Österreich-Hammer: Kanzler Kurz verschärft Corona-Maßnahmen erheblich - „wird eine große Umstellung sein“

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tz erklärt: So funktioniert die Jogikratie

München - Der Bundestrainer hat entschieden: Ballack bleibt Kapitän auf Abruf. Die tz erklärt die Jogikratie: So sieht die neue Machtverteilung in der Nationalmannschaft aus.

Fußball-Deutschland atmet auf – oder macht wahlweise ein dreifaches Kreuzzeichen: Sie ist entschieden, vorbei, ausdiskutiert: die K-Frage. Um 12.35 Uhr machte Jogi Löw am Mittwoch dem Spuk ein Ende. „Es ist alles sehr emotional diskutiert worden“, sprach der Bundestrainer – und verkündete die erwartete Entscheidung: „Ich habe ein offenes Gespräch mit Michael Ballack geführt und bin zu der Entscheidung gekommen, dass er Kapitän bleibt.“

Jogi gestern, Jogi heute

Joachim Löw
Der fünfte Beatle? Eine Werbeikone für fesche Sommer-Mode im Eighties-Style? Nein: Der Mann auf dem Foto ist der heutige Fußball-Bundestrainer Joachim Löw. © dpa
Joachim Löw
Natürlich wissen alle, wie "Jogi" heute aussieht. Doch kennen Sie auch noch die folgenden Ansichten? Hier sehen Sie die besten Bilder aus der Karriere des heutigen Bundes-Jogi. © dpa
Ein Foto aus dem Jahre 1981: Die Frisur des damaligen Frankfurt-Spielers ähnelt der heutigen. Dass er inzwischen auf den Schnäuzer verzichtet, dürfte die Damenwelt nicht allzusehr enttäuschen. © Getty
A-Nationalspieler war Joachim Löw übrigens nie. Aber in Vereinen wie dem KSC (Foto aus dem Jahre 1984) eine feste Größe. © Getty
Joachim Löw
Gut 10 Jahre später: Joachim Löw übernahm im August 1996 das Traineramt beim VfB Stuttgart. Damals zeugten seine Augen von jugendlichem Elan.  © AP
Joachim Löw
Joachim Löw badet nach dem 4:1 gegen den BVB im Jubel der Fans (15. März 1997) © AP
Joachim Löw
So zärtlich küsst Jogi sonst nur seine Frau: Am 14. Juni 1997 gewann sein VfB Stuttgart den DFB-Pokal. © dpa
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Sunnyboy Jogi freut sich auf dem Rathausbalkon © dpa
Joachim Löw
Zur Feier des Tages gehen ihm die Spieler ans Haupthaar. © dpa
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Laufsteg? Fußballplatz! Ein enttäuschter, aber immerhin adrett gekleideter Joachim Löw verarbeitet die Niederlage seines VfB in Wolfsburg (27.09.1997) © AP
Joachim Löw
So konnte sich Jogi im April 1998 über einen Gegentreffer ärgern. Als dieses Foto entstand, traf der 1. FC Köln am 5.4.1998 zum Ausgleich gegen Jogis VfB. © dpa
Joachim Löw
Vom Winde verweht: Jogi im April 1998 © dpa
Joachim Löw
Auch in einem Trainer Jogi steckt noch ein bisschen Spieler Jogi: Herr Löw zeigt am 12.05.1998 in einem Training, was er noch drauf hat. © dpa
Joachim Löw
Im Oktober 1999 wurde Jogi Trainer des Karlsruher SC. Vor seiner ersten Pressekonferenz (Foto) war er augenscheinlich noch einmal beim Friseur. © dpa
Joachim Löw
Juli 2004: Joachim Löw wird zum Co-Trainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft berufen. Der Beginn einer großen DFB-Karriere. © dpa
Joachim Löw
Von nun an steht er Chefcoach Jürgen Klinsmann immer treu zur Seite ... ob es nach oben geht ... © dpa
Joachim Löw
... oder nach unten. © dpa
Joachim Löw
Man hüpft zusammen. © dpa
Joachim Löw
Man jubelt zusammen. © dpa
Joachim Löw
Man lacht zusammen. © dpa
Joachim Löw
Man sitzt zusammen. © dpa
Joachim Löw
Man tanzt zusammen. © dpa
Joachim Löw
Nach der WM ist Schluss für Klinsi. Jogi, übernehmen Sie! Löw wird zum Chefcoach befördert. © dpa
Joachim Löw
Alles hört auf sein Kommando! © dpa
Joachim Löw
Popstar Jogi auf Sardinien © dpa
Joachim Löw
Kennzeichen Löw: In der Folge sehen Sie die ungewöhnlichsten Bilder aus seiner Karriere als DFB-Chefcoach. © dpa
Joachim Löw
Nein, das ist natürlich nicht seine Ehefrau! Aber mit Thomas Gottschalk hat der Bundestrainer jede Menge Spaß. Seine Gattin Daniela hält Jogi erfolgreich aus der Öffentlichkeit raus - deswegen zeigen wir sie hier natürlich auch nicht. Sie nennt ihn übrigens auch Jogi. © dpa
Joachim Löw
Joachim Löw nimmt es auch mal mit zwei Mann auf. © dpa
Joachim Löw
Jogi in historischer Bergsteiger-Kleidung beim Dreh eines Werbespots für Mercedes-Benz © dpa
Joachim Löw
Sein Bewerbungsfoto als nächster James Bond © dpa
Joachim Löw
Nichts verlernt © dpa
Joachim Löw
Jogi ganz grimmig © dpa
Joachim Löw
Der hochrangigste deutsche Fußballtrainer im Gespräch mit der hochrangigsten deutschen Politikerin © dpa
Joachim Löw
Ja, er raucht! © dpa
Joachim Löw
Nachdem er im Österreich-Spiel bei der EM 2008 auf die Tribüne verbannt wurde, outete sich Joachim Löw öffentlichkeitswirksam als Genussraucher. © dpa
Joachim Löw
Jogi am Flughafen: Die Frisur sitzt! © dpa
Joachim Löw
Jogi Cruise mit Barbara Schöneberger bei der Bambi-Verleihung. © dpa
Joachim Löw
Hoch soll er leben! © dpa
Joachim Löw
Hoffentlich führt uns Jogi noch zu vielen weiteren Höhenflügen - und zum WM-Titel 2010! © Fishing4

