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Einzelkritik zum EM-Finale: England mit zwei Gesichtern - und wo war eigentlich Immobile?

Immobile und Chiesa
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Einzelkritik zum EM-Finale: England mit zwei Gesichtern - und wo war eigentlich Immobile?

Italien und England bestritten das EM-Finale 2021 in Wembley. Es war ein denkwürdiges Endspiel der EURO 2020. Die Einzelkritik von tz.de.

München/London - Es war der passende Abschluss einer durchaus spektakulären Fußball-Europameisterschaft. Italien und England lieferten sich im Londoner Wembley-Stadion ein packendes Duell um den EM-Titel - das natürlich im Elfmeterschießen entschieden wurde.

Harry Kane? Raheem Sterling? Federico Chiesa? Giorgio Chiellini? Gianluigi Donnarumma? Wer war der beste Spieler? Die Einzelkritik von tz.de zum EM-Finale zwischen Italien und England.

Gianluigi Donnarumma

Wurde nach 117 Sekunden geschockt, hatte gegen Shaws Dropkick aus kürzester Distanz nicht den Hauch einer Chance. Wurde anschließend wenig geprüft, war aber bei Flanken zur Stelle. Im Elfmeterscheißen dann der Held! Note 1

Giovanni Di Lorenzo

War anfangs völlig überfordert, weil er nicht wusste, ob er Shaw oder Mount decken sollte. Erst nach gut einer halben Stunde sicherer, als Chiesa ihn mehr und mehr unterstützte. Anschließend besser, aber auch wenig Impulse nach vorne. Note 4

Leonardo Bonucci

Wie die ganze italienische Elf anfangs neben den Spur. Ließ sich von Kane das eine oder andere Mal aus der Viererkette locken, was die Räume für die englischen Außen brachte. Im zweiten Durchgang dann der gewohnte Abwehr-Leader - der dann sogar den Ausgleich erzielte. Note 2

Giorgio Chiellini

Die italienische Ausgeburt der guten Laune und Lockerheit. Davon war in den ersten 20 Minuten wenig zu sehen, hatte so seine Probleme mit Sterling. Wie alle Italiener nach der Pause aber wieder bärenstark. Note 2

Emerson

Auch ihn stellte die englische Fünferkette vor große Probleme. Defensiv wusste er gar nicht, was los ist. Offensiv mit einigen Ungenauigkeiten. Konnte Spinazzola dieses Mal nicht so gut ersetzen. Note 4

Jorginho

Eigentlich ja das Herz der Squadra Azzurra. Konnte dem Team in der Anfangsphase aber keine Sicherheit geben, bekam zudem einen Schlag aufs Knie, der ihn zunächst zu hemmen schien. Im Pausentee schien dann aber etwas drin gewesen zu sein, weil der Champions-League-Sieger danach voll aufdrehte und wie gewohnt die Fäden zog. Hatte in der Verlängerung Glück, dass Björn Kuipers bei der Aktion gegen Grealish nur Gelb gab. Note 2

Marco Veratti

Erst konfus, dann bockstark. Der PSG-Star war ein Sinnbild des Auftritts der Mancini-Elf. Vor allem nach der Pause einer der Besten. Note 2

Nicolo Barella

Schwacher Auftritt des Inter-Kickers. Konnte nicht an die starken Auftritte aus dem Halb- und Viertelfinale anknüpfen. Musste daher auch in der 55. Minute schon raus. Note 4

Federico Chiesa

Super Aktion in der 35. Minute. Bester, weil auffälligster Akteur der Squadra Azzura. Hatte zwei gute Möglichkeiten, traf aber nicht und musste dann kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Note 2

Lorenzo Insigne

Im Zeugnis würde stehen: Er war stets bemüht. Das ist in einem EM-Finale natürlich lobenswert, bringt aber leider wenig. War zwar aktiv und versuchte viel, wirklich Fortune hatten seine Aktionen aber nicht. Note 4

Ciro Immobile

Was? Der Lazio-Stürmer hat gespielt? War überhaupt kein Faktor im Spiel der Italiener. Note 5

Domenico Berardi

Kam im zweiten Durchgang für Immobile und hatte eine gute Aktion, als Pickford zu zögerlich rauskam. Letztlich aber auch wenig Szenen. Note 3

Bryan Cristante

Ersetzte in der 55. Minute Barella und half mit, das italienische Spiel zu stabilisieren. Mit ihm übernahm die Azzurra die Kontrolle. Note 3

Federico Bernadeschi

Kam in der 86. Minute für den angeschlagenen Chiesa. Sorgte noch einmal für etwas Schwung im Angriff der Italiener. Note 3

Andrea Belotti

Durfte zu Beginn der Verlängerung ran, kam für Insigne und rückte auf die Immobile-Position. War dort in 30 Minuten wesentlich auffälliger. Note 3

Manuel Locatelli

Ersetzte den starken Verratti in der Verlängerung. Ohne Bewertung.

