Engländer entsetzt: Aus nach "Torklau"

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Nicht nur Wayne Rooney sah den Ball drin

Bloemfontein - Frank Lampard fasste sich entsetzt mit beiden Händen an den Kopf, Wayne Rooney beschimpfte den Schiedsrichter schon in der Pause und David Beckham wollte dem Referee nach dem Abpfiff sogar an die Gurgel gehen.

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Nach dem “Torklau“ durch Jorge Larrionda fühlten sich die Kicker aus dem Mitterland des Fußballs trotz der am Ende klaren 1:4 (1:2)-Niederlage im WM-Achtelfinale gegen Deutschland betrogen. Der Unparteiische aus Uruguay und sein Gespann verwehrten Frank Lampard (38. Minute) einen klaren Treffer und lösten damit eine Welle der Empörung aus. “Wir haben Fehler gemacht, aber der Schiedsrichter hat den größten Fehler gemacht. Das darf nicht passieren“, kritisierte Englands Coach Fabio Capello.

Deutschland - England: "Neues Wembley-Tor", mehr Bilder und Einzelkritik: Viermal Note 1

Deutschland - England: "Neues Wembley-Tor", mehr Bilder & Noten: Viermal 1!

Deutschland steht im Viertelfinale. Hier sehen Sie die Bilder vom Triumph über England - und des "neuen Wembley-Tores". © Getty
Eigentlich wollten die Engländer ja Angst und Schrecken verbreiten. © Getty
Doch daraus wurde nichts. © Getty
Legendär: die englischen Spielerfrauen wie Toni Poole, Gattin von John Terry © Getty
TV-Star Christine Bleakley ist die Freundin von Frank Lampard © Getty
Auch einige deutsche Spielerfrauen wie Piotr Trochowskis Melanie sind angereist © AP
DFB-Präsident Theo Zwanziger auf der Tribüne © Getty
Die deutschen Verantwortlichen Joachim Löw und Hansi Flick © Getty
Und die englischen: Fabio Capello ... © Getty
... nebst Assistent David Beckham © Getty
Noch ein hübsches Fan-Foto, und das Spiel kann losgehen! © Getty
Der Einschwör-Kreis vor Anpfiff. © Getty
Anpfiff! Jogi gleich unter Strom. © Getty
In der 20. Minute dürfen die Deutschen gleich jubeln. © Getty
Klose trifft! Ein langer Abschlag von Manuel Neuer landet beim Stürmer. Der setzt sich durch und hält den langen Fuß hin. © Getty
Drin! © Getty
Thomas Müller will mit Klose jubeln. © Getty
Doch der hat einen dringenden Termin. © Getty
Und zwar unten auf dem Rasen! © Getty
Fast genauso jubelte Klose schon beim Sieg gegen Australien. © Getty
Was für eine Befreiung! © Getty
Die Jubeltraube © Getty
In der 32. Minute setzt Podolski einen drauf und erzielt das 2:0. © Getty
Müller legt rüber zum Kölner, der zieht aus spitzem Winkel ab. © Getty
Drin! © Getty
2:0! © Getty
Da ist der Jubel riesig - und berechtigt. © Getty
Die 37. Minute: Upson erzielt den 1:2-Anschlusstreffer © AP
Doch das Tor ist fast eine Randnotiz gegen das, was danach kam. © AP
Über diese Szene diskutieren Fußball-Deutschland und Fußball-England: In der 38. Minute kommt es zur Neuauflage des Wembley-Tors. © Getty
Ein Lampard-Schuss prallt gegen die Unterkante der Latte, von dort klar INS Tor, doch der Schiedsrichter Jorge Larrionda verweigert dem Treffer die Anerkennung © dpa
Hier sehen Sie das Nicht-Tor, das eigentlich ein Tor war, im Daumenkino. © dpa
Hier sehen Sie das Nicht-Tor, das eigentlich ein Tor war, im Daumenkino. © AP
Hier sehen Sie das Nicht-Tor, das eigentlich ein Tor war, im Daumenkino. © AP
Hier sehen Sie das Nicht-Tor, das eigentlich ein Tor war, im Daumenkino. © Getty
Hier sehen Sie das Nicht-Tor, das eigentlich ein Tor war, im Daumenkino. © dpa
Hier sehen Sie das Nicht-Tor, das eigentlich ein Tor war, im Daumenkino. © Getty
Hier sehen Sie das Nicht-Tor, das eigentlich ein Tor war, im Daumenkino. © AP
Hier sehen Sie das Nicht-Tor, das eigentlich ein Tor war, im Daumenkino. © Getty
Hier sehen Sie das Nicht-Tor, das eigentlich ein Tor war, im Daumenkino. © dpa
Hier sehen Sie das Nicht-Tor, das eigentlich ein Tor war, im Daumenkino. © dpa
Kein Tor, findet Linienrichter Mauricio Espinosa © Getty
Frank Lampard hat den Ball wohl im Tor gesehen © Getty
Wayne Rooney hat den Ball im Tor gesehen © Getty
Fabio Capello hat den Ball wohl im Tor gesehen. © Getty
David Beckham hat den Ball wohl im Tor gesehen. © Getty
Nur der Schiedsrichter halt nicht. © Getty
Mit dem Stand von 2:1 ging's dann ab in die Halbzeit. © Getty
Und dann kam Thomas Müller mit einem tollen Doppelschlag. © AP
67. Minute: Der Youngster schließt einen Konter perfekt ab. © AP
Und dann geht's am zum Jubel! © AP
3:1! © AP
