Aue-Profi Kocer gesteht Raubüberfall

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Guido Kocer spielt beim Zweitligisten Erzgebirge Aue

Aue - Er selbst bezeichnet es als Abenteuer. Guido Kocer von Erzgerbirge Aue gesteht, mit an einem Raubüberfall mit früheren Vereinskollegen beteiligt gewesen zu sein.

Berlin (dapd). Guido Kocer hat im Prozess um eine Berliner Raubserie die Beteiligung an einem der Überfälle gestanden. “Es war ein Abenteuer. Ich kann es selbst nicht fassen, das gemacht zu haben“, sagte der 23 Jahre alte Profi von Fußball-Zweitligist Erzgebirge Aue am Donnerstag vor dem Berliner Landgericht. Im April dieses Jahres soll er gemeinsam mit seinem damaligen Babelsberger Vereinskollegen Süleyman Koc und weiteren Mittätern ein Kasino in Berlin-Moabit ausgeraubt haben. Koc hatte bereits zu Prozessauftakt vor einer Woche zugegeben, an sechs Raubüberfällen beteiligt gewesen zu sein.

Im Verfahren sind weitere sieben Mittäter angeklagt, von Februar bis April in der Hauptstadt sieben Cafes, Spielhallen und Geschäfte ausgeraubt zu haben. Dabei sollen rund 20.000 Euro erbeutet worden sein. Der Anklage nach wurden Spielautomaten und Tageseinnahmen geplündert, Angestellte von den maskierten Tätern mit Reizgas besprüht oder mit Schwert und Machete bedroht. In einigen Fällen sollen auch Angestellte geschlagen worden sein.

“Ich war nicht abgeneigt“

Nach Aussage Kocers hatte er bei einem Besuch in der Potsdamer Wohnung seines damaligen Vereinskollegen Koc zwei seiner Freunde kennengelernt. Die späteren Mittäter hätten an dem Abend erzählt, “dass sie so etwas machen“ und gefragt, ob er mit machen wolle. “Ich war nicht abgeneigt“, räumte der Profi ein. Auf das Geld sei er nicht angewiesen gewesen. Er habe “nicht als Idiot dastehen“ oder “kneifen“ wollen.

Bei dem Überfall am 8. April sollte Kocer nach eigenen Angaben “im Kasino sitzen und per Handy das Okay geben“. Zuvor hätten er und Koc den Laden ausgekundschaftet. Als die Mittäter dann “rein kamen, brüllten und die Automaten aufbrachen“ habe er “Angst bekommen“, sei auf die Toilette gerannt und habe sich eingeschlossen, berichtete der 23-Jährige, der weiterhin für seinen Verein im Einsatz ist.

Zweitliga-Etats: Wo das große Geld die Tore schießt

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Eintracht Frankfurt: Spieleretat von 19,0 Mio. Euro (Gesamtetat: 37,0 Mio. Euro) © Getty
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FC St. Pauli: 12,0 Mio. Euro (Gesamtetat: 25,0 Mio. Euro) © Getty
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VfL Bochum: 10,0 Mio. Euro (Gesamtetat: 16,0 Mio. Euro) © Getty
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Alemannia Aachen: 7,0 Mio. Euro (Gesamtetat: 25,0 Mio. Euro) © Getty
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FC Energie Cottbus: 7,0 Mio. Euro (Gesamtetat: 13,0 Mio. Euro) © Getty
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SpVgg Greuther Fürth: 7,0 Mio. Euro (Gesamtetat: 11,0 Mio. Euro) © Getty
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Fortuna Düsseldorf: 6,9 Mio. Euro (Gesamtetat: 15,0 Mio. Euro) © Getty
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FC Ingolstadt: 6,5 Mio. Euro  (Gesamtetat: 14,0 Mio. Euro) © Getty
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MSV Duisburg: 6,2 Mio. Euro (Gesamtetat: 15,0 Mio Euro) © Getty
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Karlsruher SC: 6,0 Mio. Euro (Gesamtetat: 15,0 Mio. Euro) © Getty
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TSV 1860: 6,0 Mio Euro (Gesamtetat: 15,0 Mio. Euro) © Getty
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1. FC Union Berlin: 6,0 Mio. Euro(Gesamtetat: 13,0 Mio. Euro) © Getty
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Eintracht Braunschweig: 5,5 Mio. Euro (Gesamtetat: 13,5 Mio. Euro) © Getty
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FC Erzgebirge Aue: 5,3 Mio. Euro(Gesamtetat: 9,6 Mio. Euro) © Getty
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Dynamo Dresden: 5,0 Mio. Euro (Gesamtetat: 14,0 Mio. Euro) © Getty
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FSV Frankfurt: 4,9 Mio. Euro (Gesamtetat: 10,0 Mio. Euro) © Getty
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SC Paderborn: 4,7 Mio. Euro (Gesamtetat: 4,7 Mio. Euro) © Getty
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Hansa Rostock: 4,1 Mio. Euro (Gesamtetat: 14,2 Mio. Euro) © Getty

Koc hatte vor einer Woche gesagt, er habe die Mitangeklagten jeweils zu den Tatorten gefahren, abgeholt sowie in mehreren Fällen das “Startzeichen“ gegeben. Er sitzt seit April in Untersuchungshaft. Auch die Mitangeklagten, darunter die beiden Haupttäter, haben inzwischen umfassende Geständnisse abgelegt. Der Prozess wird am 1. Dezember fortgesetzt.

ap

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