Ermittlungen im Fall Amerell eingestellt

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Manfred Amerell (l.) und Michael Kempter kämpften mit rechtlichen Mitteln gegeneinander

Augsburg - Die Staatsanwaltschaft Augsburg hat ihre Ermittlungen rund um den Fall des Schiedsrichters Manfred Amerell eingestellt. Mails, SMS und Vernehmungen brachten keine klaren Verdachtsmomente.

“Mangels hinreichenden Tatverdachts“ wurden die Ermittlungen gegen Amerell wegen sexueller Nötigung für beendet erklärt. Dasselbe gilt für die Ermittlungen gegen Referee Michael Kempter wegen Verleumdung. Das gab die Staatsanwaltschaft am Mittwoch bekannt. Der 27-jährige Kempter hat dem langjährigen DFB-Funktionär Amerell vorgeworfen, ihn sexuell belästigt zu haben. Amerell, früherer Schiedsrichter-Beobachter, bestreitet dies.

Die Vernehmungen sowie die Auswertung von Mails und SMS hätten “keine ausreichenden Anhaltspunkte“ ergeben, dass Amerell “bewusst einen Widerstand der vier Schiedsrichter gegen seine sexuellen Handlungen überwinden musste“, befand die Staatsanwaltschaft. Die Augsburger Ermittlungsverfahren hatten sich neben Amerell und Kempter auch noch gegen zwei weitere Schiedsrichter und einen ehemaligen Schiedsrichter wegen falscher eidesstattlicher Versicherung, übler Nachrede und Verleumdung gerichtet. Auch diese Verfahren wurden eingestellt.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) sah sich bestätigt, “dass Herr Amerell aus verbandsrechtlicher Sicht seine Amtspflichten verletzt hat und ein Rücktritt unumgänglich war“. Die Einstellung der Ermittlungsverfahren gegen Kempter und die drei weiteren Referees sowie die Abweisung der Anzeigen von “Herrn Amerell zeigen, dass die Staatsanwaltschaft die Aussagen der Schiedsrichter bezüglich ihres Verhältnisses zu Herrn Amerell als glaubhaft bewertet“, schrieb der DFB auf seiner Homepage. Der Dachverband selbst hatte am 24. Februar nach dem Rücktritt Amerells als Sprecher der DFB-Schiedsrichter aus “gesundheitlichen Gründen“ den Fall für abgeschlossen erklärt.

Amerell hatte gegen Kempter und die drei übrigen Schiedsrichter am 9. März bei der Staatsanwaltschaft München I Strafantrag wegen falscher Versicherung an Eides statt, übler Nachrede und Verleumdung gestellt. Die Augsburger Juristen kamen nun zu dem Schluss, dass die vier Referees in dem Verfahren auf Erlass einer einstweiligen Verfügung keine eidesstattliche Versicherung abgegeben hätten. Den Beschuldigten hätte auch nicht nachgewiesen werden können, “dass sie im Rahmen des Ermittlungsverfahrens und der auch öffentlich geführten Auseinandersetzung bewusst falsche Angaben gemacht haben“.

Der Anwalt der vier von Amerell angezeigten DFB-Schiedsrichter betonte, die Untersuchungen der Staatsanwaltschaft hätten ergeben, dass die Darstellung seiner Mandanten “glaubhaft und tragfähig“ gewesen seien. “Durch die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Augsburg sehen sich die Schiedsrichter erneut in ihrer Entscheidung bestärkt, sich dem DFB zu diesen Vorfällen zu offenbaren und auf diesem Wege auf Missstände im Schiedsrichterwesen aufmerksam zu machen“, erklärte der Berliner Rechtsanwalt Daniel Krause.

dpa

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