tz-Interview mit Andreas Wurm

Stadionsprecher packt über kleine DFB-Streiche aus: „Leute wie Thomas Müller ...“

Fußball EM 2021 - Stadion in München: Andreas Wurm: Der DFB-Stadionsprecher freut sich, wieder Publikum begrüßen zu dürfen.
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Andreas Wurm: Der DFB-Stadionsprecher freut sich, wieder Publikum begrüßen zu dürfen.

Andreas Wurm bezeichnet sich selbst als „Stimme des Stadions“ - zurecht. Seit über zehn Jahren spricht er für den DFB. Bei der EM hat er noch mehr Einsätze.

München - Vor über zehn Jahren begann Andreas Wurms Karriere als Stadionsprecher der DFB-Elf. Auch bei der EM ist er bei allen vier Spielen in der Arena im Einsatz. „Ich bin die Stimme des Stadions, bin der Gastgeber und werde die französischen, portugiesischen und ungarischen Teams und Zuschauer genauso begrüßen wie die deutschen“, so Wurm. Das tz-Interview mit der DFB-Stimme.

Für die Arena sind 14.000 Zuschauer zugelassen. Wie wichtig sind sie?
Wurm: Immens wichtig. Weil sie den Rahmen und die Atmosphäre für das Spiel bilden, die Emotionen für das Spiel transportieren. Und sie reagieren auf das, was man sagt. In einem etwas gefüllten Stadion passiert etwas. Da sagt man etwas und merkt, dass Zehntausende reagieren. Wir tun gut daran, bei der Euro ein Stück weit zum Normalbetrieb zurückzukehren.
In der Vorrunde präsentieren Sie auch die Aufstellungen der portugiesischen, französischen sowie ungarischen Nationalmannschaft, deren Namen Ihnen vermutlich die größten Probleme bereiten dürften.
Wurm: Das stimmt. Die Namen habe ich ja von den offiziellen Meldelisten. Aber am Spieltag selbst gehe ich zu den Beteuern und lasse mir die Namen noch mal vorlesen. Das hilft auch, um sich im Zweifelsfall Eigenheiten eines Namens erklären zu lassen.
Haben Sie Kontakt zum Team?
Wurm: Zuletzt waren wir bei Länderspielen aus Bubble-Gründen nicht am Spielfeld, sondern auf der Tribüne. Bei der Euro bin ich im Innenraum, da kommt es schon zu Kontakt mit einzelnen Spielern. Da kann es schon mal sein, dass dir einer Hasenohren macht, wenn du gerade auf Sendung bist, oder dass du beim Warm-up absichtlich abgeschossen wirst. Gerade von Leuten wie Thomas Müller kann schon mal was kommen. Aber unter Pandemiebedingungen geht man bewusst auf Abstand.
Sind Ihnen die Nationalspieler vertraut?
Wurm: Natürlich ist die Mannschaft ein in sich geschlossener Bereich, aber wenn man sich über einen so langen Zeitraum immer mal sieht, entsteht eine gewisse Verbindung, wenn auch keine freundschaftliche. Ich habe das erste Spiel von Thomas Müller und Toni Kroos gemacht, habe deren ganze Nationalmannschaftskarriere eng verfolgt. Das hat teilweise schon in der U21 begonnen. Ich könnte jetzt aber in meinem Telefonbuch keinen der Spieler raussuchen.
Auf welches der vier Spiele freuen Sie sich am meisten?
Wurm: Definitiv auf das Erste, weil die Atmosphäre wieder anders sein wird. Wir werden mit 14.000 Zuschauern in der Arena sein. Das erste Mal nach ewiger Zeit bekommst du als Stadionmoderator wieder Feedback auf das, was du sagst. Das wird ein ganz besonderer Moment, wenn man in der Arena steht und sagen kann: „Wie schön, dass ihr wieder da seid. Hier gehört ihr her!“ Das ist das, was Fußball ausmacht. Ich freue mich, das mit den Zuschauern erleben zu dürfen.

Das Interview führte Thorsten Jung.

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