EM-Auslosung am Freitag: Wer auf wen treffen kann

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Joachim Löw (Archivfoto) ist entspannt

Kiew - In Kiew werden am Freitag die Gruppen für die EM 2012 ausgelost. Die deutschen Fans sind gespannt, der Bundestrainer ist gelassen. Dabei könnte das DFB-Team knackige Gegner bekommen.

Update vom 30. November 2018: Gegen welche Gegner müssen wir im Kampf um ein Ticket für die Europameisterschaft ran? Wir haben bereits zusammengefasst, wie Sie die Sie die Auslosung der Qualifikation für die EM 2020 live im TV und im Live-Stream sehen.

Vor seiner letzten offiziellen Dienstreise des Jahres gibt sich Joachim Löw völlig entspannt. Wenn an diesem Freitag (18.00 Uhr MEZ/ARD und Eurosport live) im Kunstpalast “Ukraina“ von Kiew die Lose für die Europameisterschafts-Gruppenphase gezogen werden, will sich der Bundestrainer in seinem Zuschauersessel ganz relaxed zurücklehnen. “Es gibt weder Wunsch-, noch Angstgegner“, sagte Löw, der sich längst mit der Rolle als EM-Mitfavorit angefreundet hat.

Deutschland kann auf Spanien, Portugal und Frankreich treffen

Selbst wenn das deutsche Nationalteam beim Turnier in Polen und der Ukraine im kommenden Sommer schon in der Vorrunde etwa auf Titelverteidiger Spanien, Portugal und Frankreich treffen würde - der 51-jährige Löw bleibt gelassen: “Wir nehmen die Auslosung, wie sie kommt. Es gibt keine Gegner, gegen die wir nicht gern spielen.“

DFB-Teammanager Oliver Bierhoff, der neben Löw, Assistenzcoach Hansi Flick, Nationalelf-Organisationschef Georg Behlau, den beiden Mediensprechern Harald Stenger und Uli Voigt sowie Reisemarschall Wolfgang Wirthmann zur siebenköpfigen DFB-Abordnung in Kiew gehört, sieht die Lose ebenfalls ohne Zittern. “Wir machen uns davon frei, wir haben eine hohe Qualität und können jeden schlagen.“

In der Qualifikation hatte Deutschland wie nur noch Welt- und Europameister Spanien alle Spiele gewonnen. “Gegen wen wir in der Vorrunde kommen, ist uns egal“, erklärte Bierhoff. Der einstige DFB-Kapitän hatte 1996 mit seinem Golden Goal im Wembley-Stadion von London bei der EURO für den letzten von sechs großen Titeln für Deutschland gesorgt.

“Weniger gelassen bin ich, wenn es losgeht“, sagte Löw, der trotz eines Vertrages mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) bis zur WM 2014 in Brasilien seine Arbeit als Bundestrainer schon im kommenden Sommer mit einem Titel krönen will. “Wir haben die Qualität, gehören zu den besten Teams der Welt. Aber in einem Turnier entscheiden Kleinigkeiten.“

Rund 1,4 Millionen Zuschauer werden in den acht Stadien Polens und der Ukraine vom 8. Juni bis zum 1. Juli 2012 die 31 Spiele verfolgen. In 200 Ländern werden die Partien der 14. Europameisterschaft im Fernsehen übertragen. “Es wird ein Top-Turnier mit allen Top-Teams der UEFA-Rangliste. Es gibt keine Zeit zum Einspielen, es geht von Beginn an um alles“, blickte der DFB-Chefcoach schon voraus.

Nach einem Koeffizienten, errechnet aus den Ergebnissen der Qualifikation zur EM 2008 und 2012 und zur WM 2010 sowie den Endrundenergebnissen in der Schweiz/Österreich sowie in Südafrika, steckt Deutschland nur im zweiten Lostopf. Gesetzt sind neben den beiden Gastgebern Polen und Ukraine als Köpfe der Gruppen A und D Spanien und die Niederlande. “Ich sehe Spanien, Holland und Deutschland nicht als alleinige Favoriten. England, Frankreich und Italien werden eine gute Rolle spielen“, erklärte Löw.

Mit der DFB-Auswahl befinden sich am Freitagabend Italien, England und Russland im zweiten Topf, können so in der Gruppenphase nicht auf Deutschland treffen. Aus Topf drei werden Kroatien, Griechenland, Portugal und Schweden zugelost, aus dem vierten Topf Dänemark, Frankreich, Tschechien und Irland.

“Natürlich wünscht man sich eine gute Gruppenauslosung. Aber es kann vielleicht auch ein Vorteil sein, wenn man gleich von Beginn an voll gefordert wird“, erklärte Manager Bierhoff zu der Konstellation. Miroslav Klose, mit 33 Jahren, 113 Länderspielen und 63 Toren der erfahrenste von den rund 30 deutschen EM-Anwärtern, ist unabhängig der Gruppenauslosung sicher: “Wir haben absolut die Mannschaft dazu, da weit zu kommen.“

