Mehrere Aktionen angekündigt

Nach Verbot von Regenbogen-Arena: Reiter trickst UEFA aus und lässt es bunt werden

München wehrt sich vehement und kreativ gegen das Verbot der UEFA, das Münchner Stadion in Regenbogenfarben leuchten zu lassen. OB Reiter kündigte mehrere Aktionen an.

München - Wie hatte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter geschimpft über das Verbot der UEFA, das Stadion während des EM-Spiels der deutschen Nationalmannschaft gegen Ungarn in Regenbogenfarben* anzuleuchten. Beschämend sei es, dass man kein Zeichen für Vielfalt, Toleranz, Respekt und Solidarität setzen dürfe. Nicht nur Reiter war sauer, Kritik kam auch von zahlreichen deutschen Politikern.

Doch München lässt das Verbot nicht auf sich sitzen und plant alternative Statements. Aus Wut wurde Kreativität. Nur wenige Stunden nach der Entscheidung der UEFA* zeigte sich Reiter trotzig: „Wir werden uns in München nicht davon abhalten lassen, ein deutliches Zeichen in Richtung Ungarn zu senden“, sagte der SPD-Politiker dem Bayerischen Rundfunk und kündigte an, mehrere Wahrzeichen der bayerischen Landeshauptstadt bunt zu beleuchten.

Regenbogenfarben-Verbot für Allianz Arena: Münchens OB Reiter wendet Trick an

So soll etwa der Olympiaturm mehrfarbig angestrahlt werden. Das Rathaus soll mit Regenbogenfahnen beflaggt werden. Als besonders kreativ erwies sich Reiter bei einem Objekt, das ganz in der Nähe der Allianz Arena* steht. Denn auch ein Windrad direkt um die Ecke der Arena werde bunt beleuchtet, sagte der Oberbürgermeister.

So wird auf Fotos oder TV-Bildern zwar nicht das Stadion bunt sein, dafür aber das für alle Fans gut sichtbare und nur wenige hundert Meter entfernte Windrad. So schafft es München mit einem Trick doch noch, ein Zeichen in Richtung Ungarn zu senden. Das Land verbietet künftig Werbung von Konzernen, die sich mit Homosexuellen solidarisch erklären. In der EU löste das Gesetz eine Protestwelle aus.

Neben München planen weitere Initiatoren Aktionen aus Protest gegen Ungarn

Doch nicht nur die Stadt plant Alternativen. Die Initiatoren des Christopher Street Days wollen mit weiteren Unterstützern vor dem Stadion 11.000 Fähnchen in Regenbogenfarben verteilen. Laut der Grünen-Stadträtin Gudrun Lux könnten in München vermehrt Regenbogenflaggen zu sehen sein.

Auch forderte sie die Nationalspieler auf, dem Beispiel Manuel Neuer* zu folgen und im Spiel gegen Ungarn eine Regenbogenbinde zu tragen. Das dürfte dann aber wohl eine Untersuchung der UEFA zur Folge haben. Bei DFB-Kapitän Neuer hatte die UEFA Ermittlungen erwogen, diese dann aber eingestellt und den Fall als „good cause“ zu den Akten gelegt. (mt) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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