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Erkennen Sie diesen Bundesliga-Trainer?

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Zusammen mit seinen Mannschaftskameraden des TuS Ergenzingen sitzt der heutige Trainer vom Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund Jürgen Klopp (l) nach einem A-Jugend-Turnier 1985 in einem Hamburger Hotel. © dpa

Berlin - Seine fußballerische Wiege steht im schwäbischen Ergenzingen, wo er schon als A-Jugendlicher Führungsqualitäten zeigte. Heute ist er ein gefragter Coach. Erkennen Sie diesen Bundesliga-Trainer?

Genau, es ist Jürgen Klopp. An diesem Wochenende kann er mit Borussia Dortmund deutscher Meister werden. Doch wie begann seine Trainerkarriere? Ein Rückblick:

An das Wochenende, an dem Jürgen Klopp erstmals Trainer wurde, kann sich sein früherer Jugendcoach Walter Baur bestens erinnern.

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So kennt man Jürgen Klopp an der Seitenlinie: emotional und immer voll bei der Sache. © getty

Am Faschingssonntag vor gut zehn Jahren unterlag der FSV Mainz 05 in Fürth. Der heutige Dortmunder Star-Trainer wurde als Verteidiger von Eckhard Krautzun zur Pause ausgewechselt. In der zweiten Halbzeit debattierte Klopp am Spielfeldrand ausführlich mit Clubpräsident Harald Strutz. Am Rosenmontag war Krautzun entlassen und Klopp rief Baur an. “Rate mal, wer der neue Trainer in Mainz ist?“, fragte er ihn. Der konnte das breites Grinsen durchs Telefon nicht sehen und riet ins Blaue hinein. “Seit zehn Minuten - ich“, sagte Klopp.

Es war der Beginn einer Karriere, die Klopp am Samstag mit seinem bisher größten Triumph krönen könnte: dem Gewinn der deutschen Fußball-Meisterschaft mit Borussia Dortmund. Der 43-Jährige, geboren in Stuttgart und aufgewachsen in Glatten im Schwarzwald, spielte als A-Jugendlicher und auch eineinhalb Jahre als Aktiver unter Baur beim TuS Ergenzingen. “Es gab fünf andere, die besser waren als ich“, sagt Klopp heute über seine Zeit bei dem schwäbischen Dorfclub. “Er war als Jugendlicher mit seiner Persönlichkeit aber schon weiter als viele andere“, meint Hermann Baur, der ihn als damaliger Spielleiter der A-Jugend verpflichtete. Klopp hat bis heute den Verdacht, dass ihn die Ergenzinger nur holten, weil sein Vater Norbert auch den Fahrdienst für einen zweiten Spieler namens Jürgen Haug mitübernehmen sollte, der ebenfalls zum TuS wechselte.

Kult-Trainer! Echte Typen am Spielfeldrand

Doch Klopp war schnell Spielführer: Er überzeugte als Stürmer, er organisierte das Programm bei Weihnachtsfeiern und er setzte durch, dass sein Trainer Walter Baur die erste Mannschaft übernahm, als er ins Aktivenalter kam. “Ich hätte nie gedacht, dass er mal Profi wird, aber sein Ehrgeiz und seine Zielstrebigkeit haben sich ausgezahlt“, sagt Baur. Im Juli 1986 gastierte Eintracht Frankfurt zu einem Freundschaftsspiel in Ergenzingen: Ein gewisser Thomas Berthold kam als Vize-Weltmeister, hatte an diesem Tag wenig Lust auf Autogramme und Interviews und musste dann auch noch ständig diesem großen Blondschopf im gelben Trikot nachlaufen: Klopp machte ein Riesenspiel und erzielte den Ehrentreffer zum 1:9. Von da an erkundigte sich Eintracht-Coach Dietrich Weise immer wieder bei Walter Baur nach Klopp. Im Winter wechselte der Angreifer aber erst einmal zum 1. FC Pforzheim, ehe er im Sommer darauf bei den Amateuren von Eintracht Frankfurt anheuerte.

An einer Autobahnraststätte übergab ein Pforzheimer Oberliga-Funktionär den Ergenzingern die Ablöse in bar: 12 000 Mark. Im Vereinsheim des TuS hängen heute zwar keine Bilder von Klopp und in dem 4150-Einwohner-Stadtteil von Rottenburg werden keine Kirchenglocken läuten, wenn “Kloppo“ mit dem BVB Meister wird. Aber die Ergenzinger haben ihren “Jürgen“ und Klopp hat die Ergenzinger nicht vergessen: Der heutige BVB-Coach lud Walter Baur zu seiner tränenreichen Verabschiedung nach Mainz ein, heute arbeitet er für die Scouting-Abteilung der Dortmunder. Und Klopp feierte beim letzten Treffen seiner alten Mitspieler fröhlich mit. Da erzählte der heute so prominente Fußballlehrer, was sein A-Jugend-Trainer immer gesagt hatte: Jonglieren sollten sie vor dem Training, immer jonglieren. “Nach einem halben Jahr hatten wir bei der Weihnachtsfeier Spieler, die wurden zum Seehund: Die haben sich mit dem Ball auf der Stirn hingesetzt und sind damit wieder aufgestanden.“ Und jetzt sind Klopps Ballkünstler die größten in Deutschland.

dpa

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