Das Ganze wurde jedoch mit einem großen Aber versehen: Löw stellt klare Bedingungen, betonte offen, dass Ballack momentan „nicht in der Lage“ sei, die Mannschaft zu verstärken. Das war die größte Überraschung bei Löws Verkündigung: Wie offen er klar machte, dass er Ballack im Moment eigentlich überhaupt nicht gebrauchen kann. „Ich sehe im Moment Khedira und Schweinsteiger auf seiner Position“, betonte Jogi. Der eine ist 23, der andere 26 – an seinen Vorstellungen dürfte sich eigentlich so schnell nichts ändern…

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Capitano bleibt Kapitän - Auch Torwartfrage entschieden

Ballack: Ein Kapitän auf Abruf, ein Spielführer außer Dienst. Sein Telefonat mit Löw dauerte fast zwei Stunden. In der Öffentlichkeit gab er sich nach der – scheinbar – positiven Entscheidung des Bundestrainers wortkarg. Mit einem knappen „Nein“ verließ er am Mittwoch das Leverkusener Trainingsgelände. Weil er weiß, wie schwer es wird, zurück ins Team zu kommen. „Er wäre schon jetzt gerne dabei gewesen“, erklärte Löw – und fügte schonungslos an: „Aber wir müssen seine Entwicklung sehen und entscheiden, ob er uns im Oktober bei den nächsten Spielen helfen kann.“

57 Tage nach der Kampfansage von Philipp Lahm bei der WM hat sich Löw entschieden. Das Machtgefüge ist – trotz der Entscheidung pro Ballack – ein neues. Die tz zeigt die Jogikratie: Wer das Sagen hat, wer wo mitentscheiden darf – und wie die Machtverteilung zwischen Lahm und Ballack aussieht.

Der Kanzler:

Ist und bleibt Jogi Löw. Die Äußerungen seiner Spieler zur K-Frage nahm er zwar wahr, seine Meinung konnten sie aber nicht beeinflussen. Am Dienstag teilte er den Spielern die Entscheidung mit. Widerworte gab es nicht. „Die Spieler können Wünsche äußern“, stellt der Trainer klar, „aber die Bedingungen stelle ich“. Aufgrund des sportlichen Erfolgs und seiner Führungsqualitäten – konsequente ­Linie, viele (Einzel-)Gespräche – ist Kanzler Jogi bei den Spielern absolut unumstritten.

Die Vizekanzler:

Heißen Ballack und Lahm. Von einer exponierten Stellung des Leverkuseners kann spätestens seit Löws Leistungs-Zweifeln nicht mehr gesprochen werden. Auch wenn sich unter anderem Klose und Schweinsteiger für Ballack aussprachen: Lahm hat „eine ganz klare Akzeptanz im Team“, versichert Jogi. Er trägt gegen Belgien und Aserbaidschan auf jeden Fall die Binde, sein Vertreter ist Bastian Schweinsteiger. Interessant: Schon einmal gab es einen Kapitän ohne Stammplatz. Oliver Bierhoff blieb nach der EM 2000 Spielführer, saß aber immer häufiger auf der Bank und wurde von Oliver Kahn vertreten – so lange, bis der damalige Trainer Rudi Völler Kahn offiziell die Binde überreichte. Bleibt die Frage: Wie geht es zwischen Ballack und Lahm weiter? Ihr Verhältnis dürfte sich im Moment auf Merkel-Seehofer-Niveau bewegen…

Das Kabinett:

Wird repräsentiert von Schweinsteiger, Klose, Mertesacker und Friedrich – den weiteren Mitgliedern des Mannschaftsrates. Natürlich sind auch Lahm und – gegebenenfalls – Ballack vertreten. Intern sind sich die Stars einig: Das Kapitänsamt ist mehr ein Zeichen für die Öffentlichkeit, die wichtigen Entscheidungen werden ohnehin gemeinsam besprochen. Auch Löw vertraut sich meist dem kompletten Fünfer- oder Sechser-Gremium an.

Das Parlament:

Jeder einzelne Spieler wird von Löw ernst genommen. Über den Mannschaftsrat oder in Einzelgesprächen werden Probleme mit Kanzler Jogi besprochen und gelöst.

ta

Rubriklistenbild: © dpa

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