Löw verzockt fast die EM

Jogis irrer Wechselfehler! Folgenschwere Entscheidung geht nach hinten los - Experte fassungslos

Jogi Löw setzt mit einem Wechselfehler gegen Ungarn die EM aufs Spiel. Experte Ewald Lienen macht nicht nur die Auswechslung von Torschütze Havertz fassungslos.

München - Deutschland* ist bei der Europameisterschaft* nur haarscharf an einer nationalen Katastrophe vorbeigeschrammt. Nur sechs Minuten trennte die deutsche Nationalmannschaft gegen Ungarn vom blamablen EM*-Aus in der Vorrunde. Bis kurz vor Schluss in der 84. Minute doch noch der erlösende Treffer zum 2:2 fiel.

Joachim Löw* hatte an der Zitterpartie gegen den Außenseiter großen Anteil. Dass das DFB-Team kurz vor dem Abgrund stand, hatte auch mit den Personalentscheidungen des Bundestrainers zu tun. Jogi hat sich mit seinen Wechseln verzockt und beinahe höchstpersönlich für das Ende seiner Ära im Nationalteam gesorgt.

EM: Löw wechselt Torschütze Havertz aus - Befürchtung von Experte Lienen wird sofort wahr

„Wenn ich als Trainer einen Wechselfehler gemacht habe, bin ich sofort bestraft worden, dann kriegst du sofort ein Gegentor“, polterte Fußball-Experte Ewald Lienen nach dem Spiel in der Sendung Markus Lanz. Was war passiert: Kai Havertz erlöste die deutsche Mannschaft mit seinem Treffer zum 1:1 - der Bann gegen aufopferungsvoll verteidigende Ungarn war gebrochen. Denkste! Die euphorisierte DFB-Elf ließ sich direkt nach Anstoß übertölpeln und kassierte den nächsten Rückstand.

Havertz war da schon nicht mehr auf dem Rasen. Der Finalheld vom FC Chelsea aus dem Champions-League-Finale, der schon gegen Portugal zu den Torschützen zählte, wurde nach seinem Treffer durch Vereinskollege Timo Werner ersetzt. Ein folgenschwerer Wechselfehler von Löw, wie sich später herausstellen sollte. „Das war sofort mein Gedanke: ‚Der wechselt Havertz aus, jetzt kriegst du einen rein.‘ Ich konnte den Gedanken noch nicht einmal zu Ende führen, da war das Ding schon drin“, echauffierte sich Lienen. Der Zeitpunkt der Auswechslung war sicherlich mehr als unglücklich gewählt.

DFB: Löw gefährdet EM - Irre Taktik mit Leroy Sané

Lienen forderte zur Pause die Umstellung auf Viererkette und die Versetzung von Joshua Kimmich von rechts ins Zentrum, was von Löw tatsächlich so umgesetzt wurde, allerdings eben nur in Ballbesitz. In der Defensive musste nun Leroy Sané* die Außenbahn beackern. „Sané ist die Linie rauf und runter gerannt, bis ihm die Zunge hier hing. Anschließend hat er keine Kraft mehr gehabt, um später den Pass zum Tor zu spielen“, machte der 67-Jährige seinem Ärger Luft. Zudem sei Sané beim Gegentor der letzte Mann gewesen, was so eigentlich nicht geplant sein könne. „Er muss von ganz vorne nach hinten durchlaufen.“ Das sei auch eine Sache des Übungsleiters, gemeint ist Löw.

Warum Sané überhaupt in der Startelf und dann auch noch über die komplette Spielzeit auf dem Platz stand, steht auf einem anderen Blatt. Der sensible Dribbelkünstler ist nie wirklich in der Nationalmannschaft angekommen, das fehlende Selbstvertrauen ist ihm deutlich anzumerken. Schuld daran hat laut Lienen auch Löw. Dass der Bundestrainer Sané als einen der besten Offensivspieler Europas nicht mit zur WM 2018 genommen habe, sei ein Misstrauensvotum gewesen, das die weitere Karriere des 25-Jährigen geprägt habe. „Als Trainer kann ich Spielern Vertrauen geben“, sagt Lienen, „ich kann sie aber auch kaputtmachen.“

Mit Torschütze Leon Goretzka und Initiator Jamal Musiala hat Löw am Ende doch noch ein glückliches Händchen bewiesen und nach seinem kapitalen Wechselfehler für Schadensbegrenzung gesorgt. Im Achtelfinale gegen England am Dienstag dürften solche Schnitzer aber wohl nicht mehr so einfach kaschiert werden können. Belohnt Löw das Joker-Duo dann sogar mit einer Startelf-Nominierung? Für Musiala wäre es ein ganz besonderes Spiel. (ck) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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