dpa

Die größten Schiri-Pannen bei WM-Turnieren

1934: Beim zweiten WM-Turnier hat die Bevorzugung von Gastgeber Italien offenbar System. Im Viertelfinale gegen Spanien (1:1) wird ein reguläres Tor der Iberer von Schiedsrichter Louis Baert aus Belgien nicht anerkannt. (Foto: Guiseppe Meazza) © dpa
Die Italiener können ungestraft foulen. Im notwendigen Wiederholungsspiel sind sieben Spanier verletzt. Der Siegtreffer zum 1:0 der Italiener ist irregulär, zwei reguläre Tore der Spanier werden vom später international gesperrten Schweizer Referee Rene Mercet nicht anerkannt. (Foto: Italien-Keeper Ricardo Zamora) © dpa
1966: Das Wembley-Tor. Die Mutter aller Fehlentscheidungen. Im WM-Finale schießt Geoff Hurst den Ball an die Unterkante der Latte. Damals war nicht klar erkennbar, ob sein Schuss zum 3:2 hinter der Torlinie aufgeprallt war. © dpa
Der Schweizer Schiedsrichter Gottfried Dienst gab den Treffer nach Rücksprache mit dem sowjetischen Linienrichter Tofik Bachramow dennoch. England wurde durch ein 4:2 Weltmeister. Diskutiert wird über Jahrzehnte. Erst dann lassen wissenschaftliche Analysen vermuten: Es war wohl kein Tor. © dpa
1982: Der deutsche Fußball zeigt sein hässliches Gesicht. Im WM- Halbfinale gegen Frankreich rammt Torwart Toni Schumacher den auf ihn zueilenden Patrick Battiston außerhalb des Strafraums rabiat um. Battiston erleidet Wirbelverletzungen, eine Gehirnerschütterung und verliert mehrere Zähne. © dpa
Schiedsrichter Charles Corver ahndet das rüde Foul nicht. Es gibt Tor-Abstoß für Deutschland. Schumacher zeigt sich zunächst wenig einsichtig. “Ich zahle ihm seine Jacketkronen“, merkt er unsensibel an. Später versöhnen sich die Profis - und die Zähne kommen ins Museum (Foto). © dpa
1986: Die “Hand Gottes“ greift in die Fußball-Geschichte ein. Diego Armando Maradona springt im WM-Viertelfinale höher als der englische Torwart Peter Shilton und köpft den Ball ins Tor - meint man. In der Zeitlupe wird klar, was Schiedsrichter Ali Ben-Naceur aus Tunesien nicht gesehen hat. Mit der Faust bugsierte “der Göttliche“ den Ball ins Netz. Der Tor-Betrug wirft England aus dem Turnier. © Getty
Argentinien wird später Weltmeister und Maradona nicht nur in seiner Heimat kulthaft verehrt. Dem Genie wird der Hand-Streich nachgesehen. © Getty
1990: Ein Duell voller Emotionen. Deutschland gegen die Niederlande im WM-Achtelfinale in Mailand. Einer verliert die Nerven (der Holländer Frank Rijkaard) und einer den Überblick (Schiedsrichter Juan Carlos Lousteau aus Argentinien). Nach den Spuck-Tiraden Rijkaards gegen Rudi Völler stellt er beide Spieler vom Platz. © dpa
Der unschuldige Völler kann die Ungerechtigkeit nicht fassen. Seine Teamkollegen kämpfen auch für ihn und siegen 2:1. Völler und Rijkaard versöhnen sich später und machen gemeinsam Butter-Werbung. © Getty
2006: Im WM-Finale verliert Zinedine Zidane nach einer üblen verbalen Provokation durch Marco Materazzi die Nerven. Der Kopfstoß des Franzosen bekommt Kult-Charakter. Die Rote Karte für Zidane durch Schiedsrichter Horacio Elizondo ist regelkonform. © dpa
Aber wie wurde der Referee auf die Tätlichkeit aufmerksam. Bis heute halten sich Gerüchte, dass der vierte Unparteiische nur durch Ansicht der TV- Bilder am Spielfeldrand das Vergehen sah. Dann hätte der bei der FIFA noch verpönte Video-Beweis durch die “Hintertür“ Einzug gehalten. © dpa
2010: Wiedergutmachung für Wembley! Im Achtelfinale erzielt Frank Lampard den 2:2-Ausgleich für England. © dpa
Trainer Capello jubelt schon, aber Schiedsrichter Jorge Larrionda gibt das Tor nicht, obwohl der Ball von der Unterkante der Latte deutlich hinter der deutschen Torlinie aufprallt. Auch nicht nach Wayne Rooneys Protesten (Foto) Deutschland siegt mit 4:1. Verteidiger Per Mertesacker merkt in Anspielung auf 1966 süffisant an: “Man sieht sich immer zweimal“. England leckt seine Wunden und die Schiri- Diskussion bei der WM in Südafrika entbrennt richtig. © dpa
2010: Keine fünf Stunden nach der Panne von Bloemfontein gibt es die nächste gravierende Schiedsrichter-Fehlleistung. Der bis dahin schon durch affektierte Pfeiferei aufgefallene Italiener Roberto Rosetti übersieht wie sein Linienrichter eine klare Abseitsstellung des Argentiniers Carlos Tevez vor dessen 1:0. © AP
Wütende Proteste der Mexikaner nützen nichts. Rosetti bleibt beim Fehlurteil. Argentinien gewinnt 3:1 und bucht das Viertelfinale gegen Deutschland. © dpa

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