Doch Müller hatte nicht genug. © AP
70. Minute: Wieder Müller! © AP
Özil sprintet die Seitenlinie entlang und flankt im richtigen Moment auf Müller, der wie im Schlaf vollstreckt. © AP
4:1 - die Sache ist durch © AP
Das weiß auch Thomas Müller © AP
Riesig war die Erleichterung bei ihm und seinen Kollegen Khedira ... © AP
... und Klose. © AP
Die Engländer können nur noch den Ball aus dem Netz holen - und scheitern beim eher halbherzigen Versuch, noch drei Tore in 20 Minuten zu schießen. Das 4:1 ist auch der Endstand. © AP
Hier sehen Sie noch ein paar enttäuschte englische Gesichter, die den meisten deutschen Fußball-Fans gefalle dürften © Getty
Wayne Rooney © Getty
Wayne Rooney © Getty
Jermain Defoe © Getty
Steven Gerrard © AP
So sehen Sieger aus! © AP
Schalala la la! © AP
Jungs, wir sind stolz auf euch! Und nun die Einzelkritik! © dpa
Manuel Neuer: Teilweise mit einem Titanen-Auftritt! Klärte überragend gegen Lampard, hatte zehn Minuten vor Schluss bei Gerrards Schuss noch die Finger dran. Und: Holte sich den ersten Scorer-Punkt für einen Torwart bei der WM! Sein Abschlag segelte bis zu Klose, der zur Führung traf. Dann segelte aber Neuer selbst am Ball vorbei. Der 22-jährige Schalker sah bei Upsons Kopfballtreffer ganz schlecht aus. Auch bei Lampards Freistoß-Hammer in der zweiten Halbzeit zu nachlässig. Was soll‘s: Weiter, immer weiter! Note 2 © Getty
Philipp Lahm: That‘s a Captain! Ganz starker Auftritt des Bayern-Stars. Die rechte Seite war dicht wie die Bank von England. Technisch ausgezeichnet, behielt in jeder Situation den Überblick. Ganz stark: Seine Rettungsaktion in der ersten Halbzeit auf der Torlinie. Note 2 © Getty
Per Mertesacker: Abräumer mit Eisenfuß. Hatte gegen England seinen bisher besten WM-Auftritt. Am Boden ordentlich, im Luftkampf stark. Nur die Spieleröffnung, die hat der Bremer ganz sicher nicht erfunden. Sein Motto: Weg mit der Kugel – so weit wie möglich… Note 3 © Getty
Arne Friedrich: Friedrich der Große! Rooney? Wer ist Rooney? Der Berliner räumte gegen den Top-Stürmer gnadenlos ab, verlor kaum einen Zweikampf. Auch in der Luft ganz sicher. Im zweiten Durchgang früh gelbverwarnt, trotzdem mit Risiko und vollem Einsatz dabei. Note 1 © Getty
Jerome Boateng: Erhielt erneut den Vorzug vor Badstuber. Zur neuen Saison wechselt der 21-Jährige zu Manchester City. Gestern konnte er schon einige der künftigen Premier-League-Kollegen beobachten – trotzdem hätte er beim 1:2 ruhig mit in den Zweikampf gehen dürfen. Blieb einfach stehen, als sich Upson hoch schraubte. Zu wacklig. Im Viertelfinale droht nun Messi – da muss sich Löw etwas einfallen lassen! Note 4 © Getty
Bastian Schweinsteiger: In Bloemfontein wurde aus dem ehemaligen Schweini endgültig ein echter Mann, der Herr Schweinsteiger. Endlich bewies er in einem großen Spiel seine Klasse! Immer anspielbar, aggressiv im Zweikampf, starke Bälle in die Spitze – wie das traumhaft verzögerte Zuspiel vor dem 3:1. Für unser Team war es unglaublich wichtig, dass er rechtzeitig fit wurde. Note 1 © Getty
Sami Khedira: Der deutsche Mittelblock! Der Stuttgarter half zur Not in der Innenverteidigung aus, räumte vor der Abwehr ab. Schnörkellos, aber sicher. Note 2 © Getty
Thomas Müller: Es kracht wieder bei Bomber Müller! Eine Vorlage, zwei eiskalte Treffer. Dieser Mann ist Wahnsinn – und erst 20. Der Youngster bewies gegen England, dass er auch die Abwehrreihen großer Mannschaften aufmischen kann. Harmonierte ausgezeichnet mit Klose. Note 1 © Getty
ab 71. Trochowski: ohne Bewertung © Getty
Mesut Özil: Dieser Zauberfuß macht Spaß. Initiierte immer wieder die Angriffe des DFB-Teams – gerne auch mit der Hacke. Vor dem Tor mit den gewohnten Problemen, ansonsten unverzichtbar. Legte das 4:1 klasse auf. Note 2 © Getty
ab 83. Kießling: ohne Bewertung © Getty
Lukas Podolski: Peng-Peng-Poldi. Lukas ließ es krachen. Nach den schwachen Spielen gegen Serbien und Ghana zeigte der Kölner wieder Torgefährlichkeit – und netzte aus spitzem Winkel ein. Nach hinten bemüht wie selten. Note 2 © Getty
Miroslav Klose: Der Bomber von Bloemfontein! Von der ersten Sekunde an präsentierte sich der Bayern-Stürmer voll auf der Höhe. In Spielen wie gegen England zeigt sich Weltklasse – und Klose stellt unter Beweis, dass er sie besitzt. Torriecher beim 1:0 (sein 50. für Deutschland!), Traumpass vor dem 2:0. Das macht Spaß! Note 1 © Getty
ab 71.: Gomez: ohne Bewertung © Getty