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Jordan Pickford

Wirkte wie im gesamten Turnier nicht immer sicher, war aber zur Stelle, wenn er gebraucht wurde. Als England-Fan muss man etwas Angst haben, wenn er den Ball am Fuß hat. Rettete unkonventionell in der Verlängerung gegen Bernadeschi. Note 3

Kyle Walker

Ziemlich abgezockter Auftritt des Verteidigers von Manchester City. Agierte vor der Pause als rechtes Glied einer Dreierkette, war nach der Umstellung auf die Viererkette ein klassischer Rechtsverteidiger. Note 3

John Stones

Bildete mit Maguire einen starken Abwehrverbund, der weder in der Luft, noch am Boden zu schlagen war. Vor allem auch in der Offensive gefährlich. Note 3

Harry Maguire

Patzte nach wenigen Sekunden, als er einen Ball anstatt zu Pickford ins Toraus spielte. Aber vermutlich war das als Wecker gedacht, weil quasi im Anschluss der Führungstreffer fiel. Ansonsten eine absolute Bank in der Defensive. Note 3

Kieran Trippier

War in der Anfangsphase von den Italiener überhaupt nicht in den Griff zu bekommen, hatte ganz, ganz viel Platz. Bereitete die frühe Führung durch Shaw vor und injizierte einige gute Angriffe. Nach der Pause aber nicht mehr zu sehen und musste nach 70 Minuten dann auch Saka weichen. Note 3

Kalvin Phillips

Mit der beste Engländer auf dem Platz. Ließ das italienische Mittelfeld überhaupt nicht zum Zug kommen und schaltete sich immer wieder gut mit nach vorne ein. Vor allem seine Weitschüsse waren oft gefährlich. Note 2

Declan Rice

An der Seite von Phillips 75 Minuten lang bärenstark, war dann aber, wie die meisten Engländer etwas überfordert. Henderson ersetzte ihn anschließend. Note 2

Luke Shaw

Auf der Insel als „The lazy guy“ (Der faule Junge) verschrien. Bewies aber nach nicht einmal zwei Minuten, dass er gar nicht so faul ist. Leitete seinen Treffer quasi selbst mit ein. Auch anschließend ein absoluter Aktivposten, weil er über links viel Dampf machte. Note 2

Mason Mount

Spielte eine richtig gute Erste Hälfte im EM-Finale, war dann aber auch nicht mehr zu sehen. Wurde nach knapp 100 Minuten durch Grealish ersetzt. Note 3

Raheem Sterling

Eigentlich an fast jeder Offensivaktion der Three Lions beteiligt, hatte aber nicht das Spielglück wie in den Partien davor. Note 4

Harry Kane

Wenige gefährliche Aktionen des Skippers. Aber brutal wichtig für das Spiel der Southgate-Elf. Ließ sich immer wieder fallen und band so zwei, manchmal gar drei Leute und schaffte so Raum für die restlichen Offensivspieler. Note 3

Bukayo Saka

Der Arsenal-Kicker ersetzte den auffälligen Trippier. Wurde in der Nachspielzeit von Chiellini am Krawatterl gepackt, als dieser sich verschätzte - und war dann die tragische Figur. Note 3

Jordan Henderson

Kam zu der Zeit, als Italien das Spiel kontrollierte. Der Liverpool-Captain war sofort da und brachte sofort Ruhe ins Spiel der Engländer. Wurde kurz vor dem Elfmeterschießen wieder ausgewechselt. Note 3

Jack Grealish

Ersetzte Mount in der Verlängerung. Wurde von Jorginho böse getroffen. Ohne Bewertung.

Markus Rashford

Kam fürs Elfmeterschießen. Ohne Bewertung.

Jadon Sancho

Ebenfalls in der 120. fürs Elfmeterschießen eingewechselt. Ohne Bewertung.

(smk)

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