BVB-Youngster startet durch

Debütant Durm: Bei der Hymne sah er seine Mama

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Das Team vom Kamerun-Test: Özil, Boateng, Khedira, Reus, Götze, Kroos, Müller, Durm, Hummels, Weidenfeller und Kapitän Mertesacker (von links).

Mönchengladbach - Durchstarter Durm! Während die meisten DFB-Kicker beim 2:2 gegen Kamerun noch mächtig Sand im Getriebe hatten, fegte einer immer wieder die linke Außenbahn entlang: Erik Durm!

Kein Wunder, dass Bundestrainer Joachim Löw den jungen Dortmunder (22) danach auch gleich mit nach Brasilien nahm – nach dem Korb für Teamkollege Marcel Schmelzer wohl sogar als Stammkraft für die linke Abwehrseite. Dabei hatte Durm diesen Sommer eigentlich schon anderweitig verplant…

„Vor der Nominierung hatte ich für den 28. Mai Miami gebucht“, gestand der Jung-Borusse nach seinem ersten Länderspiel mit einem Grinsen auf den Lippen. „Aber das habe ich dann gerne abgesagt.“ Bereut hat er es jedenfalls nicht. Nicht nur, dass er mit der Nationalmannschaft ins Trainingslager nach Südtirol durfte, jetzt darf er gemeinsam mit Philipp Lahm & Co. um den Sambatitel kämpfen. Etwas aufgeregt vor seinem ersten Auftritt mit dem Adler auf der Brust war Durm aber schon.

„Ich hatte Lampenfieber, aber das gehört ja auch dazu“, sagte er hernach in der Mixed Zone. „Heute ist ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen. Das Spiel gegen Real war ja schon ein Highlight, aber für dein Land zu spielen – da ist der Stellenwert für mich schon noch ein Stück höher. Bei der Hymne habe ich auch kurz Mama auf der Tribüne gesehen. Das war Gänsehaut pur!“ Dabei kickte Durm vor ziemlich genau einem Jahr noch bei Dortmund II – und zwar als Stürmer. Zum Defensivmann wurde er erst von BVB-Coach Jürgen Klopp umfunktioniert. „Man nimmt schon wahr, was in dem Jahr alles passiert ist“, sagte er selbst. „Ich habe in der Dritten Liga angefangen und jetzt bin ich in der Nationalmannschaft – das ist alles sehr rasant gegangen.“ Team- und Nationalelfspezl Roman Weidenfelder meinte derweil: „Ich freu’ mich für den Jungen. Das, was er in einem Jahr erlebt hat, erleben andere in 30 nicht. Er hat seine Sache sehr gut gemacht, seine Aufgabe erfüllt, und man hat gesehen, dass auf ihn Verlass ist.“ Joachim Löw: „Das hat er gut gemacht.“

Am Abend stand für Durm noch das übliche Programm für DFB-Debütanten an: eine kleine Rede vor versammelter Truppe. „Wenn das dazugehört, dann reihe ich mich da gerne ein“, so Durm, der sich auch noch bei der ganzen Mannschaft bedanken wollte: „Es kamen alle, nach dem Spiel haben sie mir alle gratuliert, das zeichnet auch den Charakter der Mannschaft aus. Vielen Dank, dass sie es mir so einfach gemacht haben.“

Und erst dann, nach den vielen Interviews und Glückwünschen, konnte Durm wohl einen Blick auf sein Handy werfen, das vor lauter Anrufen und SMS bestimmt überquoll. Warum er es nicht schon nach dem Spiel in der Kabine gecheckt hat? „Ich habe es im Bus gelassen“, so Durm. „Ich wollte ja nicht riskieren, dass da irgendetwas rappelt.“ Brav! Gleich beim ersten Länderspiel in die Mannschaftskasse einzahlen müssen, wäre ja auch nicht das Wahre…

lop

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