Im TV fiel das wohl kaum jemandem auf

Italien-Szene macht EM-Fans sauer - „Sollte sich schämen“

Italiens Stürmer Ciro Immobile beschwert sich beim Schiedsrichter.
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Italiens Stürmer Ciro Immobile ist mit allen Wassern gewaschen.

Italien mausert sich mit dem Sieg gegen Belgien zum EM-Favoriten - doch ein altes Laster bleibt. Ein Video entlarvt eine peinliche Szene.

München - Die Zeiten, in denen Italien das Spiel des Gegners zerstörte und einen undurchdringbaren Abwehrriegel aufbaute, sind vorbei. Unter Roberto Mancini entwickelte sich das Team mit dominanten Auftritten zum Topfavoriten auf den EM-Titel. Im Viertelfinale besiegte die „Squadra Azzurra“ Belgien und steht verdient im Halbfinale des Turniers.

Im Gegensatz zum deutschen Team scheint den Italienern der Umbruch voll und ganz gelungen zu sein. Seit 32 Spielen ist die Mannschaft ungeschlagen - da hat man doch eigentlich keine Schauspieleinlagen mehr nötig, oder? Anscheinend doch: Die Italiener konnten sich auch gegen Belgien nicht von ihrem alten Laster der Theatralik befreien. Ciro Immobile sorgte mit einer relativ peinlichen Wunderheilung für Unmut bei vielen Fußballfans.

EM: Italiens Ciro Immobile sorgt mit „Wunderheilung“ für Hohn und Spott

Was war passiert? Vor dem 1:0 der Italiener ging der Stürmer nach einem Zweikampf mit Thomas Vermaelen im Strafraum zu Boden und wälzte sich theatralisch hin und her. Doch kurz darauf erzielte Nicolo Barella den Führungstreffer - und Immobile vergaß seine Schmerzen sofort. Wie nach einer Blitzheilung stand er plötzlich auf und rannte zu seinen Kollegen, um das Tor zu feiern. Schließlich war es nicht mehr nötig, auf einen Elfmeterpfiff des Unparteiischen zu warten.

Den meisten Fans fiel die Szene während dem Spiel wohl gar nicht auf, doch eine Kamera blieb während des Tors bei Immobile und entlarvte dessen Schauspieleinlage. Das Video kursierte nach der Partie im Internet, gepostet auch vom offiziellen Sportschau-Twitter-Account. Viele Fans machten sich über den Italiener lustig, andere quittierten den Vorfall mit Unverständnis. „Ganz ehrlich. Dafür sollte er sich schämen. Das hat mit Sport und Fairplay nichts zu tun“, ärgert sich ein User auf Twitter.

Italien schlägt Belgien - zweiter EM-Titel nur noch zwei Siege entfernt

„Die Italiener liegen mehr als ein Matratzentester“, witzelte ein weiterer Fan. „Erst immobil, dann sehr mobil“, amüsiert sich ein anderer. Im Gegensatz zum ehemaligen BVB-Stürmer verletzte sich dessen Teamkollege Leonardo Spinazzola schwer: Wie der italienische Verband mitteilte, besteht beim bislang schnellsten Spieler des Turniers (33,8 km/h) der Verdacht auf einen Riss der Achillessehne.

Es ist der einzige Wermutstropfen nach dem Halbfinaleinzug, den Italienern fehlen nach dem Erfolg in der Münchner Allianz Arena nur noch zwei Siege zum zweiten EM-Titel. Der erste (1968) ist schon eine gefühlte Ewigkeit her. (epp)

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