Kuntz-Team erwartet Wales

Entscheidung ums EM-Ticket: U21 muss «ans Limit gehen»

Stefan Kuntz
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Will gegen Wales die EM-Qualifikation perfekt machen: U21-Coach Stefan Kuntz. Foto: Swen Pförtner/dpa

Ein Scheitern wie vor der EM 2011 erwartet keiner bei der deutschen U21, doch das 1:1 im Test gegen Slowenien ist «Warnung» genug. Mit einem Sieg wollen Stefan Kuntz und seine Auswahl die Restzweifel am EM-Ticket beseitigen. Ein Löw-Spieler hat seine «Messlatte» gehoben.

Braunschweig (dpa) - Auf Rechenspiele oder Schützenhilfe will es Stefan Kuntz mit seiner U21 nicht ankommen lassen. Mit einem Sieg im entscheidenden Qualifikationsspiel gegen Wales soll das Ticket für die Europameisterschaftsendrunde im kommenden Jahr endgültig gebucht werden.

Kuntz fordert vom Vize-Europameister nach dem mageren 1:1 im Test gegen EM-Gastgeber Slowenien nun im Gruppenfinale gegen die Briten eine klare Leistungssteigerung. «Ich denke, dass das Spiel Warnung war», sagte der 58-Jährige. Letztmals war Deutschland 2011 nicht bei der EM vertreten.

Mit einem Sieg am Dienstag (18.15 Uhr/ProSieben MAXX) in Braunschweig würde sich die deutsche Mannschaft für das Turnier mit zwei Etappen im kommenden Jahr in Slowenien und Ungarn sicher qualifizieren. Ein Unentschieden oder sogar eine Niederlage könnten auch reichen. «Wir wollen das Spiel klar für uns entscheiden, damit es keine Diskussion gibt, oder dass wir rechnen oder schauen müssen», sagte der Fürther David Raum.

Die deutsche Mannschaft geht die Partie als Tabellenführer an, mit 15 Punkten steht sie auch im Vergleich zu den Gruppenzweiten anderer Gruppen blendend da. Die neun Gruppenersten und die fünf besten Zweiten qualifizieren sich für die Endrunde, die mit der Vorrunde vom 24. bis 31. März beginnt und mit der Finalrunde vom 31. Mai bis 6. Juni endet.

Nach gleich sechs Debüts beim Remis gegen die Slowenen als letzter Casting-Chance für das EM-Turnier setzt Kuntz gegen Wales wieder auf seine Top-Formation. Der im Löw-Team eingesetzte Ridle Baku (VfL Wolfsburg) soll jetzt beim Fußball-Nachwuchs als Leistungsträger auftreten. «Jetzt habe ich die Messlatte ein stückweit nach oben gehoben», sagte der Außenverteidiger.

Der gegen die Slowenen geschonte Leverkusener Shootingstar Florian Wirtz soll ebenfalls wieder auflaufen. Akteure wie Lukas Nmecha (RSC Anderlecht), Niklas Dorsch (KAA Gent) oder Mergim Berisha (RB Salzburg) dürften wieder mehr Spielzeit bekommen. Insgesamt muss eine Steigerung her. «Wir müssen gegen Wales 100 Prozent Gas geben, jeder muss an sein Limit gehen», sagte Testspiel-Torschütze Manuel Wintzheimer vom Hamburger SV.

Gerade in dieser kuriosen Qualifikationsgruppe ist nichts Formsache. Deutschland ist trotz zweier Niederlagen gegen Belgien (2:3, 1:4) Spitzenreiter, da Belgien gegen Bosnien-Herzegowina (0:0), Moldau (0:1) und eben auch gegen Wales (0:1) Punkte verspielte. Wales selbst hat keine Chance mehr auf die EM.

In der Hinrunde hatte die DFB-Auswahl beim 5:0 leichtes Spiel mit den Walisern, damit rechnet jetzt keiner. «Wir müssen noch mal eine Schippe drauflegen», forderte Raum. Nicht mit dabei ist Florian Krüger. Der Stürmer des FC Erzgebirge Aue fällt aus gesundheitlichen Gründen aus.

© dpa-infocom, dpa:201116-99-350062/3

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