Österreich feiert ersten EM-Sieg

Heftiger Jubel-Streit bei der EM 2021! Noch-Bayer Alaba legt sich mit dem Torschützen an

Österreich feiert bei der EM den ersten Sieg. David Alaba und Marko Arnautovic liefern sich trotz des Erfolgs einen handfesten Streit.

Bukarest - Der Jubel war riesig! Österreich feiert bei der Fußball-EM seinen ersten Sieg überhaupt. Beim 3:1 gegen Nordmazedonien waren aber nicht alle Spieler trotz des historischen Erfolgs bei der EM 2021 restlos glücklich. Kurz vor Spielende kam es zu einem handfesten Streit zwischen David Alaba und Torschütze Marko Arnautovic.

EM 2021: Arnautovic rastet bei Österreich-Sieg aus - Alaba versucht zu beruhigen

Was war passiert? Das ÖFB-Team tat sich gegen den Außenseiter lange Zeit schwer und kam zunächst nicht über ein 1:1 hinaus. In der 78. Minute fiel dann der erlösende Treffer durch den eingewechselten Augsburger Michael Gregoritsch. Die Vorlage gab der überragende David Alaba, der nach dem Turnier vom FC Bayern zu Real Madrid wechseln wird. Kurz vor Schluss sorgte dann Marko Arnautovic für die Entscheidung. Der frühere Bremer, der mittlerweile in China bei Shanghai SIPG spielt, wurde wie Gregoritsch nach einer knappen Stunde eingewechselt.

Die Jokerrolle sorgte bei Arnautovic wohl für dermaßen viel Frust, dass er nach seinem Treffer gar nicht mehr zu bremsen war. Der 32-jährige Wiener schimpfte mit wilden Gesten Richtung Fans und nordmazedonischer Spieler, was er genau von sich gab, war nicht auszumachen. Kapitän Alaba versuchte seinen fluchenden Teamkollegen zu bändigen, packte ihn am Kinn und drückte den Mund zu. Der Noch-Bayer wollte den pöbelnden Arnautovic wohl vor sich selbst schützen und redete furchtlos auf diesen ein. Dessen Wut richtete sich offenbar auch in Richtung Gegenspieler Ezgjan Alioski, der zuvor Xaver Schlager brutal umgegrätscht hatte.

Man hat aber gesehen, was für einen Charakter er hat.

David Alaba über Marko Arnautovic

EM 2021: Alaba hat Verständnis für Arnautovic

Warum Arnautovic nach seinem tollen Sprint am Torwart vorbei und dem Flachschuss ins dann leere Gehäuse zur Schimpftirade angesetzt hatte, blieb nach dem Spiel allerdings offen - schließlich gab es damit eigentlich nur Grund zur Freude: Österreich feierte mit dem Sieg den ersten Erfolg bei einer EM. Alaba lobte seinen Kumpel nach dem Spiel und stellte eine Vermutung an. „Wir Spieler wollen immer spielen. Man hat aber gesehen, was für einen Charakter er hat. Er ist reingekommen und hat direkt 100 Prozent gegeben. Er war immer für die Mannschaft da, auch als der Trainer ihm die Entscheidung mitgeteilt hat, dass er auf der Bank sitzt“, so Alaba über Arnautovic, der in der Vorbereitung noch etwas angeschlagen war und wohl deshalb von der Bank kam.

„Wir haben unser erstes Ziel erreicht“, sagte Alaba, der ungewohnt auch im Nationaltrikot wie mehrfach beim FC Bayern das Spiel als zentraler Innenverteidiger organisiert hatte. „Da wollen wir weitermachen.“ Gemeint war der Einzug in die K.o.-Runde, und weil auch die vier besten Gruppendritten ins Achtelfinale einziehen, ist ein Sieg dafür schon einmal eine sehr gute Voraussetzung. Die nächsten Gegner heißen Niederlande (am Donnerstag) und Ukraine (Montag, 21. Juni). Die Holländer rangen die Ukrainer in einer fulminanten Partie nieder. (ck)

Rubriklistenbild: © Robert Ghement

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