Statt binnen zwei Minuten aus einem 0:2 ein 2:2 gemacht zu haben, mussten die Engländer in der Halbzeit den psychologischen Tiefschlag verarbeiten. Dies gelang gegen eine bravourös aufspielende DFB- Auswahl nicht. Im Gegenteil: Am Ende setzte es für Capellos Team die höchste Niederlage in der WM-Historie. Nach den Halbfinal-Niederlagen bei der WM 1990 und der Heim-EM 1996 war es der dritte Niederschlag gegen den ungeliebten “Erzrivalen“.

Nach Thomas Müllers Doppelschlag zum 3:1 und 4:1 (67./70.) verstummte die rot-weiße Wand englischer Fans auf der Gegentribüne des Free State Stadions in Bloemfontein völlig. Bis dahin waren die Anhänger der “Three Lions“ akustisch und zahlenmäßig klar überlegen, doch danach sangen nur noch die deutschen Fans: “Ihr könnt nach Hause fahren.“ Kapitän Steven Gerrard sackte nach dem Abpfiff enttäuscht zu Boden. Der sehr bemühte aber erneut torlose Rooney verschwand wie alle anderen Mitspieler schnell in der Kabine.

Die Formschwächen von Stars wie Rooney und Gerrard oder die Ausfälle von Verteidigern wie Ferdinand und King zeigen, dass man Englands Ausscheiden nicht allein auf Larriondas Skandal-Entscheidung schieben kann. Capellos Mannschaft präsentierte sich während der gesamten WM nie wie ein Titelkandidat. Spielerisch war sie den Deutschen am Sonntag klar unterlegen. Und die wackelige Abwehr um John Terry und Matthew Upson tat alles dafür, dass die Löw-Elf das auch nutzen konnte. Beim 1:0 durch Klose (20.) lief Upson hinterher. Beim 2:0 durch Podolski (32.) schauten gleich alle Verteidiger zu.

Bezeichnenderweise war es Upson, der das einzige englische Tor köpfte (37.). Bei den “Three Lions“ ging während dieser WM vieles durcheinander. Neun Siege in zehn Qualifikationsspielen hatten große Hoffnungen geweckt. Doch in Südafrika blieb der Weltmeister von 1966 nur ein Schatten vergangener Tage.

dpa

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