torjubel fröhlich gewechselt. Havertz musste im Glücksgefühl des Treffers runter, genauso wie Serge Gnabry. Die Unordnung nach dem Tor und den Wechseln nutzten die Ungarn zur erneuten Führung. Ein klarer handwerklicher Trainer-Fehler. „Es sind viele Dinge, die wir verbessern müssen. Dafür wurden wir bestraft, das 1:2 war ganz billig und darf uns nicht passieren“, kritisierte Joshua Kimmich.

Nicht nur wegen seiner Wechsel, sondern auch bei seiner taktischen Ausrichtung der Mannschaft wirkte Löw unentschlossen. Jogi ließ seine Mannschaft im 3-4-3-System starten. Zu Beginn der zweiten Hälfte stellte er dann auf eine Viererkette um und zog Kimmich ins Mittelfeld-Zentrum, um dann doch wieder auf eine Dreierkette umzustellen. Was sollte das?

Löw nach dem Ungarn-Spiel: „Wir haben Fehler gemacht“ (Video)

EM 2021: Kimmich wird herumgeschoben

„Wir haben Kimmich in den Halbraum gestellt und Leroy ganz rechts an den Flügel geschickt, in der Hoffnung, dass er dort im Eins gegen Eins und mit der Schnelligkeit nach innen und außen durchbrechen kann. Aber das ist auch nicht so gelungen“, erklärte Löw.

Doch durch die Hereinnahme von Thomas Müller und Leon Goretzka war die Mitte dann wieder überbesetzt – also musste Kimmich erneut weichen. Ab der 80. hob Löw dann jegliche taktischen Zwänge auf: „Wir mussten dann wirklich volles Risiko gehen. Da mussten wir alles reinbringen, was wir an Offensivkräften zur Verfügung hatten. Timo Werner links, Volland und Musiala.“ Mit Erfolg. Gott sei Dank.

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