Sohn von 1860-Ikone

Philipp Max: Ist sein berühmter Papa jetzt eifersüchtig? „Der ein oder andere Flachs ...“

Fußball: Länderspiele, Deutschland - Tschechien in der Red Bull Arena. Philipp Max von Deutschland in Aktion.
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Philipp Max: Der ehemalige Augsburger hat nach langem Warten den Sprung in die Nationalmannschaft geschafft - jetzt hofft er auf die Teilnahme bei der EM 2021.

Darf Philipp Max mit der Nationalmannschaft zur EM 2021? Ist sein Vater vielleicht etwas eifersüchtig? Der Sohn von Ex-1860-Knipser Martin Max im tz-Interview.

Philipp Max (27) ist der Sohn des ehemaligen 1860-Torjägers Martin Max (52). Ähnlich wie sein Papa musste der Linksverteidiger lange auf seine DFB-Nominierung warten. Jetzt hat er aber gute Chancen, im Sommer für die Europameisterschaft nominiert zu werden. Das tz-Interview.

Herr Max, Ihre letzte Länderspielreise endete eher unglücklich in Spanien. Wie war das?
Max: Erst mal bin ich total froh und stolz, wieder dabei zu sein. Meine erste Länderspiel-Reise hat mit der 0:6-Niederlage gegen Spanien nicht schön geendet und es war dementsprechend nicht ganz einfach für mich. 
Aber?
Max: Trotzdem haben die schönen Dinge mit meinem Debüt und den ersten beiden Spielen für die Nationalmannschaft überwogen. Mit dem 0:6 hatten wir alle zu kämpfen, aber das Spiel ist aufgearbeitet. Jetzt geht der Blick nach vorne. 
Was hat Ihr Vater Martin zu ihrem Länderspiel-Debüt gesagt? Ist er stolz oder eifersüchtig, weil Sie jetzt auf mehr DFB-Minuten kommen?
Max (lacht): Eifersüchtig ist er nicht, aber sehr stolz und sehr froh. Das hat er sich immer von Herzen gewünscht – und ich natürlich auch. Ich habe lange auf diesen Moment hingefiebert. Der eine oder andere Flachs ist da schon gefallen bei meinem Papa, aber alles im Rahmen. 
Sie haben lange für diesen Moment gearbeitet. Wie groß war die Erleichterung nach dem DFB-Debüt?
Max: Ich würde nicht sagen, dass einem da ein Stein vom Herzen fällt. Es war für mich selber eine Bestätigung, dass ich es kann. Auch weil es in der Vergangenheit viele Kritiker gab, die mir das nicht zugetraut hatten. Deswegen ist es eher eine Genugtuung und auch ein besonderes Gefühl. 
Wie hoch rechnen Sie sich Ihre Chancen aus, bei der EM im Sommer dabei zu sein?
Max: Die Konkurrenz ist sehr groß, wir haben super Qualität auf diesen Positionen. Trotzdem versuche ich, mein Spiel durchzuziehen und meine Fähigkeiten abzurufen. Dann bin ich mir sicher, dass ich der Mannschaft helfen kann. 
Sie haben beim FC Augsburg über Jahre hinweg gute Leistung gebracht und wurden nie für die Nationalmannschaft nominiert. Dann wechseln Sie nach Eindhoven und sind prompt dabei. Fehlt Augsburg die DFB-Lobby?
Max: Das ist eine gute Frage. Aber mit Felix Uduokhai wurde letztens ja auch ein Augsburger nominiert. Bei mir hat es sich durch die ganze Karriere durchgezogen, dass ich immer etwas Anlauf gebraucht habe, egal wo ich war. Ich habe im letzten Jahr viel dazugelernt. 
Wie unterscheiden sich die niederländische Liga und die Bundesliga
Max: Es wird hier sehr viel auf hochtalentierte Spieler gebaut. In der Bundesliga hat man viele Top-Teams, die um die internationalen Plätze mitspielen. In Holland sind die alten Bekannten immer vorne dabei mit sehr hoher Qualität und machen alles unter sich aus.
Wie schlägt sich Bayern-Mittelfeld-Leihgabe Adrian Fein bei Eindhoven?
Max: Adri hat nicht so viel Spielzeit bekommen bisher. Er macht aber auf alle Fälle Schritte vorwärts. Ich sehe, dass er will, dass er möchte. Das ist für mich immer eine Grundvoraussetzung. Jetzt hoffe ich, dass er da dran bleibt und künftig mehr Spielzeit bekommt. 

Das Interview führte Manuel Bonke.

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