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Erfolg von der Bank: Großer RB-Kader als Vorteil

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RB-Profi
Die Einwechslung von Yussuf Poulsen brachte die Leipziger auf Kurs. © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Leipzig profitiert gegen den Tabellenletzten Fürth vom großen Kader. Trotz vieler prominenter Ausfälle kann Trainer Marsch enorme Qualität einwechseln. Für einen Nationalspieler läuft es unglücklich.

Leipzig - Jesse Marsch war erleichtert. Nach einer der schlechtesten ersten Hälften der jüngeren RB-Geschichte kam der Erfolg beim 4:1 (0:1) gegen das sieglose Schlusslicht SpVgg Greuther Fürth praktisch von der Bank.

„Die Wechselspieler haben sehr gut gespielt. Yussi hat das Spiel fast allein gedreht“, sagte der Trainer nach dem Pflichtsieg der Sachsen. Yussuf Poulsen (46.), Dominik Szoboszlai (65.) und Hugo Novoa (88.) trafen jeweils unmittelbar nach ihrer Einwechslung. Zudem wurde Poulsen vor dem 2:1 durch Emil Forsberg (53.) im Strafraum gefoult und Szoboszlai bereitete noch das 4:1 mustergültig vor.

Damit vermied RB den nächsten Stimmungsdämpfer, liegt aber noch hinter den Champions-League-Plätzen zurück. Auch am Dienstag soll in der zweiten DFB-Pokalrunde bei Regionalligist SV Babelsberg ein Ausrutscher verhindert werden, um den Aufwärtstrend fortzusetzen.

Dreifach-Belastung

Bei der Dreifach-Belastung saßen Nationalspieler wie Poulsen, Szoboszlai oder Tyler Adams zunächst auf der Bank - nur wenige Bundesligisten können sich diesen Luxus erlauben. Und auch bei RB gab es vor der Saison Diskussionen um den großen Kader. Von Unzufriedenheit, Neid und Missgunst war da die Rede bei Spielern, die trotz ihre Stellung in den Nationalteams in Leipzig wenig Spielpraxis erhalten könnten. Was auch teilweise passierte. Die jungen Neuverpflichtungen Brian Brobbey (Ajax Amsterdam) und Ilaix Moriba (Barcelona) gaben zumindest schon mal zu verstehen, dass sie sich etwas anderes vorgestellt hatten. Und Benjamin Henrichs beschwerte sich sogar vehement in der Öffentlichkeit. Nicht gerade zur Freude von Marsch.

Der Trainer stellte den 24-Jährigen gegen Fürth dennoch in die Startelf. Henrichs Pech: Seine Mitspieler waren äußerst schlecht, was Marsch zur Pause zu Umstellungen und Auswechslungen zwang. Henrichs gehörte dazu. „Es ist unglücklich gelaufen für Benni, dass die Gruppe nicht gut war. Nordi Mukiele ist besser auf dieser Schiebeposition im defensiven Mittelfeld und Mo Simakan besser auf der rechten Seite in der Dreierkette“, begründete Marsch die Auswechslung von Henrichs, der den Nachteil hat, sehr flexibel einsetzbar zu sein, aber eben nicht überall die Klasse hat, andere gleichwertig zu ersetzen. Aber: Bei seinem 45-Minuten-Auftritt war der deutsche Nationalspieler keinesfalls der Schlechteste im RB-Dress.

Fürth überfordert

Es entschied die Qualität der Ersatzbank. Das sah auch Fürths Trainer Stefan Leitl so: „Wir wussten, dass wir mit unserem Spiel in der ersten Halbzeit bei RB in der Pause etwas bewirken würden“, sagte der Coach, dessen Team letztlich überfordert war. „In der Summe haben wir aber etwas zu hoch verloren“, resümierte Leitl.

Doch RB hat nicht nur gestandene Spieler auf der Bank, auch ganz junge, wie Hugo Novoa. Der Spanier hatte sich mit Klasse-Auftritten in der U19 von RB auch in der Youth League für den Kader empfohlen und bekam seine Einsatzminuten. Mit seinem Treffer avancierte der 18-Jährige zum jüngsten RB-Torschützen bei den Profis. „Er hatte schon ein Lachen von Ohr zu Ohr im Gesicht, als wir ihm gesagt haben, er wird sein Tor machen. Und dann findet er es auch noch. Super“, sagte Marsch. dpa

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